Alpin-Klettergarten Hallergehrenjoch

Alpin-Klettergarten Hallergehrenjoch

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Neue lohnende Kletterziele zu finden ist mitunter gar nicht so einfach. Die talnahen Gebiete sind längst erschlossen, zwangsläufig geht es nun in die Berge. Dabei spielt für mich der Kompromiss von Zustiegszeit, Felsqualität und dem Routenangebot eine Rolle. Beim neuen Alpinklettergarten am Hallergehrenjoch sind mir diese Kriterien zu meiner Zufriedenheit weitgehend gelungen.

Man wandert von der Bergstation des Füssener Jöchle über einen gemütlichen Wanderweg Richtung Rote Flüh. Der Blick auf die mächtige Gimpel-Nordwand ist dabei allgegenwärtig und immer wieder eindrucksvoll. Nach ca. 30 Minuten erreicht man vor dem Aufstieg zum Schartschrofen das Hallergehrenjoch auf einer Höhe von 1851 Metern Höhe. Hier steht rechterhand ein bis zu 100 Meter hoher Felsklotz mit schönem Blick hinab zum Haldensee im Tannheimer Tal.

Meine Erwartungen bzgl. der Felsqualität wurden zu Beginn etwas gedämpft: Der Fels war nicht immer ganz fest, so wie man es von den Tannheimer Wänden her kennt. Dennoch traf ich während der ganzen Erschließungszeit überwiegend auf kompakte Zonen, die weitere Routen rechtfertigten. Einige Touren beginnen mit etwas splittrigen Passagen, der Fels wird nach oben hin jedoch in der Regel richtig gut und leitet in den leichteren Seillängen in schöne Genusskletterei über.

Vom tiefsten Punkt erreicht das Massiv sogar eine stattliche Höhe. In diesem Bereich ließ sich eine schöne 5-Seillängen-Tour mit alpinem Charakter einrichten, die durch zwei Quergänge den leichtesten Weg durch die Wand ermöglicht. Das Angebot an mehr oder weniger kurzen Mehrseillängen-Routen bietet sich vor allem für Alpine Einsteiger mit Klettergarten-Erfahrung an. Dank der guten Absicherung mit Bohrhaken ist eine Begehung relativ gefahrlos. Dennoch müssen die Griffe und Tritte immer sorgfältig geprüft werden, wie es im Alpinen Gelände ratsam ist.

Die Wand ist südwest- bis westseitig ausgerichtet, d. h. ab Mittag ist hier je nach Route mit Sonneneinstrahlung zu rechnen. Besonders reizvoll ist das Ambiente am späten Nachmittag, wenn die Flut der Wanderer zum Friedberger Klettersteig bereits wieder abnimmt, wenn wieder Ruhe einkehrt. Für mich ist dies die schönste Variante: Mittags Auffahrt mit der Bahn zum Füssener Jöchle und Klettern in der Sonne bis in den frühen Abend hinein. Am Ende führt vom Hallergehrenjoch ein besonders reizvoller Fußabstieg über die Gessenwangalm zurück ins Tal.

Fazit

Der Alpinklettergarten am Hallergehrenjoch ist eine Mischung aus Sportklettern und Alpiner Kletterei. Dank die Auffahrt mit der Bergbahn und einem Zustieg von 30 Minuten lohnt sich ein Besuch. Und das Ambiente mit Blick auf den tiefer gelegenen Haldensee ist hier einmalig.

Schwierigkeiten

Es handelt sich meist um steile Wandkletterei im 5. bis 6. Grad. Mehr oder weniger lange Passagen im 7. Grad können auch A-Null geklettert werden. Dabei ist der 6. Schwierigkeitsgrad stets obligatorisch.

Topo

Absicherung

Sämtliche Routen sind perfekt mit Bohrhaken ausgestattet. An den Ständen befinden sich Ketten, die zum Abseilen geeignet sind.

Ausrüstung

70-Meter-Einfachseil, 12 Exen, Abseilausrüstung, Helm. Es sind keine Keile bzw. Friends erforderlich.

Ausgangspunkt

Grän im Tannheimer Tal. Der Parkplatz befindet sich an der Talstation der Bergbahn, die zum Füssener Jöchle hinaufführt.

Zustiege

a) Es empfiehlt sich die 700 Höhenmeter mit der Bahn zum Füssener Jöchle hinaufzufahren. Von hier hält man sich entlang der Beschilderung nach rechts Richtung Friedberger Klettersteig, der auf die Rote Flüh hinaufführt. Nach ca. 30 Minuten erreicht man das Hallergehrenjoch auf einer Höhe von 1851 Metern. Die Kletterrouten befinden sich unmittelbar rechts des Jochs.

b) Wer auf die Bahn verzichten möchte wählt den Weg über die Gessenwangalm. Man geht zu Fuß oder mit dem Bike zunächst ca. 1 Kilometer auf dem Schotterweg Richtung Füssener Jöchle. Vor einer markanten Brücke zweigt der Weg nach rechts ab. Über mehrere Serpentinen bzw. Abkürzungen erreicht man nach ca. 2 Kilometer die Gessenwangalm. Hier endet die Fahrstraße (Bikedopot). Ein Wanderweg führt weiter hinauf zum Halllergehrenjoch. Von der Talstation ca. 1,5 bis 2 Stunden.

Abstiege

a) Vom Hallergehrenjoch zurück zur Bahn. Ca. 30 Minuten.

b) Es empfiehlt sich, ein Ticket nur für die Bergfahrt zu wählen. Nach dem Klettern kann vom Hallergehrenjoch über einen schönen Wanderweg zurück zur Talstation abgestiegen werden. Ca. 1 bis 1,5 Stunden.

Bildgallerie

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