„Anche le donne vogliono arrampicare“ am Sass dela Vecia

„Anche le donne vogliono arrampicare“ am Sass dela Vecia

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Anche le donne vogliono arrampicare, was soviel heißt wie „Auch die Frauen wollen Klettern“. Wer hätte das gedacht. Auf einer Kletterseite fand ich den Kommentar einer Bloggerin: Eigentlich sollte man in diese Route gar nicht erst einsteigen. Und auch die Marion war nicht begeistert, als ich ihr aus dem Führer vorlas. Aber wer weiß, vielleicht hat der Erstbegeher Heinz Grill in einem ganz anderen Zusammenhang der Tour diesen Namen verliehen …

Wie dem auch sei, jedenfalls findet man in den Kletterführern „Hohe Wände bei Arco“ bzw. „Kunst und Klettern“ immer wieder Routen die begeistern. Es besteht ja in manchen Touren im Sarcatal oft die Befürchtung, das Seil mehrere Meter durch die Botanik ziehen zu dürfen. Aber nicht so in der „Anche le donne …“, die Linie am Sass dela Vecia führt durchwegs durch kompakte Felszonen.

Da gibt es steile plattige Wände, die an kleinen Rissen und Fingerlöchern elegant durchstiegen werden. Und immer wieder das Markenzeichen der Grill-Touren: glatten Mauern werden geschickt durch tropfloch-artige Quergänge umgangen. Überhänge müssen in athletischer, aber großgriffiger Kletterei überwunden werden. Herzstück ist eine herrliche Verschneidung, die richtig schön an der linken Begrenzungswand begangen wird. Es gibt aber auch Verschneidungen, die eine gute Klemmtechnik erfordern.

So steigt man ungehemmt durch die Schwachzonen der Wand und die Kletterei macht dabei richtig Spaß. Nur gelegentlich stellen sich etwas anstrengende Passagen in den Weg, die eine gute Tritt-Technik erfordern. Bei der guten Absicherung mit Bohrhaken und zahlreichen fixen Schlingen ist dies für geübte Kletterer jedoch alles kein Problem. Fazit: für mich ist die „Anche le donne …“ eine der schönsten und elegantesten leichteren Wege an der Coste dell‘ Anglone. Der Wiederholungsfaktor ist sehr groß …

Die Tour endet, wie im Sarcatal meist üblich, in einer bewaldeten Zone. Dabei kommt man beim Abstiegsweg Sentiero degli Scaloni über einen Mini- Klettersteig an einer weiteren Wand vorbei. Hier kann bei Bedarf die Route „Il Cuore d’oro“ angehängt werden. Ein weiteres, sehr schönes Grill-Produkt, das sich durch zahlreiche Dächer schlängelt …

Schwierigkeit

Überwiegend 5c bis 6a, gelegentlich leichter. Jeweils eine Passage 6a+ bzw. 6b. (5c+ obligatorisch

Absicherung

Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken bzw. Sanduhrschlingen eingerichtet. Es sind keine weiten Stürze zu erwarten. Lediglich die erste Seillänge im 4. Grad ist selbst abzusichern. Hier kann mit Schlingen gelegentlich an Bäumen gesichert werden.

Ausrüstung

Einfach- oder Doppelseil, 12 Exen, Schlingen

Ausgangangspunkt

Ceniga, ca. 5 km nördlich von Arco. Der Parkplatz befindet sich am Ortsbeginn auf der rechten Seite.

Zustieg

Man folgt der Beschilderung zur Ponte Romano. Hinter der Brücke nach rechts zum Agritourismo Masso Lizzone. Hier zweigt ein Weg nach links zum Sentiero degli Scaloni ab. Man folgt diesem über Serpentinen in den Wald hinein. Wenige Meter vor der Wand biegt nach links ein ausgetretener Pfad zum Sass dela Vecia ab. Man folgt dem Wandfuß ein gutes Stück bis der Einstieg der angeschriebenen Route erreicht wird.

Abstieg

Vom Ausstieg der Route wenige Meter aufsteigen. Man erreicht einen Pfad der nach rechts zum Sientiero degli Scaloni führt. Hier nach rechts über den Klettersteig absteigen und zurück zum Ausgangspunkt.

Webinfo

www.klettern-sarcatal.com

Topos

Kletterführer Hohe Wände bei Arco www.kletterfuehrer.net

Kletterführer Kunst und Klettern www.kletterfuehrer.net

Bildgallerie

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