Die Hühnerleiter im Wildental

Die Hühnerleiter im Wildental

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Das Wildental hat neben dem bekannten Mindelheimer Klettersteig und den klassischen Skitouren im Winter mittlerweile auch klettertechnisch einiges zu bieten. Oben am Schüsser, Angererkopf und Liechlkopf sind in den letzten Jahre einige hübsche Alpine Kletterrouten entstanden. Der Weg zu den Einstiegen zieht sich allerdings, unter 2 Stunden ist hier kaum etwas zu machen.

Doch da gibt es nun auch eine etwas gemütlichere Alternative, zumindest was den Zustieg betrifft: Bei einer Skitour ist mir im unteren Wildental rechts der Wasserfälle eine schluchtartige Wandflucht von ca. 150 m Höhe aufgefallen, in der ich im darauffolgenden Sommer eine Alpine Sportkletterroute einrichtete. Mit Benützung des Bikes reduziert sich der Zustieg nun auf eine knappe Stunde, um an die erste Kletterroute im Wildental zu gelangen. Die „Hühnerleiter“ ist DIE ideale Mehrseillängen-Nachmittags-Tour für Spätaufsteher oder bietet sich bei unsicherem Wetter an, wegen der unkomplizierten Rückzugsmöglichkeit.  Außerdem kann aufgrund der nordwestseiten Lage an heißen Sommertagen der Hitze entflohen werden.

Die Kletterei beginnt in einer schwach ausgeprägten Schlucht gemütlich über einen plattigen Rücken und einer Verschneidung mit anschließendem Überhang. Die unteren Standplätze befinden sich immer auf geräumigen Bändern. Im oberen Teil der Route ist dann steile, kompakte Wandkletterei angesagt, die schließlich nach 7 Seillängen beim Wandbuch endet.

Topo Huehnerleiter-001

Schwierigkeit

Im unteren Teil bis 5 – 6, danach Stellen im 7. Schwierigkeitsgrad (6 obligatorisch)

Absicherung

Perfekt mit Bohrhaken

Material

12 Exen, Helm, Abseilausrüstung. Keile und Friends erübrigen sich.

Zufahrt

Vom Klein-Walsertal (Österreich) bei Mittelberg links ab Richtung Baad. Nach ca. 500 m führt eine schmale Straße links ins Wildental. Nach ca. 1 km rechts ab über die Schwende-Straße zum bis zum Talschluss. Parkplatzgegühr 3 €, im Gasthof Moser zu entrichten.

Zustieg

Vom Parkplatz zu Fuß oder mit dem Bike über den Schotterweg mehr oder weniger flach ansteigend bis zur Materialseilbahn der Fiderepass-Hütte (Rote Kugel, Bikedepot). Von hier rechts ab über den Wanderweg Richtung Mindelheimer Hütte. Nach der 2. Brücke wenige Minuten weiter und anschließend weglos rechts ab über den Bach und entlang eines herabziehenden Geröllfelds hinauf zur Wand. Der Einstieg befindet sich bei einem schluchtartigen Kessel. Vom Parkplatz ca. 50 min.

Zustieg zur Hühnerleiter

Abstieg

Abseilen über die Route. Es können immer wieder Standplätze übersprungen werden. Siehe Topo. Wer mit dem Bike kommt, ist in ca. 25 min wieder zurück am Parkplatz.

 

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6 Gedanken zu “Die Hühnerleiter im Wildental

  1. Hallo Peter

    Alpine Sportkletter-Routen gibts doch im ganzen Alpenraum haufenweise. Nicht alles ist alpin eingerichtet. So kann sich auch über 2000 Meter Höhe eine gut abgesicherte Plaisir-Route befinden. Das bleibt immer dem Erstbegeher überlassen, wie er das macht.

    Zum Thema Hütten und Gründstückseigentümer: da könnte man gleich die Jäger fragen. Wenn man da nachfragt, dann bekommt man grundsätzlich eine Ablehnung. Unter der Hühnerleiter laufen täglich hunderte von Wanderer Richtung Mindelheimer Hütte. Da kommts auf die paar Kletterer auch nicht an …

  2. Zu dem Kommentar von Peter: in den Alpen herrscht alpiner Charakter, weil früher Normalhaken geschlagen wurden, was natürlich auf ein Minimum reduziert wurde. Die alten Haken wurden manchmal durch Bohrhaken ersetzt, was die geringe Anzahl an Bohrhaken in alten Routen erklärt. Daraus jetzt zu folgern, dass neue Routen genauso grauenhaft schlecht abgesichert werden müssen ist in etwa so sinnvoll wie zu sagen, dass Autos früher auch ohne Gurt waren und man doch bitte dabei bleiben sollte. Früher war eh alles besser…

    Zeiten ändern sich.

    Daher vielen Dank an den Erschließer!

  3. Ich find es super, dass es jemand gibt, der sich die Mühe macht und neue Routen bohrt, zumal es ja schon ein Akt ist, eine Mehrseillänge einzurichten. Ich bin die Touren am kleinen widderstein und die im Wildental von dir bereits gegangen.
    Meiner Meinung nach, sollte man sich bei der Erschließung neuer Routen an die im Gebiet gängige Absicherung orientieren. In den Alpen ist es üblich, einen “alpinen“ Charakter der Route mitzugeben. Anders als beispielsweise in Arco, wo Mehrseillängen im Stil einer Sportkletterroute eingebohrt wird.
    Die Hühnerleiter hat keinen alpinen Charakter und passt absolut nicht in das Kleinwalsertal. Eine Route im 7. Grad, braucht in einer 5er Stelle nicht alle 1.5m einen Haken. Auch die Abstände der Stände sind viel zu nah, da kommt kein schöner Kletterfluss auf. Die 7 Seillängen können locker auf 4 verkürzt werden, ohne eine schlechte Seilführung. Maximal die Hälfte der Bohrhaken wäre angemessen gewesen.
    Wie gesagt, ich finde es super, dass du Routen bohrst, aber bitte pass die Routen dem alpinen Charakter an, sonst machst du damit nur die schöne Felswand mit den vielen und teuren Bohrhaken kaputt…
    Manchmal ist weniger mehr…
    Es wäre vlt auch nicht schlecht, mit den Hütten und Grundstückbesitzern abzuklären, ob in die jeweilige Wand eine Route gebohrt werden darf. Hab schon ein paar meckern hören…

  4. Hi Pat, tolle Route für die heißen Tage zur Zeit – danke dafür!
    Zur Info: wer mit zwei 60m-Halbseilen unterwegs ist kann auch auf 2x abseilen. Von oben die ersten 4 SL gehen am Stück – zweiter Abseilstand dann am Stand zwischen der 5+ und 6+ Seillänge (geht dann über die letzten 3 SL von unten gesehen).. Man kommt dann ziemlich genau am ersten BH raus 🙂
    P.S. Auf keine Fall die Knoten am Seilende vergessen..

    Viele Grüße

  5. Hallo Mandy,

    danke für deine positive Antwort. Ja, in die Hühnerleiter musst du mal rein. Genau das Richtige für die heißen Tage zur Zeit. Wünsche dir dabei viel Spaß -:)

    LG, Pat

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