„Flugstunde“ am Hahnenkopf

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Wer den Kletter-Rummel in den klassischen Tannheimer Wänden meiden möchte, findet beim Füssener Jöchle einige etwas ruhigere Alternativen: allen voran die Sebenkopf-Südwand und der Klettergarten an der Läuferspitze. Einige Massive waren dagegen lange Zeit völlig unbeachtet. In jüngerer Zeit hat sich hier nun einiges getan, u. a. an der Nordwand des Hahnenkopfes. Mittlerweile gibt es dort 3 Routen, die für die Alpinen Sportkletterer interessant sind. Die Routen von links nach rechts:

Flugstunde (8)
Muggi (7)
Der schwarze Peter ist Trumpf (8-)

Nähere Infos zur Flugstunde

Nachdem wir die Route vollständig eingerichtet hatten, ließen uns beim ersten Anlauf einer freien Begehung einige unberechenbare Schuppen im Stich, somit war die „Flugstunde“ geboren.

Die Tour fängt relativ gemütlich an, doch nach der 2. Seillänge befindet man sich bald im steilsten und kompaktesten Bereich der Hahnenkopf Nordwand. Hier geht es nun zunehmend zur Sache: kleine Kanten und Leisten erfordern konzentriertes Klettern und man gewinnt nur zaghaft an Höhe, um sich durch die Schwachstellen der exponierten Wand zu tasten. Der Fels ist etwas gewöhnungsbedürftig, nicht immer ganz zuverlässig, doch dank der guten Absicherung im steilen Gelände ein potenzieller „Flug“ relativ ungefährlich.

In der Schlüssel-Passage wird das Gestein wieder kompakter, dafür gibt es nur noch kleine Fingerlöcher und „imaginäre“ Tritte an der glatten Wand, die einen freien Durchstieg erlauben. Für hartgesottene Sportkletterer ist dies sicher eine interessante Aufgabe … Danach führt ein luftiger, diagonaler Quergang auf ein schmales Band, dem Ende der Hauptschwierigkeiten. Die nun folgende Wandstufe leitet in schöner Kletterei zu einem etwas abenteuerlich anmutenden Überhang hinauf, der sich gut gesichert gefahrlos überwinden lässt. Die Wand legt sich nun deutlich zurück und führt über leichte Kletterei zu den Latschen hinauf.

Fazit: Die Flugstunde ist ein geeignetes Ziel für Kletterer, die sich im 7. bis 8. Grad wohlfühlen. Manche Stellen sind aktuell noch nicht ganz abgeklettert und verleihen der Linie einen etwas abenteuerlichen Charakter. Aufgrund der schattigen Lage bietet sich die Tour vor allem bei heißen Hochsommertagen an. Mit der Bahn zum Füssener Jöchle hinauf, ist die entlegene Nordwand des Hahnenkopfes relativ schnell und bequem erreichbar.

Schwierigkeit

Überwiegend 6 bis 7, eine Seillänge 8, 6+ obligatorisch

Absicherung

Die Route ist perfekt mit Bohrhaken abgesichert. Es sind keine Keile oder Friends erforderlich.

Ausrüstung

Einfach- oder Doppelseil, 15 Exen

Talort

Grän im Tannheimer Tal. Mit der Bahn bequem hinauf zum Füssener Jöchle.

Zustieg

Von der Bergstation nach rechts zum Panoramaweg, der entlang der Südseite des Hahnenkopfes zur Vilser Scharte führt. Man steigt von der Vilser Scharte über Serpentinen ca. 100 m hinab, um anschließend nach links den Wandfuß der Nordwand zu queren. Über Pfadspuren gelangt man später wieder leicht aufsteigend zu einer begrünten Morände mit Baum. Der Einstieg befindet sich kurz davor. Von der Bergstation ca. 1 Stunde.

Abstieg

Vom Ausstieg nach rechts durch die Latschengassen hinauf. Man gelangt zu einer freien Wiese und steigt über diese zum Panoramaweg ab. Hier nach rechts zurück zur Bergstation. Ca. 35 Minuten.

Topos

Kletterführer Allgäu incl. Tannheimer Tal www.panico.de

Bildgallerie

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