Die Galenstock-Überschreitung am Furkapass

Die Galenstock-Überschreitung am Furkapass

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Wer einmal Abwechslung in den monotonen Kletteralltag am Furkapass bringen möchte, dem sei die Galenstock-Überschreitung wärmstens empfohlen. Vorausgesetzt man hat Steigeisen und Pickel im Reisegepäck. Die Tour beinhaltet viele Varianten des Bergsteigerns: Überschreitung spaltenreicher Gletscher, Begehung eines Klettersteigs, genussreiche Gratkletterei, steile Firnschneiden, Abseilpisten und zuletzt der lange Abstieg durch ein steiles Schuttkar mit Blöcken und Gletscher-Rinnsalen.

Allein der Zustieg zur Sidelenhütte ist schon ein landschaftliches Erlebnis. Da laufen einem auf den Wiesen zunächst noch herrenlose Schafe über den Weg, später wird das Gelände zunehmend unübersichtlicher, blockiger und alpiner. Im Sommer sind hier die Strahler auf der Suche nach Quarzen und Bergkristallen unterwegs (falls es da noch etwas zu finden gibt?). Links des Wegs thront der Hannibal mit seiner aus der Ferne sichtbaren Gipfelbank.

Die Sidelenhütte zu Füßen des Galenstocks wirkt wie ein großer Staren-Nistkasten und bietet wenige Übernachtungsplätze, dafür aber stolze Preise. Über der Hütte gelangt man später in ein Gletscher-Labyrinth und der Anstieg gewinnt langsam an Spannung … Fazit: Eine superschöne, überschaubare Tagestour mit 1200 Höhenmetern in abwechslungsreichem alpinen Ambiente.

Anspruch

Sicheres Gehen mit Steigeisen und Pickel auf steilen Gletscher- bzw. Firnflanken
Felskletterei im 3. – 4. Schwierigkeitsgrad. Die nötigen Zwischenhaken sind vorhanden.
Abseiltechnik über mehrere Seillängen
Sicheres Gehen in weglosen steilen Block- und Schuttkaren
Höhenanpassung bzw. Kondition
Orientierungssinn

Material

Doppelseil, 8 Exen, Schlingen, Abseilausrüstung, Steigeisen, Pickel.

Ausgangspunkt

Ca. 2 km östlich des Furkapasses bei den Militärbaracken bzw. Hotel Furkablick.

Aufstieg

Vom Parkplatz (ca. 2350 m) folgt man dem Weg zur Sidelenhütte. Ab hier geht es über Wegspuren unter der Bielenhorn Westwand weiter bis man den Sidelengletscher betritt. Einigen Spalten ausweichend steigt man hoch bis unter die Obere Bielenlücke (große Gletscherzunge). Der Bergschrund kann je nach Schneelage und Jahreszeit heikel sein. Anschließend geht es über einen Klettersteig hoch in die Scharte. Von hier nach links über die Firnflanke bis zum Beginn des Südostgrates, der in leichter Kletterei (3 – 4) bestiegen wird. Man erreicht einen Absatz, das Ende der Felsklettei (Material-Depot). Über eine weitere steile Firnflanke gelangt man schließlich zum Gipfel des Galenstocks (3586 m).

Abstieg

Wieder zurück zum Depot und anschließend nach Westen über Schneereste, Blöcken und Geröll bis zu einem Steinmann, dem Beginn der Abseilpiste. Hier seilt mehrmals über die Südwand des Galengrates zu einem großen Schuttkar ab. Über alpines wegloses Gelände mit Schneeresten, Gletscherbächen und Blöcken gelangt man zurück zum Furkapass.

Bestes topo

Zeitbedarf

Furkapass – Sidelenhütte 1,5 Stunden.
Sidelenhütte – Klettersteig 1 Stunde
Klettersteig – Südostgrat 2 Stunden
Südostgrat – Gipfel 1 Stunde
Abstieg 3 Stunden
Insgesamt ca. 8 – 10 Stunden (mit Pausen)

Übernachtung

Campieren am Ausgangspunkt bei den Militäranlagen oder auf der Sidelenhütte (ca. 1,5 Stunden vom Furkapass).

 

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