„Il gatto e la volpe“ im Val Ferret

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Das östlich von Courmayeur gelegene Val Ferret lockt im Sommer zahlreiche, vor allem italienische hitzeflüchtige Touristen an. Und das nicht zu unrecht: auf einer Höhe von 1300 Metern ist die Luft etwas kühler, die Szenerie unter den Mont-Blanc-4000ern beeindruckend und das Tal mit seinem mäanderförmigen, schnell dahinfließenden Gletscherbach einmalig. So kommt es in den Ferienmonaten oft dazu, dass das Tal wegen Überfüllung für den Verkehr komplett gesperrt wird. Den Entritt gibt’s dann nur noch morgens und abends, mit dem Bus, oder wenn man auf dem Campingplatz bzw. sonst wo übernachtet.

Die Ausläufer des Mont-Blanc-Gebiets, der Kamm zwischen Dent du Géant und den Grand Jorasses, fallen beeindruckend steil nach Süden ab. Normalwege und sonstige Alpine Routen mit einem Höhenunterschied von 2700 Metern sind hier Programm. Erst kürzlich gelangen meinem Kletter-Kollegen Michael Rinn und Simon Richardson die Erstbegehung über den „Diamond Ridge“ auf die berühmte Grand Jorasses. 3 Tage waren sie unterwegs, um den vergletscherten Gipfel zu erreichen. Der Einstieg startet quasi vom Tal aus, vom Campingplatz „Grand Jorasses“ konnte ich die Linie gut nachvollziehen.

Mittlerweile wurden aber auch die talnahen Felswände mit Kletterrouten üppig erschlossen. Wenige Kilometer taleinwärts gibt es den „Pilastro Franco Salluard“ mit einige alten und neuen Linien. Am beliebtesten ist hier die „Il gatto e la volpe“, in der man nicht selten im Stau steht. Die Tour hat sich mittlerweile zum Neo-Klassiker etabliert. Etwa die Hälfte der Seillängen bietet schönen Genuss, der Rest ist technisch anspruchsvolle Plattenkletterei. Die 6a-Passagen sind relativ hart bewertet und zwingend zwischen den Haken zu bewältigen.

Die Tour gliedert sich insgesamt in 3 Abschnitte auf, die jeweils durch botanische Bänder von einander getrennt sind:

1. Drittel

Nach einer gemütlichen Einstiegslänge geht es gleich richtig zur Sache: eine steile Platte bietet kleingriffige Kletterei auf grobkörnigem Granit und man ist froh, den jeweils nächsten Haken zu erreichen. (5 Seillängen, maximal 6a+).

2. Drittel

Sehr schöne und humane Kletterei über eine exponierte Kante. (3 Seillängen, maximal 5b+).

3. Drittel

Die Headwall bietet wieder steile, anspruchsvolle Wandkletterei an kleinen Schuppen und Kanten. (3 Seillängen, maximal 6a+). Die Tour endet auf einem bewachsenen Band.

„Il Gatto e la volpe“ ist insgesamt eine sehr lohnende Unternehmung, wenn man den angegebenen Schwierigkeitsgrad souverän beherrscht. Und auch dann ist man eine Weile unterwegs um die 11 Seillängen zu bewältigen. Die Kletterroute gehört zum Pflichtprogramm im Val Ferret.

Schwierigkeiten insgesamt

Einige Längen im Bereich 5a bis 5c, gelegentlich 6a, maximal 6a+ (6a+ obligatorisch). Der angegebene Schwierigkeitsgrad ist eher streng bewertet und muss zwischen Haken zwingend geklettert werden.

Absicherung

Die Linie ist ausreichend mit Bohrhaken abgesichert. Keile und Friends können kaum gelegt werden.

Ausrüstung

60-Meter-Doppelseil, 14 Exen, Abseilausrüstung

Ausgangspunkt

Man folgt der Straße durch’s Val Ferret taleinwärts. Kurz vor der kleinen Siedlung „Lavachey“ befindet sich ein Parkplatz.

Zustieg

Vom Parkplatz linkshaltend entlang des Feldwegs in Richtung eines Chalets. Kurz davor befindet sich auf der linken Seite ein großer Felsblock. Hier zweigt man links ab und folgt einem ausgetretenen Pfad durch den Wald. Man trifft auf ein im Sommer trockenes Bachbett, weiter oben ein Altschneefeld und steigt links davon zur Wand hinauf. Der Einstieg befindet sich links bei einer botanischen Verschneidung. Der Name ist schwach angeschrieben. Vom Parkplatz ca. 40 Minuten.

Abstieg

Abseilen über die Route. Es können diverse Stände übersprungen werden

Topo

Kletterführer Schweiz Plaisir, Band 2 www.kletterfuehrer.net

Webinfo

www.camptocamp.org

Bildgallerie

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