Klettergarten Haldenstein

Klettergarten Haldenstein

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Der Haldensteiner Steinbruch, wenige Kilometer nördlich von Chur, gilt als der älteste Klettergarten Graubündens und zieht seitdem Kletterer aus Nah und Fern an. Vor allem auf der Durchreise Richtung Süden lohnt sich ein Zwischenstopp, da strategisch günstig an der Autobahn gelegen. Keine Angst, dazwischen liegt der Rhein, der Verkehr ist kaum wahrzunehmen. Störender ist der starke Föhn, der hier gelegentlich durchs Tal pfeift.

Die erste Mehrseillängen-Route stammt von Othmar Stieger und stattete sie vor langer Zeit mit Eisenmaterial der Schweizer Bundesbahn aus. Die „Isabahn-Schina“ entwickelte sich zum ersten großen Klassiker der Wand, allerdings bietet die Tour mittlerweile den speckigsten Riss der Gegend. Im linken Wandbereich stieg der amerikanische Kletterpionier Henry Barber 1978 erstmals frei durch die anspruchsvolle „Plattenwand“. Diese erste Rotpunkt-Begehung wird heute in der Kletterszene als die Geburtsstunde des Freikletterns in der Schweiz bezeichnet.

Seit über 50 Jahren erfreut sich die Kletteranlage mit mittlerweile über 60 verschiedenen Routen einer großen Beliebtheit. Neben den Sportklettertouren bieten die bis zu 100 Meter hohen Wandbereiche auch einige Mehrseillängen-Routen. Da kommt durchaus Alpines Feeling auf, obwohl direkt über dem nahegelegenen Rhein gelegen. Das schiefrige Gestein wirkt zuweilen glatt, bietet aber auch genügend mehr oder weniger große Aufleger, Kanten und Risse. Die meisten Routen sind seit 2012 vorbildlich saniert und mit Namenschildern versehen.

Nicht nur der angenehme Zugang und die vielen leichten Klettermöglichkeiten, auch die familienfreundliche Umgebung machen diese Felsen zum bliebten Ausflugsziel. Bei sommerlicher Hitze oder starkem Föhn ist das Klettern nicht zu empfehlen, dafür kann an sonnigen Tagen auch im Winter geklettert werden.

Der Klettergarten kann in 3 Sektoren eingeteilt werden:

  • Ganz rechts kurze Anfängerrouten vom 3. bis zum 5. Grad. Das Toprope kann von oben eingehängt werden.
  • Der mittlere Bereich ist teilweise abgespeckt und bietet bis 3 Seillängen lange Plattenrouten vom 5. bis zum 7. Grad.
  • Die schönsten und zugleich die längeren Klettereien wie z. B. die „Via Rätia“, befinden sich im linken Wandbereich.

Via Rätia

Sehr schöne und zugleich abwechslungsreiche 5-Seillängen-Tour an der rechten Seite des linken Wandbereichs. Die Route ist mit Bohrhaken gut gesichert, dennoch ist 6a obligatorisch. Am Ende gelangt man auf eine flache sonnige Wiese, die zum Verweilen einlädt. Abseilen über die Route oder über einen ausgetretenen Pfad zurück zum Parkplatz bzw. Ausgangspunkt. Material: Einfach- oder Doppelseil, 10 Exen, Helm, evtl. Abseilausrüstung.

  1. Seillänge: Strukturierter Pfeiler mit anstrengender Crux vor dem Stand (6a)
  2. Seillänge: Lässige Kletterei in einer Rechts- Linksschlaufe (5b)
  3. Seillänge: Schlüsselstelle an anstrengendem Überhang, gut gesichert (6b)
  4. Seillänge: Hübsche, angenehme Verschneidungskletterei (5a)
  5. Seillänge: Typische Plattenlänge mit gelegentlichen Runouts (6a)

Zugang

Autobahn A13, Abfahrt Chur-Nord, weiter Richtung Haldenstein. Entlang der linken Rhein-Seite in ca. 1 Kilometer zum gebührenpflichtigen Parkplatz. Über einen flachen Schotterweg gelangt man nach links in wenigen Minuten nach zu den Einstiegen.

Literatur

Kletterführer Graubünden vom Schweizer Alpin Club
http://www.sac-cas.ch

Kletterführer Schweiz Plaisir Ost, www.filidor.ch

Webinfo
https://chur.graubuenden.ch

 

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