Klettern am Hochwiesler-Ostsporn

Klettern am Hochwiesler-Ostsporn

4.5
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Auf den ersten Blick wirkt der Hochwiesler-Ostsporn im Vergleich zu den großen Tannheimer Wänden relativ unscheinbar. Zudem tragen gelbe, brüchig anmutende Zonen mit eingestreuten Latschen sicher nicht zum Klettern ein. Dennoch ist es mir gelungen dem Massiv drei Routen zu verpassen, die einen Besuch lohnen.

In der unüberschaubaren Wand gibt es auch kompakte Felsbereiche, die ich geschickt zu einer Linie aneinander reihte. Somit sind hier einige sehr schöne Seillängen entstanden, wo das Klettern richtig Spaß macht. Der große Vorteil ist dazu die Nähe zum Gimpelhaus mit einer Zustiegszeit von ca. 20 Minuten. Außerdem sind die Routen so kurz, dass auch bei unsicherem Wetter eingestiegen werden kann. Ein eventueller Rückzug ist bei einer Wandhöhe von vielleicht 100 Metern relativ problemlos machbar.

Die Wand ist ostseitig ausgerichtet und erhält morgens die ersten Sonnenstahlen der Tannheimer Kletterwege. Ein Argument, um früh aufzustehen und am gleichen Tag noch eine zweite Route am Gimpel-Vorbau oder an der Zwerchwand anzuhängen. Wer den Fußabstieg über einen schmalen Grat wählt, kann sich auch am Klettergarten „Thomas-Wändle“ bei ca. 20 Sportkletterrouten im Schwierigkeitsgrad 3 bis 8 weiter vergnügen. Wegen der nordseitigen Schattenlage ist es hier an heißen Tagen sehr angenehm zum Klettern.

Schwierigkeiten

Hüttengrat

Hübsche Gratkletterei, die im oberen Teil entlang der markanten Kante führt. Bestens geeignet für alpine Neulinge mit Klettergartenerfahrung, um sich an den ersten Vorstieg im Gebirge zu wagen. Gleiches gilt auch für die Abseilpiste wegen ihres relativ flachen Charakters. Die Route kann bei Schlechtwetter rasch durch Abseilen nach links in die Schlucht abgebrochen werden. Schwierigkeit: überwiegend 3 bis 4, gelegentlich leichter.

S’Bienchen

Im unteren Teil steile Wandkletterei, danach wird’s etwas flacher, die Griffe größer und zum Abschluss folgt eine delikate Platte. Die Route mündet auf den schmalen Hüttengrat und kann auf diesem fortgesetzt werden, um zur Abseilpiste zu gelangen. Schwierigkeit: überwiegend 5 bis 6, eine Passage 6+. (6 obligatorisch)

Hirschbrunft

Im unteren Teil schrofige Passagen, nach oben hin wird die Kletterei immer besser. Die letzten beiden Seillängen sind sehr schön, aber auch fordernd. Schwierigkeit: überwiegend 5 bis 6, maximal 7-. (6 obligatorisch)

Absicherung

Sämtliche Routen sind perfekt mit Bohrhaken abgesichert. Es werden keine zusätzlichen Sicherungsgeräte wie Keile oder Friends benötigt.

Ausrüstung

60-Meter-Doppelseil, 10 Exen, Abseilausrüstung

Zustieg

Vom Gimpelhaus Richtung Gimpel, Rote Flüh, Zwerchwand usw. Nach ca. 10 Minuten zweigt bei einer Lichtung ein schwacher Pfad nach links über den Wiesenhang unter die Wand des Hochwiesler-Ostsporns ab. Vom Gimpelhaus ca. 20 Minuten.

Abstieg über die Abseilpiste

Vom letzten Stand wenige Meter weiter zu einem Fixseil, das nach links zur Abseilpiste führt. Von hier 3mal durch eine schuttige Rinne zum Ausgangspunkt abseilen. Die Abseilstellen befinden sich bei großen roten Punkten.

Abstieg über das Gipfelplateau

Es kann auch auf dem schmalen Grat zum Gipfel des Hochwiesler-Ostsporns unschwierig weiter gestiegen werden. Von hier nach rechts über einen Pfad entlang des Klettergartens Thomas-Wändle absteigen. Man gelangt ins Gimpelkar, wo sich weitere Kletterziele wie der Gimpel-Vorbau oder die Zwerchwand befinden. Ca. 20 Minuten.

Talort

Nesselwängle im Tannheimer Tal. Der Parkplatz befindet sich am westlichen Ortsrand.

Stützpunkt

Gimpelhaus. In ca. 1,5 Stunden vom Parkplatz aus erreichbar. www.gimpelhaus.at

Bücher

Kletterführer Allgäu & incl. Tannheimer Tal www.panico.de

Kletterführer „Klettern in den Tannheimer Bergen“. Neue Plaisirtouren und Alpine Sportkletterziele. Hier erhältlich, siehe Menüpunkt „Kletterführer“.

Bildgallerie

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