Klettern an der Bire

Klettern an der Bire

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Kandersteg ist im Winter das Mekka der extremen Eiskletterer, im Sommer Ziel vieler Touristen am Oeschinensee, einem der fotogensten Bergseen der Alpen. Das Doldenhorn (3643 m) liegt zum Greifen nahe und kann direkt vom Campingplatz aus bestiegen werden. Und für die Biker unter uns bieten sich unzählige Trails in den weitläufigen Seitentälern rund um Kandersteg an.

Neben den bekannten Klettergebieten Ueschenen und Gällihorn gibt es hier auch die Bire (Birne), dem Hausberg von Kandersteg. „Die Südost-Flanke ist zum Klassiker avanciert und gehört ins Palmares jeden ambitionierten Alpin-Plaisirkletterers“ heißt es im Kletterführer Schweiz-Plaisir-West. Der Campingplatz-Besitzer meinte, dies sei früher immer die Katertour der Kneipenhocker gewesen. Was uns betrifft: wir stellten uns auf eine gängige Plaisirtour ein, die sich jedoch als eine lange abwechslungsreiche alpine Unternehmung entpuppte.

Es ist ratsam, mit dem Bike bis zur Bergstation unterhalb der Bire hochzufahren, um auf dem Rückweg bequemer zurück ins Tal zu gelangen. Für schnelle Seilschaften dürfte das Zeitfenster während der Bahn-Betriebszeit jedoch ausreichen. Der anschließende Fußweg von der Bergstation durch den Wald ist sehr verwachsen und gelegentlich schwer zu finden. Schließlich gelangt man auf ein Schuttkar und am Wandfuß über eine brüchige Querung nach links zum Einstieg links der ersten Pfeilerkante.

Die Kletterei ist nicht sonderlich schwer, ordentlich gesichert, dafür alpin angehaucht. Die Route wird von mehreren Gehpassagen über grasige Bänder unterbrochen bis man wieder an den nächsten Aufschwung gelangt. Und das zieht sich, was aus dem Topo nur schwer zu entnehmen ist. Vom Tal aus sieht man lediglich die untere Pfeilerkante, nach oben hin legt sich der Berg nach hinten zurück. Der letzte Grataufschwung beginnt mit einer Steilstufe und einem eleganten Linksquergang. Schließlich gelangt man weiter oben an den langgezogenen Gipfelgrat, der in ausgesetzter Kletterei auf den höchsten Punkt führt. Von hier aus bietet sich ein phantastischer Blick auf die Berner 3000er wie Balmhorn, Doldenhorn usw.

Der Abstieg: Man steigt zunächst über steile Grasflanken hinab, anschließend weglos über schiefrige Hänge, die gelegentlich drahtseilversichert sind. Was die Orientierung betrifft alles sehr alpin und unübersichtlich.

Fazit: 13 Seillängen Felskletterei + Gehpassagen + Abstieg ergeben ein tagesfüllendes Programm im alpinen Ambiente. Und zum Schluss bietet sich die Möglichkeit ein erfrischendes Bad samt Eis am nahegelegen Oeschinensee zu nehmen. Nur gut, dass wir das Bike für den Rückweg ins Tal mit dabei hatten …

Schwierigkeit

Max. 5c, meist 4b bis 5a

Absicherung

Die Route ist an den wichtigsten Stellen mit Bohrhaken abgesichert. Mit Friends kann optimiert werden.

Material

Doppelseil, 10 Exen, Schlingen, evtl. Friends

Talort

Kandersteg auf der Nordseite des Lötschbergtunnels

Zustieg

Von Kandersteg mit der Bahn oder dem Bike hinauf zur Bergstation Oeschinensee. Bei einem nahegelegenen Schuppen ist ein Schild mit der Aufschrift „Kletterrouten Bire“ angebebracht. Von hier geht es über einen schwach ausgeprägten Pfad durch den Wald, an der Sommer-Rodelbahn vorbei, hinauf bis zum Schuttkar unter der Wand. Nun ca. 100 m weglos nach links bis zum ersten Pfeiler des Wandbereichs. Der Einstieg befindet sich etwas links überhalb der Pfeilerkante. Vom Tal ca. 2 Stunden, von der Bergstation ca. 1 Stunde.

Abstieg

Vom Gipfel entlang des Grats bis zu einer Senke. Von hier über einen Pfad (Normalweg) steil rechts hinab und anschließend nach links horizontal entlang der grasigen Hänge. Nach ca. 30 Minuten führt der Weg steil nach rechts hinab zum schiefrigen Wandfuß der Bire. Nun immer rechts haltend, gelegentlich mit Drahtseilen versichert, dann wieder absteigend und wieder nach rechts zurück Richtung Bergstation. Zur Bergstation ca. 1,5 Stunden.

Übernachtung

Neben zahlreichen Hotels und Penionen bietet sich der Campingplatz bei Kandersteg an. Die Tour kann von hier aus gestartet werden.

Topo

Schweiz Plaisir West, Filidor Verlag

 

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