Klettern an der Burschlwand

Klettern an der Burschlwand

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Klettern an der Burschlwand

Die Burschlwand zählt mittlerweile zu den beliebtesten Kletterzielen in der Umgebung von Landeck und Zams. Die südliche Ausrichtung der Wand, der kurze Zustieg, eine klettergartenähnliche Absicherung und der meist moderate Schwierigkeitsgrad tragen zur Popularität bei. Alle Routen wurden von oben eingerichtet und sind dementsprechend gut mit Bohrhaken ausgestattet. Die ganze Wand ist mit knapp 30 Routen bis zu jeweils 8 Seillängen zugepflastert und gelegentlich stellt sich am Standplatz die Frage, wo es hier eigentlich weiter geht. Aber kein Problem, mit einem guten Topo und ein wenig Spürsinn findet man sich immer wieder gut zurecht.

Durch die häufigen Begehungen ist der Fels sauber abgeklettert, und in den meisten Routen noch wenig abgespeckt. Steile Wandkletterei in typisch schwarz gefärbten Inntal-Kalk mit unzähligen Kanten und Auflegern charakterisieren die Touren. Am Ende gelangt man auf einen botanischen Absatz, wo der legendäre Europäische Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran vorbeiführt. Dies ist auch der Abstieg zurück ins Tal.

Wer sich mit bis zu 8 Seillängen noch nicht zufrieden gibt (der weite Weg über den Fernpass soll sich schließlich lohnen), kann über die zu Unrecht wenig begangene darüberliegende Hasliwand weiterklettern. Weitere 15 Minuten führen über einen Pfad zu der steilen Plattenflucht, die mit ca. 10 Routen bis zu jeweils 8 Seillängen gespickt ist. Die genaue Anzahl lässt sich für den Besucher allerdings schwer nachvollziehen, denn hier scheint der Bohrteufel zugeschlagen zu haben: Haken soweit das Auge reicht, der kurze Zustieg verleitet wohl zur Erstbegehungseuphorie. In einer Linie haben wir Bohrhakenabstände von einem Meter entdeckt, das ideale Vorstiegsprgramm für Anfänger in Sachen Mehrseillängen-Klettern …

Wie dem auch sei, ein aktuelles Topo für die neueren Linien gibt es derzeit noch nicht, alles halb so schlimm, dann einfach einsteigen wo’s gefällt. Die Kletterei ist trotz der Routendichte allerdings durchwegs schön, im 6. – 7. Grad.  Der teilweise ziemlich glatte, graue Plattenkalk und etwas weitere Hakenabstände sorgen gelegentlich durchaus für Spannung. Am Ende der Routen ist Abseilen angesagt, um zurück zum Abstiegsweg über den E5 zu gelangen.

Nachdem die Routen an der Burschlwand für den geübten Kletterer eher ein Halbtagesziel bedeuten, ist die Zugabe an der Hasliwand unbedingt anzuraten. Ein ebenso kurzer Zustieg, tolle Kletterei, ein üppiges Routenangebot mit angemessener Absicherung sorgen für ein tagesfüllendes Programm mit bis zu 16 Seillängen.

Wenn’s im Allgäu blitzt und donnert, scheint in der Gegend oft noch die Sonne. Geschützt durch die hohen Bergketten weist das obere Inntal ein typisch inneralpines Talklima auf. Es gibt weniger Niederschläge als in den umliegenden Regionen, viel Sonne im Winter, wenig Nebel und Wind. Westlich und nördlich von Landeck erfolgt ein abrupter Übergang zu den niederschlagsreichen Staulagen des Arlberggebietes und der Lechtaler Alpen. So geschieht es öfters, dass wir die Flucht vom regnerischen Allgäu über den Fernpass ins sonnige obere Inntal ergreifen. Das leicht erreichbare Kletterrevier bietet sich außerdem nach einem frühen Wintereinbruch, wenn in den Bergen bereits der erste Schnee liegt,  oder im Frühjahr nach einer Skitour bestens an. Aufgrund der südseitigen Lage kann es im Sommer in der Wand sehr warm werden.

Absicherung

Sämtliche Routen sind perfekt mit Bohrhaken sportklettermäßig abgesichert, an der Hasliwand sind die Hakenabstände etwas weiter. Überall perfekte Ständen mit Ketten, die zum Abseilen geeignet sind. An der Burschlwand ist jedoch der Fußabstieg über den E5 wegen nachfolgenden Seilschaften anzuraten.

Material

Aufgrund der üppigen Absicherung und teilweise etwas längeren Seillängen werden bis zu 15 Exen benötigt. Für die Hasliwand sollte ein Abseilgerät mitgeführt werden.

Zugang

Von Norden kommend über den Fernpass nach Imst und weiter Richtung Landeck. Bei Zams fährt man vor der Innbrücke rechts ab und die schmale Straße ein paar hundert Meter weiter bis zum Burschlweg, der direkt unter die gut sichtbare Wand führt. Der Parkplatz befindet sich bei einer Kapelle mit Brunnen.

Von hier aus geht es entlang des Europäischen Fernwanderwegs E5 über eine Holzbrücke bzw. die überdachte Autobahn. Auf einem Schotterweg ca. 150 Meter nach rechts, anschließend über steile Geröll-Pfade nach links hinauf zu den Einstiegen. Sämtliche Routennamen sind angeschrieben.

Topos

Am Parkplatz befindet sich eine Schautafel mit den ganzen Routen

Kletterführer Lechtaler Alpen, Panico-Verlag

http://www.climbers-paradise.com

http://www.steinseehuette.at/burschlwand/burschlwand.html

Lageplan Burschl- und Hasliwand

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Die Routen an der Burschlwand

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Die Routen an der Hasliwand

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Routenbeispiel an der Burschlwand

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Routenbeispiel an der Hasliwand

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2 Gedanken zu “Klettern an der Burschlwand

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