Klettern an der Martinswand

Klettern an der Martinswand

Der legendäre Matthias Auckenthaler war wohl einer der ersten, der bereits 1939 einen kletterbaren Weg durch die mächtige Martinswand fand. Die markante Riss- und Verschneidungslinie ist heutzutage üppig saniert und zählt immer noch zu den großen Klassikern an der Wand. 1963 folgte die erste Begehung des Ostrisses, der bis heute ebenfalls sehr beliebt ist.

Seit den 80er Jahren wurden schließlich zahlreiche Bohrhakenlinien dazu erschlossen. Das begehrte Ziel war die teilweise versinterte, hellbraune Fels-Zone im rechten oberen Wandbereich. Mit den Routen „Tiramisu, Tschi-Tschi, Gsi or not to be usw.“ hielt schließlich das Alpine Sportklettern bis zum 9. Grad den Einzug an der Martinswand. Gleichzeitig entstanden einige Klettergärten, allen voran das „Dschungelbuch“ bis hin zu einigen anfängertauglichen Vorstiegs-Parcours.

Meine erste Begegnung mit der Martinswand vor etlichen Jahren, waren die „Tiroler Fischzuchtplatten“. Die Tour folgt den plattigen Zonen rechts des „Kaiser-Max-Klettersteigs“ und zählt mit 9 Seillängen bis zum unteren 7. Schwierigkeitsgrad zu den Neo-Klassikern am Massiv. Der erste Anstieg mit „Plaisir-Charakter“ war schließlich Vorbild einer neuen Erschließungswelle seit der Jahrtausendwende. Im äußersten rechten Wandbereich folgten die Erstbegeher den kompaktesten Fels-Zonen und entfernten die störende Botanik aus den Löchern und Rissen. Routen wie „Flying Gras, Ruccola, Beam me up Scotty, Aprilscherz, Bronchitis usw.“ locken seitdem zahlreiche Kletterer an und nicht selten steht man hier im Stau.

Dieser Sektor ist mittlerweile die erste Anlaufstelle für Mehrseillängen-Routen an der Martinswand. Er bietet einige Anstiege mit bis zu 6 Seillängen im Schwierigkeitsgrad 5. bis 6. Die Absicherung ist stets human, sodass sich auch weniger Geübte an den Vorstieg wagen können. Die kurzen Zustiege tragen sicher zur Beliebtheit bei und es kann auch mal bei unsicherem Wetter eingestiegen bzw. wieder über die Tour abgeseilt werden.

Dabei bietet die Kombination von „Kaiser Max Gamsrevier und Maxl’s Krone“ feinste Plaisir-Kletterei über eine Strecke von 12 Seillängen (eine Abstiegslänge zählt auch dazu). Während im „Gamsrevier“ hauptsächlich löchrige Plattenkletterei angesagt ist, steilt sich die Wand in der „Krone“ deutlich auf und bietet an einem markanten Pfeiler teilweise luftige Kletterpassagen. Die Tour endet schließlich auf einem Absatz unter einer steilen Wand. Hier möchte man am liebsten noch weiter klettern! Warum wird da eigentlich nicht noch eine Seillänge dazugebohrt, um die obere Gratkante zu erreichen?

Beide Routen sind durch ein Band getrennt, und man steigt ca. 80 Meter unschwierig diagonal nach links hinauf, um den Einstieg von Maxl’s Krone zu erreichen. Falls der Andrang hier zu groß ist, bietet sich der Weiterweg über den Ostriss, wenige Meter links davon an. Die Tour führt durch eine markante Verschneidung, ist ähnlich schwer, aber nicht ganz so gut gesichert. Wer die Unternehmung nach dem „Gamsrevier“ abbrechen möchte, kann über ein Band nach rechts zum Abstiegsweg hinausqueren.

Aufgrund des milden Inntal-Klimas kann an der Martinswand fast das ganze Jahr über geklettert werden. Das Gebiet eignet sich wegen der zahlreich vorhandenen Routen auch für einen längeren Aufenthalt bzw. auf der Durchreise in den Süden Richtung Brenner an.

Schwierigkeit

Kaiser Max Gamsrevier: Meist 5 bis 6, maximal 7-, 6 obligatorisch
Maxl’s Krone: Meist 5 bis 6, maximal 7-, 6 obligatorisch

Absicherung

Beide Routen sind perfekt mit Bohrhaken eingerichtet. Die Hakenabstände betragen meist 3 bis 4 Meter. Im „Gamsrevier“ kann an Kettenständen auch wieder über die Route abgeseilt werden.

Material

50-Meter-Einfach oder Doppelseil, 12 Exen, evtl. Schlingen zum Verlängern. Es sind keine Keile bzw. Friends erforderlich.

Ausgangspunkt

Parkplatz P1 am östlichen Ende der Martinswand Richtung Innsbruck

Zustieg

Vom Parkplatz in den Wald und geradeaus weiter. Später nach rechts ansteigend bis zum Schild „Martinswand Vorbau Routen“. Hier nach links zum Wandfuß. Man quert den Wandfuß nach links bis zum Einstieg „Kaiser Max Gamsrevier“. Vom Parkplatz ca. 15 Minuten.

Abstieg

Der Abstieg vom letzten Stand erfolgt nach rechts, ist etwas untypisch und verlangt nochmals konzentriertes Klettern. Man steigt entlang einer abschüssigen Flanke (Sicherungshaken) im 2. bis 3. Schwierigkeitsgrad ab, bis man bald darauf horizontal in den Wald gelangt. Von hier unschwierig über einen ausgetretenen Pfad zurück zum Ausgangspunkt. Vom Ende der Tour ca. 30 Minuten.

Webinfo

www.bergsteigen.com

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Bildgallerie

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