Klettern an der Speicherwand

Klettern an der Speicherwand

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„Freunde alpiner Einsamkeit werden hier voll auf ihre Kosten kommen“, ist im Kletterführer Allgäu nachzulesen. Ganz so ruhig wie früher, geht es hier allerdings nicht mehr zu. Durch den einst unüberschaubaren Bergwald führt mittlerweile ein ausgetretener Fußpfad, der von häufigen Begehungen zeugt. Dennoch ist die „Speicherwand“ einer der verstecktesten Kletterberge fernab des Mainstreams im Tannheimer Tal. Mit einer Zustiegszeit von 1,5 Stunden ist zu rechnen …

Klaus Tröber aus Grän richtete an seinem Hausberg 6 Mehrseillängen-Routen ein, die auf den Vorgipfel (Speicherwand) des Seichenkopfes führen. Die Felsqualität ist durchwegs kompakt und gelegentlich auch wasserzerfressen. Nach oben hin legt sich das 150 Meter hohe Massiv etwas zurück und die Schwierigkeiten werden geringer. Da die Wand gegen Nordwesten ausgerichtet ist, spendet sie an heißen Hochsommer-Tagen angenehmen Schatten. Aufgrund der Kürze kann über den Westgrat abgeseilt und im Anschluss eine weitere Route geklettert werden.

Sämtliche Klettertouren enden auf dem Gipfel der Speicherwand (Kreuz). Der Weiterweg auf den Seichenkopf (ca. 80 Höhenmeter bzw. 15 Minuten) führt teilweise umständlich über Schrofen- und Latschengelände. Der Abstieg über den Normalweg ist langwierig und teilweise unübersichtlich. Deshalb empfiehlt es sich, am Ende der Routen generell über den Westgrat zum Wandfuß abzuseilen. Der Rückweg zum Parkplatz ist von hier aus wesentlich angenehmer …

Routenangebot

Stein der Weisen                      6+

Schrofenpoker                          7+

Bernhard-Müller-Ged.-Weg      6+

Henneleitr                                  6

Um und Auf                               6-

Westkante                                 4+

Bernhard-Müller-Gedächtnis-Weg

Die vielleicht meistbegangene Route am Massiv. Sie bietet schöne Klettermeter über steile Wandstufen, kurzen Verschneidungen und plattige Passagen. Trotz Bohrhaken-Absicherung ist mit zwingenden Passagen und Runouts zu rechnen. Der angegebene Schwierigkeitsgrad sollte beherrscht werden. Im oberen Teil treffen mehrere Routen aufeinander, was die Orientierung erschwert. Die Standplätze benachbarter Routen können hier mit verwendet werden und es kann beliebig weiter gestiegen werden. Die Routen-Namen sind am Wandfuß angeschrieben.

Schwierigkeit

Maximal 6+, meist 5 bis 6, nach oben hin leichter werdend. 6+ obligatorisch

Absicherung

Laut Kletterführer E1 (sportkletterähnliche Absicherung mit geringen Bohrhaken-Abständen). Realistisch betrachtet ist eine gute Vorstiegsmoral von Vorteil, da die Haken-Abstände im leichteren Gelände etwas weiter entfernt sind. Mit mobilen Sicherungs-Geräten kann gelegentlich optimiert werden.

Material

60-Meter-Doppelseil, 12 Exen, Abseilausrüstung, evtl. Keile und Friends zur zusätzlichen Absicherung.

Ausgangspunkt

Grän im Tannheimer Tal. Der Parkplatz befindet sich am nördlichen Ortsausgang Richtung Pfronten bei Lumberg auf der rechten Straßenseite.

Zustieg

Man folgt dem Weg zur Bad Kissinger Hütte. Später zweigt man nach rechts Richtung Seebenalpe bzw. Füssener Jöchle ab. Vor einer Brücke, die nach links über den Bach führt, folgt man nach rechts den Pfadspuren. Steinmänner weisen den Weg durch den Bergwald zum Einstieg. Vom Parkplatz ca. 1,5 Stunden.

Abstieg

Vom Gipfel der Speicherwand nach links über den eingerichteten Westgrat zweimal abseilen.

Topos

Kletterführer „Allgäu incl. Tannheimer Tal“, https://www.panico.de

 

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