Klettern an der Waidringer Steinplatte

Klettern an der Waidringer Steinplatte

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Wer vom Wilden Kaiser weiter Richtung Berchtesgaden fährt, wird gleich vom nächsten Kletter-Dorado in den Bann gezogen. Überhalb der Ortschaft Waidring thront die Steinplatte mit ihrer bis zu 200 Meter steil abfallenden Südwand,  und dies ist erst der Beginn einer endlos langen Bastion. Die 10-kilometerlange Felsmauer, zieht sich über die Sektoren Wiesloch, Brantl, Wemeteigen und schließlich den Urlköpfen bis hin zur Loferer Alm. Man könnte in der Gegend einen ganzen Kletter-Urlaub verbraten … Kein geringerer als Alexander Huber hat hier mit einigen Harakiri-Routen seine Spuren hinterlassen: Aalglatte Wände, riesige Dächer im 10. Grad, weite Runouts inclusive und des Ganze an wenigen Bohrhaken gesichert. Die Wiederholer lassen auf sich warten …

Doch bleiben wir bei der Waidringer Steinplatte. Über eine Mautstraße gewinnt man sehr schnell an Höhe und erreicht vom Parkplatz zu Fuß nach einer guten halben Stunde bereits die ersten Felsen. Der „Gamssteig“ führt entlang des Wandfußes an den ersten Sportkletter-Sektoren vorbei und man gelangt schließlich zu den Einstiegen der Mehrseillängen-Routen. Es geht bei den meisten Linien für den „Normalo“ gleich von Beginn an richtig zur Sache und der Führer verrät: unter dem 7. Grad ist hier wenig zu machen, dafür verdienen einige Seillängen das Prädikat „einzigartig in weiter Umgebung“. Aber dahin muss man erst mal kommen … Die Steinplatte verdankt seine Felsqualität dem einzigen Trockenriff Europas und ist am ganzen Massiv karstig, bzw. plattig bis gut strukturiert.

Die alten Klassiker durch Risse und Verschneidungen im 5. bis 6. Grad sind oft sanft saniert und können mit Keilen und Friends zusätzlich abgesichert werden. Mittlerweile überwiegen jedoch die modernen Bohrhakenlinien im 7. und 8. Grad mit zwingenden Kletterpassagen. Geschenkt wird einem hier nichts. Etwas einfacher und deshalb auch häufig begangen sind die „Wallfahrt, Ironmaus und Blindschleich“ im zentralen Wandbereich. Die Hakenabstände sind wie üblich etwas weiter, was den Routen einen sportlichen Charakter verleiht. Wie z. B. die gemeine Schlüsselstelle am „Spieß“ in der Ironmaus (könnt ihr Locals den Haken dort nicht mal höher setzen?). Doch keine Angst, im rechten Wandteil gibt es auch ein humaneres Routenangebot: Der Sektor Akkupfeiler bietet mit „Seil Frei, Akkukombi, Pfeilermix usw.“ schöne Klettermeter in den mittleren Schwierigkeitsgraden …

Neben den vielen Mehrseillängen- und über 100 Sportkletter-Routen bietet die Steinplatte auch den steilen und ausgesetzten Klettersteig „Schuasta Gangl“. Beim Abstieg gelangt man zum Triassic-Park mit seinen Dinosauriern in Originalgröße sowie einer rießigen Aussichtsplattform mit eindrucksvollem Tiefblick ins Leere. Aufgrund der südseitigen Ausrichtung, Überschaubarkeit und relativ unkomplizerten Zustiegen kann man hier fast das ganze Jahr über Klettern. Bei Inversionswetterlage im Winter seilt man dann jedoch besser wieder über die Routen ab. Auf der Nordseite befindet sich ein Skigebiet …

Übersicht

Schwierigkeit

Die Kletterrouten an der Steinplatte sind eher hart bewertet. Seil Frei: 6 obligatorisch. Blindschleich: 6+ obligatorisch. Zwischen den Haken ist Klettern angesagt.

Absicherung

Generell mit Bohrhaken. Bei den leichteren Passagen kann mit Keilen und Friends optimiert werden. Die schweren Passagen können selten A-Null geklettert werden.

Material

Einfach- bzw. Doppelseil, 12 Exen, Schlingen, Keile und Friends, ggf. Abseilausrüstung

Talort

Waidring (Tirol

Zugang

Von Waidring über die Mautstraße ca. 500 Höhenmeter hinauf bis zum geräumigen Parkplatz. Über den Teerweg zu Fuß weiter bis zur Stallenalm. Hier wenige Meter nach rechts entlang des Schotterwegs und anschließend nach links hinauf zur Skipiste. Man gelangt zu einem horizontalen Pfad, der überschritten wird. Steinmänner weisen den Weg entlang des Gamssteigs nach rechts unter die Südwand der Steinplatte. Die exponierten Stellen sind drahtseilversichert. Die Routen „Seil frei“ und „Blindschleich“ befinden sich im rechten Wandbereich bei einem Schuttkar. Aufstieg nach links in die Schlucht. Vom Parkplatz ca. 1 Stunde. Des besteht auch die Möglichkeit mit der Gondel hoch zu fahren. Anschließend Fußabstieg zu den Einstiegen. Dies ist jedoch preis- und orientierungstechnisch eher ungünstig.

Abstieg

Es kann in der Scharte zwischen den beiden Routen „Seil frei“ und „Blindschleich“ abgeseilt werden. Alternativ Fußabstieg nach links über schmale Pfade durch die Latschen zur Aussichtsplattform bzw. Dinosaurier-Park. Weiter über den Schotterweg und bei einem Schild nach links über Drahtseile hinab zum Gamssteig am Wandfuß

Übernachtung

Pensionen und Campingplätze im Tal

Topos

Kletterführer Steinplatte von Adi Stocker, Panico Verlag

 

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