Klettern bei Leonidio

Klettern bei Leonidio

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Jahreswechsel 2019 – 20: in den Alpen herrschte wie oft üblich Tauwetter, den ersten Schnee hat es in Talnähe bereits wieder weggeregnet. Für mich die beste Zeit, in sonnigere Gefilde zu fliehen. Um den Flugpreis nach Athen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, buchte ich bereits im frühen Herbst und wählte noch dazu eine späte Abflugszeit. So saßen wir um Mitternacht im Mietauto und erreichten dank Navi gute 3 Stunden später unser Domizil im „Grekou Farmhouse on the waves“, direkt an Leonidios Küste gelegen. Der erste Morgen am 22. Dezember: 20 Grad Lufttemperatur, 19 Grad Wassertemperatur, Frühstück auf dem Balkon, anschließend Baden im Meer. Die Vermieterin begrüßte uns mit einer Handvoll Mandarinen und war an Freundlichkeit kaum zu übertreffen. Vor lauter Begeisterung schickte ich dem Peter ein Bild vom sonnigen Strand ins Allgäu. Der antwortete gleich darauf und war ziemlich verwirrt: sag bloß, ist es bei euch schon hell??? Der Grund war die Zeitverschiebung, in Griechenland geht die Sonne eine Stunde früher auf …

Leonidio – das zweite Kalymnos, wie es immer wieder heißt. Was das Ambiente betrifft, lässt sich Kalymnos allerdings nur schwer toppen. Um es gleich zu sagen: Leonidio bietet dagegen die beste Felsqualität aller mir bekannten Klettergebiete, und da können auch Kalymnos & Co. nicht mithalten. Die Wände bestehen überwiegend aus rotbraunem, teils messerscharfem Edelfels, der mit einer broccoli-ähnlichen Oberfläche behaftet ist. Manche Sektoren sind von unzähligen horizontalen feinen Risslinien durchzogen, deren äußeren Ränder scharf gezackte Kanten bilden. Dazwischen sind immer wieder mehr oder weniger große Schlitze oder Löcher eingestreut, wo ganze Hände reinpassen. Eine wahre Orgie verschiedener Felsstrukuren, alles wunderbar kompakt und mit einer extremen Rauigkeit behaftet. Die Sohlen finden da nahezu überall den nötigen Tritt …

Kokkinovrachos (Roter Fels), wie der Hausberg in Leonidio genannt wird. An seiner Basis befinden sich einige der begehrten Sportkletter-Sektoren. Da reihen sich immer wieder 20 bis 30 Routen nebeneinander, oft im Schwierigkeitsgrad 5c bis 6b. Die Routenlänge beträgt dabei meist 30 bis 35 Meter, als Zugabe gibt es gelegentlich die „Extension“, wie im Kletterführer bezeichnet. Hier zieht der Schwierigkeitsgrad nochmals an und nach 40 Metern Kletterlänge ist man froh, an der Umlenkung angekommen zu sein. Ich kenne nur wenig Gebiete mit solch einer üppigen Dichte an homogenen Routen in den mittleren Schwierigkeitsgraden. Manch eine Seilschaft gerät in einen regelrechten Kletterrausch. Ich erinnere mich dabei an die Laura aus Litauen, die den ganzen Tag pausenlos eine 6abc-Route nach der anderen abhakte. Megarauer Fels, abgewetzte Finger: wer 2 Wochen Urlaub in Leonidio verbringt, teilt sich da die Zeit schon genau ein, um bis zum letzten Tag durchhalten zu können. Es sei denn, man ist so unterwegs wie die Laura …

Bereits in den 80er Jahren entstanden in Leonidio einige Linien, danach vielen die Wände schnell wieder in den Dornröschenschlaf. 2008 wurden sie von ein paar Athenern wiederentdeckt, bis 2020 entstanden im rasanten Tempo über 1600 Kletter-Routen und das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Neben ein paar Griechen bzw. Deutschen sind die Remy-Brüder aus Lausanne am Genfer See mittlerweile die Haupterschließer in Leonidio. Wer sie nicht kennt: Das Duo hat in ihrem 50jährigen Kletterleben überwiegend in den Alpen tausende Ein- und Mehrseillängen-Routen erstbegangen und ein Ende ist nicht in Sicht. Dabei waren ihre Routen meist alpin, abenteuerlich bzw. sportlich angehaucht, doch in Leonidio scheinen sie es ausnahmsweise gut mit uns zu meinen. Hier gönnen sie den Kletterern eine plaisirmäßige Absicherung und die ersten Klettermeter weisen stets enge Hakenabstände auf, um einen Grounder zu vermeiden. Zur allgemeinen Beliebtheit Leonidio’s trägt sicher auch die humane Bewertung in den leichteren Routen bis 6c bei. Teilweise kann ein ganzer Grad abgezogen werden und wer beispielsweise 6a beherrscht kommt hier auch eine 6b hoch.

Neben den rotbraunen Wänden des nahegelegenen Kokkinovrachos, gibt es zahlreiche weitere Sektoren in der mehr oder weniger entfernten Umgebung. Da trifft man oft auf graue Kalkplatten mit Tropflöchern, wie man es aus anderen bekannten Klettergebieten kennt. Aber ganz klar, sehr viele Kletterer kommen auch nach Leonidio wegen der wunderbaren, teilweise ultralangen Sinter-Touren in der Preisklasse 6c bis 8a, die überwiegend in überhängenden Höhlen anzutreffen sind.

Somit verteilt sich das bunt gemischte europäische Klettervolk in den 70 Sektoren auf ein erträgliches Maß, ohne langes Anstehen für die jeweilige Wunschroute. Bei Kyparissi, ca. eine Autostunde südlich von Leonidio, gibt es außerdem weitere schöne Klettergebiete, die im Kletterführer enthalten sind. Im Allgemeinen sind die Zustiege über ausgetretene Pfade durch die Maccia recht gut beschildert, um sich zurechtzufinden. Für die entlegeneren Gebiete bis zu 10 Kilometer Entfernung ist ein Navi zur Eingabe der Koordinaten sicher vorteilhaft.

Ein ganz besonderes Highlight sind vor allem die Mehrseillängen-Routen in Leonidio. Am Kokkinovrachos gibt es einige Linien bis zu 8 Seillängen mit einer Wandhöhe von fast 200 Metern. Broccoli-Teppiche, Einkerbungen, Leisten und Kanten: der rotbraune Fels bietet richtig gute Wandkletterei an megarauen, teilweise messerscharfen Felsstrukturen. Die meisten Routen gehen wie üblich auf das Konto der Remy-Brüder. Wie in den Sportkletter-Sektoren haben sie auch hier eine sehr humane Absicherung samt milder Bewertung hinterlassen. Etwas leichtere Linien, wie die „Mignonette, Mira oder Aghios Lemmy“ sind die großen Klassiker und nicht selten steht man hier im Stau. „We salute you“ bietet durchgehend schönen Klettermeter und ist den Plaisir-Fans zu empfehlen. In der „Aramis oder Ramisi Rock“ geht es mit zwingenden Passagen dann schon etwas herber zur Sache und es ist ein großes Erlebnis durch diese Routen zu steigen. Liebhaber langer Touren werden begeistert sein, für mich der wichtigste Grund wieder nach Leonidio zurückzukehren …

Leonidio, der Garten Dyonisos, fruchtbares Schwemmland, wie es eine ausgewanderte deutschstämmige Marktfrau beschrieb. Rund um das 5000-Seelen-Dorf herrscht ein reger Gemüse- und Obstanbau sowie zahlreiche Olivenplantagen. Zur 3 Kilometer entfernten Küste hin häufen sich die Gewächshäuser mit Tomaten oder Auberginen, dazwischen gibt es immer wieder Orangen- und Zitronenhaine. Alles sehr professionell angebaut, man hat nicht den Eindruck, dass Leonidio auf die Kletterer angewiesen ist. Aber man ist willkommen, oder wird zumindest freundlich empfangen. Immerhin profitieren zahlreiche Vermieter, Tavernen, Supermärkte und kleine Läden von Tausenden Kletterern, die sich von Oktober bis Mai hier aufhalten. Bei der anhaltenden Finanzkrise dient der Kletter-Tourismus sicher dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Region.

Das schmucke Dorf an der Ostküste des Peloponnes wirkt dennoch relativ unbeeinflusst vom Kletter-Tourismus. Durch die enge Hauptstraße zwängen sich geschäftige Lieferwägen mit Ladeflächen oder hektische Mopedfahrer fahren hupend durch die Gegend. Alte Männer sitzen rauchend vor den Cafés und bestaunen das Klettervolk in Daunenjacken, Kletterhosen und Wollmützen gekleidet. Es gibt nette kleine Läden mit heimischen Produkten wie Honig, Nüsse, Tees, Gebäcke usw. Hier und in den Tavernen bekommt man die Freundlichkeit der Einheimischen zu spüren und fühlt sich stets willkommen. Malerische Gassen führen entlang von ursprünglichen Steinhäusern mit Orangen- oder Zitronenbäumen durch die Randbezirke. An der ca. 3 Kilometer entfernten Küste befindet sich ein kleiner Hafen mit traditionellen Fisch-Tavernen. Der nahezu unverbaute, ca. 2 Kilometer lange Strand bietet sich für Spaziergänge oder Badetage an.

Die gemeinnützige Genossenschaft Panjika betreibt eine kleine Kneipe mit Lebensmittelbedarf samt Klettershop. Die ist der Treffpunkt der Szene und bietet zugleich Informationen rund ums Klettern und Erschließen von Neutouren in Leonidio. Jeden Samstag Abend gibt es hier eine Jam-Session und die Stimmung ist dementsprechend ausgelassen … Siehe panjikacooperative.wordpress.com

Routenangebot bis zum Jahr 2019

4 Routen im Schwierigkeitsgrad 3
19 Routen im Schwierigkeitsgrad 4
22 Routen im Schwierigkeitsgrad 5a
52 Routen im Schwierigkeitsgrad 5b
89 Routen im Schwierigkeitsgrad 5c
109 Routen im Schwierigkeitsgrad 6a
108 Routen im Schwierigkeitsgrad 6a+
125 Routen im Schwierigkeitsgrad 6b
103 Routen im Schwierigkeitsgrad 6b+
119 Routen im Schwierigkeitsgrad 6c
99 Routen im Schwierigkeitsgrad 6c+
111 Routen im Schwierigkeitsgrad 7a
117 Routen im Schwierigkeitsgrad 7a+
106 Routen im Schwierigkeitsgrad 7b
89 Routen im Schwierigkeitsgrad 7b+
80 Routen im Schwierigkeitsgrad 7c
66 Routen im Schwierigkeitsgrad 7c+
58 Routen im Schwierigkeitsgrad 8a
183 Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 9a+

Die beliebtesten Mehrseillängen-Routen bei Leonidio

Mehrseillängen-Routen im Sektor Kokkinovrachos Main

Mignonette 5c (5a obligat.)

Der leichteteste Mehrseillängen-Anstieg in Leonidio. Schöne Kletterei, gut gesichert und häufig begangen. Abseilen über die Route.

Mira 6b (6a obligat.)

Die Mira ist eine der beliebtesten Mehrseillängen-Routen und gilt als Klassiker in Leonidio. Die von den Remy-Brüdern erstbegangene Tour bietet sehr schöne Seillängen in perfektem rotbraunen Fels. Im oberen Drittel legt sich die Wand etwas zurück und führt über einen rießigen Broccoli-Teppich. Hier gibt es insgesamt 3 Ausstiegsvarianten bis zum Schwierigkeitsgrad 6c. Links davon befindet sich die fotogene „Megakante“, die vielleicht berühmteste und zugleich fotogenste Seillänge in Leonidio. Die Mira ist insgesamt sehr human bewertet und plaisirmäßig abgesichert. Der angebene Schwierigkeitsgrad 6b bezieht sich auf nur wenige Passagen, sonst überwiegend 5c bis 6a. Abseilen über die Route, dabei ist ein 80-Meter-Einfachseil vorteilhaft. Der im Kletterführer beschriebene Abstiegsweg ist etwas kompliziert, führt mit Abseillängen durch die Maccia und ist deshalb nicht zu empfehlen.

Aramis 6c+ (6b obligat.)

Die Aramis bietet steile Wandkletterei mit wunderbar rauem Broccoli Fels. Die Tour ist anhaltend steil und schwer, die Hakenabstände etwas sportlicher als in der Mira. Im mittleren Bereich wird ein Dach von rechts nach links umgangen. Unter den schwereren Routen ist dies die leichteste Unternehmung im linken Wandbereich. Insgesamt sehr empfehlenswert. Abseilen über Mira.

Remisi Rock 6c+ (6b obligat.)

Anspruchsvoller als die benachbarte Aramis. Die Route erinnert an alte Remy-Zeiten mit sportlichen Bohrhakenabständen im 6b – 6c Gelände. Abwechslungsreiche Linienführung mit diagonale Querungen. Unten steile Wandkletterei in rotbraunem Fels, nach oben hinaus etwas flacher über teilweise messerscharfe graue Tropflochplatten. Insgesamt eine überwiegend anstrengende Unternehmung mit zwingenden Kletterpassagen. Für sichere 6b-Kletterer eine sehr eindrucksvolle Tour. Abseilen über Mira.

Mehrseillängen-Routen im Sektor Kokkinovrachos Hospital

Aghios Lemmy 6b (6a obligat.)

Die Remy-Brüder sind absolute Fans der Metal-Band Motörhead. Sie widmeten die Tour dem bereits verstorbenen Sänger Lemmy Kilmister. Es handelt sich dabei um eine richtig schöne Linie in rotbraunem, sehr kompakten und rauem Fels. Für Remy-Verhältnisse weist der Anstieg sehr enge Bohrhaken-Abstände mit Plaisir-Charakter auf. Dazu sind die Schwierigkeiten im Topo sehr mild bewertet. Zusammen mit der Meri, gehört die Agios Lemmy zu den klassischen und lohnendsten Mehrseillängen-Routen in Leonidio. Abseilen über die Klettertour, die Stände sind jeweils mit 2 Ringen ausgestattet.

We salute you 6a (5c obligat.)

Typische Plaisirtour mit sehr engen Bohrhakenabständen und humaner Berwertung. Schöner rotbrauner Fels mit durchgehend interessanten Kletterpassagen wie Quergängen, Pfeiler und Verschneidungen. Eine der leichteren Mehrseillängen-Routen in Leonidio. Für 6a-Kletterer Pflichtprogramm. Kreuzt die benachbarte Federer. Abseilen über die Route.

Federer 6b (6a obligat.)

Die Tour ist zwar gut gesichert, weist aber anspruchsvolle 6b-Längen auf. Rotbrauner, sehr kompakter Fels. Insgesamt nicht so lohnend wie die anderen Routen in diesem Schwierigkeitsgrad. Kreuzt die „We salute you“. Abseilen über die Route.

Die beliebtesten Sportkletter-Sektoren

Dornröschen

Insgesamt 22 Routen im Schwierigkeitsgrad 5 bis 6c. Steile graue Kalkplatte mit Tropflöchern. Relativ kurzer, bequemer Zustieg in der Nähe der markanten Steintürme am Ortsrand von Leonidio. Die ehemaligen Windmühlen können im Anschluss besichtigt werden.

Cool at the pool

Insgesamt 13 Routen im Schwierigkeitsgrad 5 bis 7a. Der Sektor befindet sich direkt am Meer und bietet überwiegend kurze Routen mit messerscharfem Fels. Schönes Ambiente über der Brandung. Kurzer Zustieg, für aktive Ruhetage geeignet.

Sektor Mars

Insgesamt 41 Routen im Schwierigkeitsgrad 6a bis 8a. Klassisches Sinter-Gebiet in Leonidio mit sehr schönen und gut gesicherten Routen. Sehr lohnend und dementsprechend gut besucht. Links und rechts der Überhänge gibt es jeweils eine schöne 6a-Tour zum aufwärmen. Etwas weiter Zustieg, dafür sehr ruhiges und schönes Ambiente.

Sektor Sabaton

Insgesamt 65 Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 8a. Sehr abwechslungsreiches Gebiet mit Wandkletterei, Platten und Überhängen. Meist löchrige Kalkplatten. Über der Uferstraße gelegen, toller Meeresblick, kurzer Zustieg.

Sektor Hot Rock

Insgesamt 21 Routen im Schwierigkeitsgrad 6a bis 7b. Kurzer Zustieg von 10 Minuten. Viele Routen im Bereich 6a+ bis 6c. Sehr schöne Kletterei, sehr gute Absicherung und humane Bewertung. Grauer Plattenkalk mit Tropflöchern, im rechten Sektor roter Sinterfels. Lange Routen bis 35 Meter. Einer der besten Sektoren in Leonidio im Bereich 6a bis 6c.

Kokkinovrachos Main

Insgesamt 109 Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 7c. Aufgeteilt in 3 Sektoren (Orama, Rocspot, Douvari). Sehr humane Bewertung und perfekt gesichert. Überwiegend fantastischer rotbrauner Fels, teilweise messerscharf und horzitontal geschichtet. Insgesamt gibt es hier viele leichte Routen im Bereich 5c bis 6a. Die Routenlänge beträgt oft bis zu 40 Meter. Da sich das Gebiet direkt über Leonidio befindet, sind die Felsen sehr gut besucht. Eines der lohnendsten Ziele von Leonidio für leichtere Kletterrouten.

Kokkinovrachos Hospital

Insgesamt 8 Routen im Schwierigkeitsgrad 5b bis 7a. Leicht geneigte Platten, wunderbar roter, rauer griffiger Fels. Mittelschwere Routen, gut gesichert, relativ human bewertet. Sehr empfehlenswert.

Kokkinovrachos Red Rock

Insgesamt 25 Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 7a+. Rotbrauner Fels, sehr rau und scharfkantig. Viele leichte Routen. Teilweise 40 Meter lang. Sehr schöne Kletterei und gut gesichert. Sehr empfehlenswerter Sektor.

Sektor Bella Vista

Insgesamt 31 Routen im Schwierigkeitsgrad 5 bis 7b. Meist mittlere Schwierigkeitsgrade. Grauer Plattenkalk mit Tropflöchern, Rissen und Kanten. Gut strukturiert. Teilweise sehr scharfkantiger Fels. Lohnende Routen abseits des Kletter-Rummels. Zustieg durch die steile Maccia. Ca. 6 Kilometer taleinwärts gelegen.

Petalo

Insgesamt 10 Routen im Schwierigkeitsgrad 5c bis 6b. Megaraue, noch kaum abgekletterte Routen im rotbraunem Broccoli-Fels. Sehr human bewertet, gut gesichert und bis zu 32 Meter lang. Nachmittags im Schatten gelegen. Wenig frequentiert. Der Sektor bietet sich im Anschluss an einer Mehrseillängen-Tour in diesem Sektor an.

Olympos

Insgesamt 28 Routen im Schwierigkeitsgrad 5 bis 8a. Der rote Felsriegel berindet sich in den oberen Etagen etwas abseits von Leonidio. Teilweise extrem rauer Broccoli-Fels. Wenig leichte, dafür schöne Routen. Viel Sonne bis zum Schluss. Etwas weiter Zustieg. Man erreicht den Sektor auch von oben mit dem Auto.

Cave of Panagia

Insgesamt 25 Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 7b+. Unten leicht geneigte Wände mit rießigen Broccolli-Teppichen. Teilweise anfängertauglich, da einige leichtere Routen. Im oberen Bereich einige steile Sinter-Linien.

Mad Wall

Insgesamt 22 Routen im Schwierigkeitsgrad 5c bis 6b. Steile graue Kalkplatte. Routen bis 25 Meter Länge. Risse und Tropflöcher mit teilweise anspruchsvoller Kletterei. Für Leonidio-Verhältnisse harte, aber insgesamt realistische Bewertung. Lohnende Routen. Etwas langer und mühsamer Zustieg.

Piccolo Muro

Insgesamt 5 Routen im Schwierigkeitsgrad 5 bis 6a+. Nette kleine pyramidenförmige Kalkplatte mit schönen kurzen und leichten Routen. Anfängertauglich.

Absicherung

Die meisten Routen sind sehr human und überlegt mit Bohrhaken eingerichtet. Vor allem die ersten Haken sind sehr eng gesetzt, um einen Grounder zu vermeiden. In den schwierigeren Routen ab 6b ist allerdings mit zwingenden Kletterpassagen zu rechnen. Die Umlenkungen sind mit jeweils zwei Ringen oder fixen Karabinern eingerichtet.

Bewertung

Die meisten Routen bis 6b sind sehr human bewertet und es kann oft bis zu einem Grad abgezogen werden. Ab 6b ist sind die Schwierigkeitsangaben etwas realistischer angegeben.

Ausrüstung

Für die meisten Routen ist ein 70-Meter-Einfachseil ausreichend. Einige Routen sind jedoch etwas länger, deshalb ist ein 80-Meter-Einfachseil auch für die Abseilaktionen in den Mehrseillängen-Routen anzuraten. 16 Exen, Abseilausrüstung. Es werden keine Keile bzw. Friends benötigt. Einzige Ausnahme: Am Hausberg Kokkinovrachos befindet unterhalb der Griechischen Gipfel-Flagge ein Pfeiler mit 2 traditionellen Routen. Hier sind lediglich die Stände gebohrt, der Rest muss mobil abgesichert werden.

Anreise

Flug nach Athen. Danach mit dem Bus oder Mietauto nach Leonidio. Die Sektoren bei Leonidio sind in ca. 20 bis 30 Minuten zu Fuß erreichbar. Für die etwas entlegenen Sportklettergebiete bzw. Sehenswürdigkeiten bis zu 50 Kilometern Entfernung (Klettergebiet Kyparissi) ist ein Mietauto anzuraten.

Sehenswürdigkeiten

Monastery Elona. Das Kloster wurde eindrucksvoll in die Felsen gebaut. Ca. 15 Kilometer westlich von Leonidio entfernt. www.google.com

Das Kloster Nicolaou ist bereits aus der Ferne als weißer Fleck in den Felsen erkennbar. Es liegt taleinwärts etwa 6 Kilometer von Leonidio entfernt und ist auch zu Fuß erreichbar. Hier befinden sich außerdem einige Sportklettergebiete und etwas schwerere Mehrseillängen-Routen.

Unterkünfte

Am Hafen gibt es Stellplätze für Wohnmobile.

Ganz in der Nähe befindet sich ein Campingplatz www.camping-semeli.gr

Weitere Unterkünfte climbinleonidio.com

Wir waren im “Grecou Farmhouse in the waves” untergebracht. Die kleine Wohnung liegt direkt am Meer in ländlicher Umgebung und bietet maximal 4 Schlafplätze mit Küche und Bad. Alles ist sehr sauber und ausreichend ausgestattet. Die Vermieterin ist sehr freundlich und kümmert sich stets um das Wohl ihrer Gäste. Der große Vorteil: Man befindet sich hier ca. 3 Kilometer abseits des Kletter-Rummels und kann jeden Morgen auf dem Balkon direkt am Strand frühstücken. Für Leonidio-Verhältnisse sehr preisgünstig, buchbar bei der Agentur Airbnb www.airbnb.de oder direkt über die Telefonnummer 0030 694 700 2390.

Die Vermieterin bietet außerdem folgende Unterkunft (Effi’s House) in Leonidio an: www.airbnb.de

Einkaufen

Am Montag ist immer Markt in Leonidio. Hier gibt es frisches Obst und Gemüse aus der Region. Am Ortseingang befindet sich ein Supermarkt, im Ortskern einige Gemüseläden, Bäckereien sowie Geschäfte mit heimischen Produkten. Für fehlende Kletterausrüstung stehen 3 kleine Läden zur Verfügung. Darüberhinaus ist in Leonidio von der Apotheke bis hin zum Friseur alles vorhanden.

Essen

Taverna Metropoli: gutes traditionelles Restaurant mit Kaminfeuer.

Pizzeria en Leonidio: tolle kleine Location, Pizzas aus dem Steinofen im Freien

Restaurant Dolphin: schön im Hafen gelegen, gutes Essen und guter Service

Kletter-Treff Panjika: nette Kneipe mit kleinen Mahlzeiten

In Leonidio befinden sich außerdem zahlreiche Cafés mit Imbiss

Beste Reisezeit

Im Dezember und Januar kann es sehr wechselhaft sein. Wir haben zum Jahreswechsel vom Badewetter bis zum Schneefall alles erlebt. Die beste Reisezeit sind das Frühjahr und der Herbst. Im Sommer ist es in Leonidio sicher zu heiß zum Klettern. Viele Wände sind nach Süden exponiert, daher ist dies ein lohnendes Klettergebiet über die Wintermonate.

Durchschnittliche Regentage und Temperatur in Leonidio

8 Regentage im Januar, Temperatur von 7 bis 14 Grad
7 Regentage im Februar, Temperatur von 7 bis 14 Grad
7 Regentage im März, Temperatur von 8 bis 16 Grad
3 Regentage im April, Temperatur von 11 bis 19 Grad
3 Regentage im Mai, Temperatur von 15 bis 24 Grad
1 Regentag im Juni, Temperatur von 19 bis 29 Grad
1 Regentag im Juli, Temperatur von 22 bis 32 Grad
1 Regentag im August, Temperatur von 22 bis 32 Grad
2 Regentage im September, Temperatur von 19 bis 28 Grad
5 Regentage im Oktober, Temperatur von 16 bis 24 Grad
9 Regentage im November, Temperatur von 12 bis 19 Grad
11 Regentage im Dezember, Temperatur von 9 bis 15 Grad

Topos

Kletterführer Leonidio www.kletterfuehrer.net

Webinfo

Bildgallerie

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