Motörhead am Eldorado-Dom

Motörhead am Eldorado-Dom

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Motörhead, eine der berühmtesten Kletterrouten in den Alpen

Als die Eltern der beiden Remy-Brüder von einer Wanderung im Grimselgebiet zurückkehrten, berichteten sie ihren Söhnen „wir haben eine rießige Wand gesehen, wunderbare Gletscherschliff-Platten, aber da kann man nicht klettern …“ Grund genug, für Yves und Claude sich auf den Weg zu machen. Mit voller Lautstärke der Gruppe „Motörhead“ fuhren sie den Grimselpass hinauf und rannten im Eiltempo, die Kletterschuhe bereits angezogen, ans hintere Ende des Grimsel-Stausees. Es war die Entdeckung einer Granitwand, die was das Klettern betrifft,  in den Alpen ihresgleichen sucht. Das Eldorado war geboren …

Sie sind ein eingespieltes Team. Yves, der notorische Vorsteiger nahm gleich zu Beginn eine markante Verschneidungslinie in Angriff. Auf den weiten, schlecht abzusichernden Reibungsplatten setzten sie Bohrhaken, deren Löcher von Hand gemeißelt wurden. Der Granit ist hart und es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis so ein Haken saß. Nach ca. 500 Klettermetern und einigen Stunden später flachte die Wand ab und sie beendeten ihre erste Kreation, die sie ihrer Lieblingsband „Motörhead“ widmeten.

Bald darauf entstanden weitere berühmte Linien wie die „Septumania“ mit ihrem schlechtgesicherten Badewannen-Einstieg und weitläufigen Reibungs-Platten. Nach der zweiten Seillänge zweigt die Route „Marche ou Creve“ ab. Lauf oder krepier, der Name ist Programm. Die „Metal Hurlant“ sticht durch eine markante schiefe Rießenverschneidung hervor, wo der Rücken zum Einsatz kommt bis der weit entfernte Stand erreicht wird. Am Ende der Saison durchkletterteten die Remy’s über dem Ufer des Grimselsees 6 Routen an einem Tag, Yves noch dazu die „Septumania“ solo.

30 Jahre später existiert hier ein überschaubares Routennetz und es sind wenige gängige Linien wie das „Gletscherweib“ und die „Schweiz-Plaisir“ in der unteren Preisklasse hinzugekommen. Viele Routen wurden von den Remys selbst „sanft“ saniert, der meist gehobene Anspruch ist jedoch weitgehend erhalten geblieben. Vielleicht lässt sich die „Motorhead“ in den vielen Verschneidungen mit Friends noch am besten absichern …

Charakter

Gletscherschliffplatten, Reibungskletterei, Verschneidungen, Risse, Schuppen

Schwierigkeit

7 (7- obligatorisch)

Absicherung

Mittlerweile wurde die Route nachsaniert. Es ist jedoch immer noch mit Bohrhakenabständen von 5 – 10 Metern zu rechnen. Dazwischen kann zusätzlich mobil gesichert werden.

Material

Ein Satz Klemmkeile und Friends (0,75 – 3), 10 Expressschlingen

Einstieg

Im linken Wandrittel, rechts unterhalb einer steilen Stufe

Exposition

Süd

Wandhöhe

Ca. 500 m, 15 Seillängen

Höhe des Gipfels

Es handelt sich dabei um einen Vorbau (ca. 2500 m)

Ausgangspunkt

Grimselhospiz (1980 m) am Grimselpass

Zugang (PDF)

Vom Grimselhospiz auf dem rechten Uferweg zur Lauteraarhütte bis zum Ende des Stausees

Abstieg vom Gipfel

An der Ostrampe auf Pfad (oft feucht, nach Regen schlammig) zum rechten Wandfuß des Doms, in der Mitte des Abstiegs zwei kleine Stufen abklettern (3+) oder die erste auch abseilen (25 m)

Gehzeiten

Grimselhospiz – Wandfuß Eldorado 1½ Std.

Kletterroute 4 bis 6 Std.

Abstieg vom Gipfel – Uferweg 1 Std.

Beste Jahreszeit

Sommer und Herbst, bis zum ersten Schnee

Topo

Schweiz Plaisir West, Ausgabe 2012, Filidor-Verlag, Schweiz

 

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2 Gedanken zu “Motörhead am Eldorado-Dom

  1. Hallo Ulrich Remanofsky,
    ich verstehe Ihre Argumente und werden den vorhandenen Text unverzüglich ändern.
    Danke für den Hinweis
    Pat Schwarzmann

  2. Hallo, Herr Schwarzmann,
    ich weiß nicht, ob Petra Gössl-Kubin sich inzwischen bei Ihnen gemeldet hat, weil sie Ihren Text über „die schönste Granitplatte der Alpen“ gelesen hat. Wenn ja, dann war sie sicher nicht sehr erfreut, weil Sie ja teilweise Passagen aus ihrer Übersetzung des Remy-Textes (in „Bergsteiger“, 04/12) direkt übernommen haben, ohne diese Stellen aber in Anführungszeichen zu setzen. Damit hätten Sie klar signalisiert: Hier habe ich nicht selbst formuliert, sondern übernehme die Formulierung von P. Gössl-Kubin.
    Bei empfindlichen Autoren kann so ein „Raub-Zitat“ schon mal zu einer Prozessandrohung führen, auch wenn Sie diese Passagen „nur“ für ihre homepage nutzen und nicht für ein kommerzielles Projekt.
    Mein Ratschlag für die Zukunft: Zitate immer als solche kenntlich machen!
    Mit besten Grüßen
    Ulrich Remanofsky

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