„Roru“ am Chli Bielenhorn

„Roru“ am Chli Bielenhorn

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Eine der ersten Kletterrouten am Chli Bielenhorn war die „Perrenoud“, eine schöne 6a-Tour, jahrelang der Klassiker am Massiv. Der relativ kurze Zustieg und die 1a-Felsqualität veranlasste in jüngerer Zeit einige Erschließer (u. a. die allseits bekannten Remy-Brüder), an dieser phantastischen Wand den Bohrer anszusetzen. Mittlerweile gibt es hier einige Routen jenseits der 6c-Grenze, somit hat sich die überschaubare Südwand zu einem der besten Granitgebiete der Schweiz entwickelt. Zumindest für die Alpinen Sportkletterer.

Eine etwas leichtere Alternative mit Plaisir-Charakter befindet sich seit 2011 im linken Wandbereich des Chli Bielenhorns. Die „Roru“ startet am tiefsten Punkt der Wand und endet nach 10 Seillängen am häufig begangenen Schildkrötengrat, über den auf den Gipfel weitergestiegen kann (4b, A-Null). Die meisten Kletterer ziehen es jedoch vor, über die Abseilpiste neben der Tour bequem zurück zum Einstieg zu gelangen.

In geschickter Linienführung wurden mehrere Pfeilerkanten übereinander gereiht, die durch kleinere Gehpassagen und einer Abkletterstelle erreicht werden können. Die Kletterei beinhaltet klassische Granitkletterei mit Platten, Verschneidungen, Schuppen und griffige Wandaufschwünge. Insgesamt wird die Route nach oben hin leichter, die Hakenabstände allerdings auch etwas weiter. Die Crux befindet sich gleich in der zweiten Seillänge und verlangt einen mutigen Vorsteiger. In einer plattigen Wandstelle muss zwischen zwei Haken zwingend 6b geklettert werden, um an den nahegelegenen Stand zu gelangen. Nicht umsonst hängt hier ein Schekel, was schon einige Seilschaften zur Umkehr veranlasste.

Die schöne und lohnende Route wird mittlerweile häufig begangen und entwickelt sich wohl zu einem weiteren Klassiker an der Wand. An schönen Wochendentagen ist hier mit gelegentlichen Staus zu rechnen. Der kurze Zustieg, die Überschaubarkeit und meist gute Absicherung tragen sicher zu Beliebtheit bei. Über eine seperate Abseilpiste gelangt man relativ schnell wieder zurück zum Einstieg, wo der Rucksack deponiert werden kann.

Schwierigkeit

Max. 6b (6b obligatorisch). Im oberen Teil meist 5c bis 6a. Der angegebene Schwierigkeitsgrad muss zwischen den Haken beherrscht werden. 10 Seillängen bei einer Kletterlänge von 350 m.

Absicherung

Meist ausreichend mit Bohrhaken. Gelegentlich können Keile und Friends und Friends zur zätzlichen Absicherung hilfreich sein.

Material

60-Meter-Doppelseil, 12 Exen, Schlingen, Keile und Friends, Abseilausrüstung

Zustieg

Der Parkplatz befindet sich ca. 5 km östlich der Furkapasshöhe bei einem markanten Wasserfall an der Straße. Man folgt dem Weg zur Sidelenhütte. Im oberen Drittel nach rechts weglos über Geröll zum Wandfuß. Der Einstieg befindet sich am tiefsten Punkt des linken Wandbereichs bei einer großen Platte. Der Routen-Name ist angeschrieben.

Abstieg

Abseilen und Absteigen rechts der Route, siehe Topo. Alternativ über den Schildkrötengrat weiter zum Gipfel.

Übernachtung

Bei den Kasernen östlich des Furkapasses kann biwakiert bzw. im Wohnmobil übernachtet werden. Alternativ auf der Sidelenhütte unterhalb des Galenstocks. Siehe Übersicht.

Topos

Schweiz Plaisir Ost, Filidor Verlag
Schweiz Extrem Ost, Filidor Verlag

 

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