Skitour auf den Glasfelderkopf

4.5
(2)

„Das hintere Ostrachtal kann man wohl ohne Übertreibung als Deutschlands bestes Skitourenrevier bezeichnen“ schreibt Kristian Rath im Skitourenführer Allgäu. Wie dem auch sei … Dass diese Beschreibung eine Schar von Skitourengehern anlockt ist jedoch selbsterklärend. Dies hat sich im Corona-Winter 20/21, als die Grenzen zu den benachbarten Alpenregionen mehr oder weniger geschlossen waren, zusätzlich potentiert. Der Busverkehr zum Giebelhaus, dem Ausgangspunkt zahlreicher Skitouren, wurde wegen der Pandemie ebenfalls eingestellt. So radelten hier fast jeden brauchbaren Wintertag hunderte von Skitourengeher in den hintersten Winkel des Ostrachtals, um ihr Spuren durch die steilen Hänge zu ziehen. Das Giebelhaus glich immer wieder einem Fahrrad-Abstellplatz einer städtischen S-Bahn-Station …

Die Modetouren sind hier allen voran der Große Wilde und Große Daumen. Etwas ruhiger geht es dagegen rund um das benachbarte Prinz-Luitpold-Haus zu. Die Hütte liegt reizvoll idyllisch unter der steil abfallenden Westwand der Fuchskarspitze. Ein nahe gelegener Bergsee ist im Winter tief eingeschneit. In diesem Kleinod gibt es einige lohnende Skitouren, die trotz des alpinen Ambientes doch relativ einfach zu besteigen sind. Dabei ist der Hochvogel eine der markantesten Berggestalten der Allgäuer Alpen, dessen felsiger Gipfel auch im Winter von ambitionierten Skibergsteigern besucht wird.

Der Aufstieg vom Prinz-Luitpold-Haus zum gegenüberliegenden Glasfelderkopf bietet dagegen ideales Skigelände bis fast zum Gipfel hinauf. Kurz darunter werden die Skier deponiert und über einen felsigen Grat erreicht man den höchsten Punkt. Besonders eindrucksvoll ist hier die Aussicht auf den Schneck, einem klassischen Allgäuer Kletterberg, sowie zum Laufbacher Eck bis hinüber zum Großen Daumen mit ihre makelosen Hängen. Und zur Krönung kann man sich auf die 1200-Höhenmeter lange Maga-Abfahrt bis hinunter zum Giebelhaus samt obligatorischer Einkehr freuen.

Zusammen mit der Bike-Variante und dem abwechslungreichen Aufstieg hinauf zum Glasfelderkopf ist dies eine sehr großzügige, genussreiche Skitour fernab des Mainstreams!

Anspruch

Für geübte Skitourengeher ist der gesamte Aufstieg nicht wirklich schwierig. Lediglich beim Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus stellt sich eine kurze Steilstufe in den Weg, für die es sich lohnt, die Skier ca. 50 Meter zu tragen. Bei Vereisung können hier Steigeisen hilfreich sein. Aufgrund des Bewuchses mit Sträuchern ist diese Passage auch nicht absturz-gefährdet. Der felsige Gipfelgrat zum Glasfelderkopf ist etwas ausgesetzt und im 2. Schwierigkeitsgrad je nach Schneemenge bzw. Vereisung mehr oder weniger anspruchsvoll zu begehen. Im Führer wird die Skitour bei einer 4-stufigen Skala mit 3 angegeben. Die Tour ist für Allgäuer Verhältnisse relativ lang und verlangt deshalb eine solide Ausdauer.

Höhenmeter

Hinterstein – Giebelhaus ca. 200 Hm

Giebelhaus – Prinz-Luitpold-Haus ca. 800 Hm

Prinz-Luitpold-Haus – Glasfelderkopf ca. 450 Hm

Von Hinterstein insgesamt ca. 1450 Hm

Einfache Distanz

Hinterstein – Giebelhaus 9,4 Km

Giebelhaus – Glasfelderkopf ca. 6 km

Insgesamt ca. 16 Km

Zeitbedarf mit Bike & Ski

Hinterstein – Giebelhaus ca. 1 Std.

Giebelhaus – Prinz-Luitpold-Haus ca. 2,5 Stunden

Prinz-Luitpold-Haus – Glasfelderkopf ca. 1,5 Stunden

Insgesamt ca. 5 Stunden

Lawinengefahr

Die Skitour erfordert sichere Lawinenverhältnisse bis max. Stufe 2

Ausrüstung

Für den Hüttenaufstieg sind bei Vereisung kurzer Strecken Harscheisen bzw. Steigeisen nützlich.

Beste Jahreszeit

Februar bis April

Ausgangspunkt

Hinterstein im Oberallgäu. Die Parkplätze befinden sich am oberen Ortsende.

Orientierung

Mit dem Bike oder Linienbus (erste Abfahrt ca. 8 Uhr) auf der Teerstraße zum Giebelhaus. In der Regel ist hier das Bikedopot, je nach Schneelage kann auch ein Stück weitergefahren werden. Vom Giebelhaus entlang des Ziehwegs taleinwärts ins Bärgündletal bis etwa 200 Meter vor die Talstation der Materialseilbahn. Hier nach links hinab und über eine Brücke auf die gegenüberliegende Bachseite. Danach linkshaltend durch Lichtungen, anschließend nach rechts steil hinauf. Dies ist die eigentliche Schlüsselstelle der Tour, wo man die Skier durch lästiges Gehölz besser trägt. Man erreicht freies Skigelände und geht leicht rechtshaltend, später wieder nach links bis das nächste Plateau erreicht wird. Von hier stets nach rechts unter einer markanten Felswand entlang, anschließend nach links in ein markantes Joch, auf dem sich das Prinz-Luitpold-Haus befindet. Hier eine kurze Abfahrt in eine Senke, anschließend nach links über den Riesenhang hinauf zum bereits sichtbaren Glasfelderkopf. Man deponiert die Skier bei einem kleinen Klettergarten. Entlang der Felswand nach rechts, gleich darauf linkshaltend hinauf zum Gipfelgrat. Hier nach rechts in leichter Kletterei zum höchsten Punkt.

Busfahrplan

Es besteht eine regelmäßige Busverbindung von Hinterstein zum Giebelhaus. Siehe www.mona-allgaeu.de

Einkehr

Man wird es nicht versäumen, am Ende der Tour auf dem Giebelhaus einzukehren. www.giebelhaus.de

Literatur

Skitourenführer Allgäu www.panico.de

Bildgallerie

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