Skitour auf die Holzgauer Wetterspitze im Lechtal

5
(1)

Direkt zur Galerie


Die Holzgauer Wetterspitze ist einer der höchsten und eindrucksvollsten Gipfel der Lechtaler Alpen. Als Skitour zählt sie zu den längsten mit einem Höhenunterschied von rund 1800 Höhenmetern. Sie kann als Tagestour gegangen werden oder mit Übernachtung im Winterraum der Frederik-Simms-Hütte.

Von Reutte kommend: nach Stockach im Lechtal überquert die Straße den Lech. Kurz vor der Brücke biegt man links ab und fährt bis zum „Lechtalhaus Brand“. Dort gibt es bequeme Parkmöglichkeiten.

Nun geht es über Kehren zu Fuß weiter ins Sulzltal und nach ca. 30 Minuten erreicht man die ersten Tunnels. Üblicherweise rinnt hier im Winter Wasser über den Fahrweg hinweg, so dass er mit einer dicken Eisschicht überzogen wird. In manchen Wintern lassen sich die Tunnels nur mit Steigeisen passieren. Doch diesesmal hatten wir Glück, und kamen relativ „eisfrei“ durch.

Der Weiterweg zieht gemütlich an der Sulzlalm vorbei und immer nur leicht ansteigend bis ans Talende (vom Parkplatz vielleicht 2 Stunden). Links oben ist die Simms-Hütte schon längst sichtbar, dahinter beginnt der anstrengendste Teil der Tour, die Bewältigung eines riesigen 800 m hohen Nordwesthangs stand bevor. Da gab es zwar alte Spuren, die jedoch leider oft verweht waren. Nach weiteren 2 Stunden steilem Aufstieg erreichten wir das breite Fallenbacher Joch zwischen Wetter- und Feuerspitze.

Verschnaufpause, der Hang hatte es in sich. Wir mussten sogar die Skier abschnallen, weil das Spuren im steilen Gelände zu anstrengend war. Schließlich wurde es wieder flacher und in einer Linksschlaufe ging es Richtung Gipfel zum Skidepot. Ein kuppierter Grat führte zum Gipfelaufbau, kombiniertes Gelände, ein Mix aus Schnee und Felskletterei bis zum 3. Schwierigkeitsgrad. Rote Markierungen und Drahtseile vom Sommerweg leiten auf den höchsten Punkt und nach 5 ½ Stunden wurden wir mit einer grandiosen Aussicht in alle Himmelsrichtungen belohnt.

Alles in allem eine sehr ergiebige Unternehmung: der Weg durch die Tunnels, das ruhige entlegene Sulzltal, ein exponierter Felsgipfel, der bis ins Frühjahr schattige Nordwesthang mit Pulvergarantie und eine ewig lange Talfahrt über den Ziehweg zurück zum Parkplatz. Trotz der ihrer Länge, ist die Tour im Spätwinter, wenn die Tage schon wieder länger werden, gut an einem Tag machbar.
 

Galerie

Zurück zum Anfang vom Bericht

Wie hat dir die Tour bzw. das Klettergebiet gefallen?

Klicke für eine Bewertung!

Durchschnittliche Bewertung. 5 / 5. Anzahl der Bewertungen. 1

Es gibt bisher keine Bewertung! Sei der erste, der sie bewertet.

2 Gedanken zu „Skitour auf die Holzgauer Wetterspitze im Lechtal“

  1. Verhältnisse vom 26.03.2022:

    – Weg bis zu Tunnel komplett ohne Schnee
    – in Tunnel wenig Eis auf dem Boden, keine Steigeisen erforderlich
    – zwischen Tunnel Lawinenschnee zum Drübersteigen
    – eine Tunneldecke teilweise eingebrochen
    – Tunnel gut passierbar, aber nicht mit Rad durchfahrbar
    – Weg bis zur Sulzealm immer wieder apere Stellen, jedoch noch größtenteils mit Ski machbar
    – Weg durchs Westkar zum Joch komplett mit festem Harsch
    – ab 50 Höhenmeter unter Joch kein Schnee mehr, hier Skidepot
    – Weg zum Gipfel fast komplett in Sommerverhältnissen, nur zwei oder drei kurze Schneefelder zu passieren, keine Steigeisen notwendig
    – Abfahrt bis Sulzealm dann in sehr schönem Firn

    – Aufstieg 06:00 – 12:15
    – Abfahrt 13:30 – 15:30

    Antworten
  2. Der Ziehweg im unteren Bereich ist aktuell noch gut eingeschneit, weist aber auch schon wenige apere Stellen auf. Die Tunnels sind total vereist und mit Vorsicht zu begehen. Ein wahnsinns Eis-Spektakel, wie man es auf einer Skitour selten erlebt! Danach geschlossene Schneedecke bis zum Fallenbacher Joch hinauf. Man kann mit den Skiern noch ca. 100 m weitergehen, danach Skidepot. Der Weiterweg ist gut eingespurt, aber stellenweise vereist. Die folgenden Felspassagen sind gut ausgeapert, kurz vor dem Gipel nochmals Schneegestapfe bzw. kombiniertes Gelände. Steigeisen haben wir nicht gebraucht. Die Abfahrt über den 800-Meter-Hang unter dem Fallenbacher Joch bietet noch reichlich Pulverschnee. Danach eine endlose Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt eine der eindrücklichsten Lechtal-Skitouren. Die 1800 Höhenmeter und einfache Wegstrecke von ca. 12 Kilometern zehren allerdings ziemlich an den Kräften …

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.