Skitour auf’s Toreck

Skitour auf’s Toreck

Die wilde Landschaft des Gottesacker-Plateaus ist landschaftlich betrachtet ein einzigartiges Phänomen. Im Sommer, wenn der Schnee abgetaut ist, kommen hier kilometerweite Karstflächen zutage, eingerahmt vom Hohen Ifen und den Gottesackerwänden. Das Wasser läuft unter der Erde ab und gelangt über weitläufige unterirdische Wassersysteme schließlich in den Bodensee. Ganz in der Nähe des Torecks befindet sich im Mahdtal die drittgrößte Höhle Deutschlands mit einer Ganglänge von über 11 Kilometern. Für eine Begehung muss man zuerst einmal 80 Meter abseilen und im weiteren Verlauf stellen sich u . a. Kletterpassagen und Syphons mit Taucheinlagen in den Weg …

Die Skitour auf’s Toreck ist ein typisches Ziel für den Hochwinter mit einer üppigen Schneemenge, da sie über weite Strecken durch Waldschneisen, Ziehwege und kupiertes Gelände führt. Die Route wurde zum Schutz der Fauna nach längeren Kontroversen vom DAV ausgeschildert. Letztendlich ist es somit doch hilfreich, den Weg durch den unübersichtlichen Wald im unteren Bereich des Anstiegs zu finden. Überhalb der Waldgrenze gelangt man in freies Skigelände, das für die Abfahrt tolle Hänge bietet. Nach oben hin führt schließlich ein plateauartiger Kamm auf die Oberen Gottesackerwände zum Gipfel des Torecks mit phantastischem Blick auf den Allgäuer Hauptkamm bis hinüber zum Säntis.

Trotz aller Vorzüge sollte man die Tour nicht unterschätzen. Der Anstieg umfasst immerhin knappe 1000 Höhenmeter und erfordert somit eine gewisse Kondition. Bei Nebel oder Schneefall ist die Orientierung im oberen kupierten Gelände sehr schwierig, deshalb sollte eine gute Sicht gewährleistet sein. Darunter befindet sich ein 30 bis 35 Grad steiler Hang, der bei kritischer Lawinenlage oder Vereisung vorsichtig anzugehen ist.

Bei guten Verhältnissen und griffigem Schnee ist die Tour jedoch nicht besonders anspruchsvoll. Sie gewinnt nach oben hin immer mehr an Reiz und bietet sehr schöne landschaftliche bzw. Alpine Eindrücke. Wer die Tour noch ausdehnen möchte, dem sei der Weiterweg über’s Gottesackerplateau hinüber zum Hohen Ifen empfohlen. Hier kann zusätzlich der Gipfel des Hahnenköpfles bestiegen werden. Über die Skipiste gelangt man schließlich zurück ins Tal. Von hier per Bus bzw. Autostopp zurück zum Ausgangspunkt.

Für einen längeren Aufenthalt im Kleinwalsertal ist die Übernachtung auf dem Mahdtal Haus besonders zu empfehlen. Die gepflegte Selbstversorger Hütte ist gleichzeitig auch der Ausgangspunkt für die Skitour auf’s Toreck.

Ausgangpunkt

Riezlern im Kleinwalsertal. Man biegt am Ortsanfang Richtung Schwende rechts ab. Bei einer Gabelung hält man sich links Richtung Innerschwende und gelangt auf einer schmalen Straße zum Mahdtalhaus. Dort befindet sich der Parkplatz.

Aufstieg auf’s Toreck

Vom Mahdtal Haus flach ansteigend hinauf zum Hinweisschild „Natürlich auf Tour“. Hier geradeaus weiter über den freien Wiesenhang zu einem Stadel und eine Lichtung in den Wald. Man folgt stets den grünen DAV-Schildern durch die Waldschneisen und gelangt später auf einen flachen Ziehweg mit weiterer Beschilderung. Hier nach rechts und wieder durch den Wald hinauf in freies Gelände unter eine Felswand. Man erreicht einen steilen Hang und hält sich anschließend nach links auf den breiten Kamm. Von hier über kupiertes, teilweise flach ansteigendes Gelände hinauf zum langgezogenen Gipfelgrat.

Tourdaten

Höhe Ausgangspunkt: 1053 m

Höhe Gipfel: 2033 m

Höhenmeter: 980 Hm

Aufstiegszeit: ca. 3 Std.

Distanz: ca. 5 km

Exposition: meist ostseitig

Lawinengefahr: bis Stufe 2 machbar

Anspruch: einfache bis mittelschwere Skitour

Beste Zeit: Dezember bis Februar

Übernachtung bzw. Einkehr

Mahdtal Haus der DAV-Sektion Stuttgart www.alpenverein-stuttgart.de

Literatur

Skitourenführer Allgäu www.panico.de

Bildgallerie

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