Skitouren im Wildental

Skitouren im Wildental

Direkt zur Galerie

Während im Sommer die Massen über die Schafalpenköpfe, dem Mindelheimer Klettersteig pilgern, geht es in der kalten Jahreszeit etwas ruhiger zu in dieser Gegend. Die Skitouren- und Schneeschuhgänger verteilen sich im hintersten Wildental auf verschiedene Allgäuer Winterberge, um anschließend über weite Pulverschneehänge abzufahren. Von „sanft bis extrem“, hier ist für jeden Anspruch etwas geboten. Auch die Eiskletterer kommen im Wildental auf ihre Kosten: im hinteren Talboden befindet sich eine Reihe überwiegend leicht gestufter Eisfälle in den mittleren Schwierigkeitsgraden unterhalb des Elferkopfes. Die schattige Lage sorgt oft bis ins Frühjahr hinein für gute Eis- bzw. Skitourenverhältnisse.

Aufpassen muss man allerdings bei den Gipfelbezeichnungen, da waren sich die Oberstdorfer und Walsertaler bei der Namensgebung nicht ganz einig. Insbesondere die Begriffe „Hammerspitze und Schüsser“ werden in den Karten und Wegweisern oft unterschiedlich verwendet. Für sämtliche Ziele ist mehr oder weniger mit 1000 Höhenmeter bzw. 2,5 bis 3 Stunden Aufstiegszeit zu rechnen. Es ist ratsam, nur bis Lawinenstufe 2 unterwegs zu sein, da immer wieder mit steilen Hängen zur rechnen ist. Wer sich längere Zeit in dieser Ecke aufhalten will, dem sei die Übernachtung im Winterraum der Mindelheimer Hütte empfohlen. Von hier aus können auch im späten Frühjahr bereits die ersten Kletter-Routen der nahegelegenen Wände gestartet werden. Oder vielleicht sogar der Mindelheimer Klettersteig, mit den Skiern am Rucksack …

Ausgangspunkt

Mittelberg im Kleinwalsertal. Man fährt von dort nach links Richtung Wildental und parkt am hintersten Gasthof Schwendle (1176 m).

Schüsser (2170 m) und Hochgehrenspitze (2251 m)

Um in den Genuss der wunderbaren Gipfelhänge zu gelangen, muss im unteren Teil zuerst ein Wald- und Latschengürtel überwunden werden. Vom Parkplatz über den Forstweg ins Wildental bis zur Wiesalpe. Kurz darauf nach links durch eine Rinne zwischen den Latschen bis zur Wannenalpe empor. Zum Schüsser geradeaus weiter, zur Hochgehrenspitze nach rechts und über den Südwestrücken zum Gipfel. Zum Schluss in leichter Gratkletterei auf den höchsten Punkt.

Fiderepass Hütte (2061 m) und Ochsenloch (2150 m)

Der Aufstieg zur Fiderepass Hütte (im Winter geschlossen) bietet sich vor allem bei etwas unsicherer Lawinenlage an. Die Skitour zum Ochsenloch ist etwas anspruchsvoller und verläuft durch ein steiles verstecktes Kar, das in einer Scharte unterhalb des Mittleren Schafalpenkopfes endet. Aufgrund der schattigen Lage ist hier bis ins Frühjahr hinein mit Pulverschnee zu rechnen. Vom Parkplatz über den Forstweg ins Wildental bis zur Fluchtalpe. Nun durch den Wald geradeaus hinauf bis zur Vorderwilden Alpe. Leicht nach rechts ansteigend gelangt man in ein steiles von Felswänden umgebenes Kar. Hier geradeaus empor und später nach links durch ein weiteres Kar hinauf zur Scharte, dem sogenanten „Ochsenloch“, das unter dem Gipfelaufbau des Mittleren Schafalpenkopfes liegt. Es handelt sich dabei um eine absolut lohnende und landschaftlich beeindruckende Skitour.

Liechlkopf (2384 m) und Elferkopf (2350 m)

Beide Gipfel bilden die Höhepunkte eines Skitourenaufenhalts im oberen Wildental. Während der Elferkopf genussreiche Skihänge bietet, ist der Liechlkopf im Gipfelbereich um einiges steiler und anspruchsvoller. Obwohl mit 2384 m höher als die umliegenden Berge, wird der Berg eher weniger begangen. Auf dem Gipfel gibt es kein Kreuz, sondern nur einen schlichter Holzpfahl. Man folgt vom Parkplatz dem Weg ins Wildental zur Fluchtalpe. Hier weiter rechtshaltend und anschließend über Serpentinen dem Sommerweg folgend zur Hinterwilden Alpe (1777 m). Nun nach rechts durch ein flaches Hochtal bis zu dessen Ende. Man steigt das steile Kar zwischen Angerer- und Liechlkopf hinauf und erreicht eine Scharte. Von hier nach rechts steil zum Gipfel des Liechlkopfes. Der Weg zum Elferkopf zweigt vor dem Liechlkopf am Ende des flachen Hochtals nach rechts ab. Über sanfte und zuletzt steile Hänge erreicht man stets rechtshaltend den Wintergipfel des Elferkopfes. Bei der Abfahrt bieten sich ideale Südosthänge. Ambitionierte Skitourengeher werden es bevorzugen, bei sicheren Verhältnissen über die sehr steile Elferrinne zurück ins Wildental abzufahren. Siehe Bericht „Elferrinne“.

Einkehrmöglichkeit

Wiesenalpe zu Beginn der Skirouten
Gasthof Schwendle am Parkplatz

Unterkunft

Zahlreiche Pensionen und Hotels im Kleinwalsertal
Winterraum der Mindelheimer Hütte, www.mindelheimer-huette.de

Literatur

Skitourenführer Allgäu, www.panico.de

 

Galerie

Zurück zum Anfang vom Bericht

Schreibe einen Kommentar