Sportklettern am Klausenpass

Sportklettern am Klausenpass

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Wetterberichte können manchmal ganz schön gemein sein. Auf dem Weg Richtung Wallis sind wir extra über den Klausenpass gefahren, um am Chli Glatten einen Zwischenstopp einzulegen. Der bietet ja, wer sich auskennt, ziemlich gute Mehrseillängen-Touren an. Doch Metoblue versprach uns ab Mittag Schauerneigung. Für Frühaufsteher wäre da sicher noch was machbar gewesen, aber dies sparten wir uns lieber für’s Wallis auf.

Logischerweise hatten wir den Kletterführer Schweiz-Plaisir-Ost mit im Gepäck. Klettergarten „Niemerstaffel“ an der Klausenpass-Höhe: 45 Sportkletter-Routen im Bereich 4c bis 6c. Das hörte sich doch gut an, ein geeignetes Programm für labile Wetterlagen oder Spätaufsteher.

Von der Passhöhe marschierten wir zunächst Richtung „Chammli Alp“ und irrten einige Zeit auf dem schönen Almgelände umher. Ein Älpler gab uns schließlich den entscheidenden Tipp: daaa müsst ihr runter! Waren wir wirklich zu blö … die Beschreibung aus dem Führer zu kapieren? So ist das nun mal beim Bergsteigen: der Blick schweift gewöhnlich meist nach oben …

Über karstige Wiesen erreichten wir schließlich den Wandabbruch und stiegen an einem Fixseil zur breiten Wandflucht ab. Wir waren nicht alleine. Ein Züricher Paar wollte an diesem Tag eigentlich zum Bockmattli, aber entschied sich aufgrund der Wetterlage ebenfalls zum Sportklettern. S’isch halt so, do kasch nüt macha …

So tasteten wir uns langsam an den Fels ran und spulten in Folge eine 6a/b nach der anderen ab. Der breite Felsriegel ist vielleicht maximal 20 Meter hoch und präsentiert eine Vielzahl gut gesicherter Routen in den mittleren Schwierigkeitsgraden. Steile Wandkletterei an Kanten und Leisten sowie Auflegern ist hier angesagt. Wegen der engen Routendichte kann das Seil für’s Toprope auch mal in eine schwerere Route umgehängt werden. Der Klettergarten bietet sich aufgrund der nordwestseitigen Ausrichtung auch für heiße Sommertage an. Oder für unsicheres Wetter. An diesem Tag ist jedoch kein Tropfen mehr gefallen. Chli Glatten, wir kommen wieder …

Routenangebot

Ca. 50 Routen von 4c bis 6c. Wandhöhe bis 20 Metern. Meist steile bis leicht geneigte Wandkletterei an gut strukturiertem Kalk.

Material

50-Meter-Einfachseil, 10 Exen.

Zustieg

Von der Klausenpass-Höhe auf breitem Schotterweg Richtung Chammli Alp. Nach ca. 15 Minuten bei einer Kuppierung und Steinmann rechts ab. Über einen schwach ausgetretenen Pfad zunächst absteigend, später horizontal nach Westen. Man gelangt zu einem Fixseil, das zu den Einstiegen hinabführt. Vom Parkplatz ca. 30 Minuten.

Übernachtung

Auf der Klausenpass-Höhe kann gut im Auto übernachtet bzw. biwakiert werden. Sanitäre Anlagen und Brunnen sind vorhanden.

Weitere Ziele

Am Chli Glatten bieten sich einige schöne Mehrseillängen-Routen im Bereich 5c bis 6c an. Wandhöhe ca. 200 m bzw. bis zu 8 Seillängen. Zusieg je nach Sektor ca. 1 Stunde.

Claridenstock-Nordwand. Die ehemals Klassische Eistour apert im Sommer jedoch mittlerweile stark aus. Im späten Frühjahr ist sie als Firntour geeignet.

Topos

Kletterführer Schweiz Plaisir Ost. www.filidor.ch

Kletterführer Schächental. Das Buch ist im Kiosk auf der Klausenpass-Höhe erhältlich. www.pizbube.ch

 

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