„Ultima Ratio“ am Sebenkopf

„Ultima Ratio“ am Sebenkopf

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Dank der Sonnenberg-Bahn steht man nach kurzer Zeit auf dem Füssener Jöchle, hoch über der kleinen Ortschaft Grän gelegen. Die Bahn hat ihren Namen zurecht verdient, dies ist in der Tat eines der sonnigsten und aussichtsreichsten Ausflugsziele im Tannheimer Tal. Dementsprechend ist hier sommers wie winters auch mit zahlreichen Wanderern bzw. Skifahrern zu rechnen.

Kletterer, die sich hinüber zum Sebenkopf begeben, lassen den Touristenstrom jedoch schnell hinter sich und sind vom Kuhglocken-Geläute umgeben. Der Weg führt meist weglos entlang gelegentlicher Steinmänner durch Weiden, karstigen Blöcken, Latschen und zuletzt über schrofige Hänge hinüber zu den Einstiegen. Wer hier zum ersten mal unterwegs ist, für den ist die Orientierung zuweilen etwas unübersichtlich, um einen geeigneten Weg durch die Latschen zu finden.

Durch den relativ schnellen Zugang von ca. 45 Minuten haben sich in diesem ruhigen Kleinod am Rande der Tannheimer Berge einige Erstbegeher verewigt und dabei ein teilweise unübersichtliches Routennetz hinterlassen. Kleine Schildchen an den Standplätzen erleichtern jedoch gelegentlich die Orientierung.

Neben der klassischen Südverschneidung (5+), die den natürlichen Linien folgt, ist die vielbegangene „Ultima Ratio“ eine der leichteren Möglichkeiten, sich an die Wand ranzutasten. Homogene Schwierigkeiten bis zum oberen 6. Schwierigkeitsgrad bieten dabei dennoch gelegentlich knifflige Kletterpassagen. Der obere Wandbereich (linke Variante) war einst üppig mit Bohrhaken bestückt, was die Locals dazu veranlasste, wieder einige davon zu entfernen um der Tour einen sportlichen Charakter zu verleihen.

Das Panico-Topo will genau studiert werden, um auf der richtigen Spur zu bleiben. Hier gibt es einfach zu viele Varianten und Routen-Kreuzungen. Nach der zweiten Seillänge gelangt man in den Bereich des „Vilser Traums“ und der „Südverschneidung“. Hier ist es am einfachsten, nach rechts in die Verschneidung reinzuqueren und anschließend linkshaltend Stand zu beziehen. Danach geht es nun wieder geradeaus weiter, um in zwei verschiedenen Varianten den Gipfel zu erreichen.

Aufgrund der südseitigen Lage bieten sich die Routen am Sebenkopf auch an milden Wintertagen bei Inversions-Wetterlage an. Mit Liftunterstützung kann hier bei hoher Schneelage mit den Touren-Skiern bequem zum Sebenkopf hinüber gequert werden. Und nach der Tour wird man schließlich mit einer Abfahrt über die Piste nach Grän belohnt …

Schwierigkeit

Meist 5 bis 6, maximal 6+ (6 obligatorisch)

Absicherung

Gute, aber nicht übertriebene Absicherung mit Bohrhaken. Zwischen den Haken ist mit zwingenden Kletter-Passagen zu rechnen. Im Bereich der Südverschneidung kann mit mittelgroßen Friends optimiert werden.

Ausrüstung

Doppelseil, 10 Exen, Schlingen, Abseilausrüstung. Evtl. mittelgroße Friends.

Auffahrt zum Füssener Jöchle (1821 m)

Von Grän im Tannheimer Tal (Tirol) mit der Sonnenberg-Bergbahn oder zu Fuß in zwei Stunden auf‘s Füssener Jöchle. Wer sich vom Bahnbetrieb unabhänging machen will, kann mit dem Bike über einen Schotterweg hochfahren. Im Winter kann der Zustieg auch mit den Touren-Skiern bewältigt werden.

Zustieg

Von der Bergstation über Wiesen weglos diagonal nach links unten (Liftmasten) in Richtung des bereits gut sichtbaren Sebenkopf. Man durchquert ein Latschen-Blockfeld und gelangt zu einem Grasrücken. Von hier über steile Grashänge hinab, ein Geröllfeld querend und wieder hinauf zu einer Baumgruppe (Rucksdepot). Von hier wenige Meter nach rechts zum Vorbau ansteigen. Der Einstieg ist beschriftet. Vom Füssener Jöchle ca. 45 min.

Abstieg

Vom Gipfel ca. 50 m über den Westgrat in eine Scharte hinab. Nun südseitig (links) ca. 50 m den Kamm querend zur Abseilpiste. Der Weg dorthin ist durch viele Bohrhaken richtungsweisend. Von hier 2mal Abseilen und über steiles Schrofenglände nach links zurück zum Rucksackepot.

Topos

Kletterführer Allgäu incl. Tannheimer Tal www.panico.de

 

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