„Zeichen der Freundschaft“ an der Teufelstal Wand

„Zeichen der Freundschaft“ an der Teufelstal Wand

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Während wir früher oft in der Schöllenen Schlucht unterwegs waren, schenkten wir der gegenüberliegenden Teufelstal Wand immer wenig Beachtung. Dies lag vielleicht auch daran, dass sich die dortigen Kletterrouten damals noch mit Schlaghaken und alte Schlingen im Urzustand befanden und somit für den Schweiz-Plaisir-Führer nicht geeignet waren.

Seit 2010 hat sich dieser Umstand jedoch drastisch verändert. Der leichteste Durchstieg durch die Teufelstal Wand wurde von ein paar Locals komplett saniert und hat es bis in den Remy-Kletterführer „Dreams of Switzerland“ geschafft. Laut Beschreibung ist die Route „Zeichen der Freundschaft“ eine der besten Granit-Touren der Schweiz. Und im Wandbuch fand ich später folgenden Eintrag: „In 40 Kletterjahren eine meiner besten Touren“.

Das hörte sich doch gut an. Den Schwierigkeitsgrad „6a+ obligatorisch“ trauten wir uns zu, noch dazu eine brauchbare Absicherung mit Bohrhaken. Einziges Manko: man seilt zuerst in die Schlucht ab und wer weiß, wie man da im Ernstfall wieder rauskommt? Mitte August mussten wir ja immer wieder mit Wärmegewittern rechnen …

In der Tat stellt der Anstieg die Val di Mello-Tour „Luna Nascente“ in den Schatten. Und das soll was heißen. Die meisten der 10 Seillängen sind reine Riss- bzw. Verschneidungs-Kletterei im komfortablen Bereich wie man es sonst selten findet. Gelegentlich gilt es auch plattige Passagen zu überwinden, um in die nächste Riss-Reihe zu gelangen. Die letzte Seillänge führt schließlich durch eine anstrengende Fingerriss-Verschneidung, gekrönt mit einem noch anstrengenderem Abschluss-Überhang. Am Ende ist man dann doch ziemlich geschafft und muss noch einige hundert Meter aufsteigen, um zum eigentlichen Abstieg zu gelangen. Dafür wird man jedoch unterwegs mit einem Überschuss an Heidelbeeren belohnt …

In der Schlucht befinden sich noch weitere Routen in der gehobenen Preis-Klasse, wie z. B. der „Alpentraum“ links der „Freundschaft“. Die Tour ist ähnlich schön und ebenfalls ausreichend geboltet.  Und auch die Freunde der Selbstabsicherung finden hier ein vielfältiges Angebot …

Schwierigkeit

Überwiegend 6a und 6b, Schlüssel-Seillänge 6b+, insgesamt 6a+ obligatorisch

Absicherung

Die Tour ist relativ gut mit Bohrhaken abgesichert. Zwischen den Haken ist zwingend 6a+ zu klettern. Dazwischen können aber immer wieder Friends in allen Größen gelegt werden. Für die letzte Seillänge (6b+) sind kleine Keile bzw. Friends vorteilhaft.

Material

Doppelseil, 12 Exen, evtl. Keile und Friends zur zusätzlichen Absicherung, Abseilausrüstung

Ausgangspunkt

Andermatt am Gotthard-Pass. Man fährt ca. 5 km die Oberalp-Pass-Straße hinauf und parkt bei der Bahnstation Nätschen. Es empfiehlt sich das Bike für den Rückweg mit zunehmen.

Zustieg

Man folgt dem Schotterweg Richtung Gondelbahn-Bergstation Gütsch. Bei der 3. Haarnadelkurve (Bikedepot) verlässt man den Weg nach links und steigt über Wiesen zu einer gut sichtbaren Flagge ab. Dies ist der Ausstieg des Klettersteigs „Diavolo“. Hier steigt man rechtshaltend über einen schwachen Pfad ca. 80 Meter zur Abseilpiste ab. Nach 3maligem Abseilen erreicht man den Schluchtgrund und überquert den Bach. Nun etwas rechtshaltend ca. 15 Meter an gelegentlichen Fixseilen hinauf zum Einstieg. Vom Parkplatz ca. 1,5 Stunden.

Abstieg

Vom Austieg entlang von gelegentlichen Fixseilen, Pfadspuren, roten Markierungen und Steinmännern hinauf zur höchsten Graterhebung. Nun rechtshaltend zuerst über Wiesen und Blöcken, später über einen Steilhang zurück zum Bikedepot. Vom Ende der Tour ca. 45 Minuten.

Fluchtmöglichkeit

Wer während der Tour vom Schlechtwetter überrascht wird, seilt am besten wieder ab. Vom Schluchtgrund führen gelegentliche Fixseile und Steilgras hinauf zum Ausgangspunkt. Alles sehr alpin, aber nun mal die einzige Möglichkeit, der Notlage zu entkommen.

Übernachtungsmöglichkeit

In Andermatt befindet sich ein komfortabler Campingplatz

Topo

Kletterführer „Dreams of Switzerland“. Siehe www.kletterfuehrer.net

 

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