Der Allgäuer Bergsteiger und Kletterer gibt einen vielseitigen Einblick in seinen Tatendrang …

Andi, für mich bist du ein fester Bestandteil der Allgäuer Kletterszene. Du wohnst absichtlich in der Nähe der Berge, hast du mir mal gesagt. Wie bist du eigentlich zum Klettern gekommen?
Ich hatte immer Leidenschaft für’s Bergsteigen. Aber ich hatte kaum eine Connection zu Menschen, die klettern. Anfang 20 wollte ich unbedingt klettern lernen und bat befreundete Studienkollegen, mit mir an den Bachtelweiher-Felsen zu gehen. Zuvor hatte ich gelernt, wie man sich mit einem Einfachknoten einbindet und mit einem Abseilachter „sichert“: Man hält beide Seile mit einer Hand 50 cm über dem Gerät fest und wurstelt das Seil irgendwie durch. Mit großem Glück hat sich niemand ernsthaft verletzt.
Warst du danach mehr in Klettergärten oder in Alpinen Wänden unterwegs?
Als Anfänger war ich sehr unbegabt. Ich musste nach meinem ersten Kontakt mit einem Klettergurt erstmal ein halbes Jahr lang 5 mal pro Woche in einfachen Plastikrouten lernen mich zu bewegen. Danach hing ich fast täglich im Klettergarten oder auch in Alpinen Routen ab.
Was waren deine ersten Touren und welche davon sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Mein erster Kletterurlaub war in Starkenbach in Tirol. Ich war mega stolz einen 5er am Fels geschafft zu haben. Es war wunderschön.
Ich habe das Gefühl, du bist mittlerweile eher der Sportkletterer in den höheren Graden. Wie schwer bist du bisher geklettert?
Meine schwerste Tour war wohl „Siberian Winter“ 8b/b+ an der Kraftwerkswand.
Was sind deine Lieblings-Sportklettergebiete im Allgäu?
Die Schönheit der Allgäu-Gebiete ergibt sich aus dem Zusammenspiel der einzelnen Wände zu jeder Jahreszeit.
Wir begegnen uns immer wieder in der Kemptener Kletterhalle. Obwohl du da meist schwer kletterst, wirkst du immer sehr entspannt. Wie schaut es mit deinem Ehrgeiz aus?
Eine tolle Projektroute motiviert mich, alles zu geben. Aber Zahlen sind eine eher untergeordnete Sache. Ich bin froh, wenn ich gesund bleibe.
Fokusierst, projektierst oder trainierst du eigentlich auf bestimmte Ziele?
Ich finde es schön, ein starker und kompetenter Alpinist zu werden. Im Skibergsteigen setze ich meinen Fokus auf Kompetenz in Lawinenkunde und Tourenplanung. Im Sportklettern möchte ich gerne an eine schöne 8a hinlaufen und sie zügig klettern können. Hinsichtlich Alpiner Touren bevorzuge ich schöne Linien in moderaten Graden, die nicht allzu gefährlich sein brauchen.
Wie wichtig ist dir das Hallenklettern generell?
Mein Herz schlägt für den Fels. Trotzdem gehe ich gerne in die Halle. Halle ist leicht bekömmlich, ein sozialer Ort und erste Anlaufstelle, wenn es aus Zeit- oder Wettergründen nichts Besseres geht.
Ein berühmter Kletterer, den Namen habe ich leider vergessen, hat einmal gesagt: „Das Bouldern ist die Seele des Kletterns“. Siehst du das auch so und boulderst du überhaupt?
Bouldern ist halt der Zugang, um stark zu werden. Ich mag die Mischung aus allem und die Vielseitigkeit des Kletterns. Ich mag mich da kaum einer Spielart verwehren und mag alles zu seiner Zeit.
Neulich hast du mir erzählt, dass du nun schon seit über 20 Jahren in den heimischen Klettergärten unterwegs bist und aktuell lieber zum Kraxeln in den Bergen unterwegs bist. Was sind das für Kraxl-Touren und welche Gebiete bevorzugst du?
Manche sammeln Briefmarken, ich sammle Gipfel. In diesen 20 Jahren habe ich alle Gipfel der Allgäuer, Ammergauer und – bis auf 6 Stück – der Lechtaler Alpen bestiegen. Auch hier mag ich die Vielseitigkeit der Berge von der einfachsten Voralpentour bis hin zur schwierigen Konditionstour an der Grenze zum Free-Solo-Klettern.
Was bedeutet dir diese Form des Bergsteigens?
Ich schätze die Berge als Lehrmeister. Sie erzeugen Glück in mir. Ich kann sagen: Ich habe eine richtig gute Beziehung zu den Bergen. Wenn ich dort bin, geht’s mir gut.
Ich nehme an, es ist auch ein Ausgleich zum Sportklettern in den höheren Graden …
Absolut. Die Vielseitigkeit ist für mich ein Schlüssel zum Glück. Man ist ja nicht mehr der Jüngste und wenn mal ein Körperteil versagen sollte, geht in einer anderen Disziplin immer „a bisserl“ was.
Das Naturerlebnis scheint dir im Gegensatz zu den Schwierigkeitsgraden auch wichtig zu sein. Die Jahreszeiten, die Farben und Stimmungen …
Unbedingt. Egal ob mit Ski, am Fels oder auch einfach nur zu Fuß – die Eleganz von Natur, Fels, Schnee und Eis berührt mich immer wieder tief. Ich mag das besondere Licht und die Stimmungen im Herbst besonders.
Ich habe das Gefühl, dass du ziemlich puristisch veranlagt bist. Hast du eigentlich schon mal auf einer Hütte übernachtet oder eine Seilbahn benutzt?
Tatsächlich habe ich nie eine Seilbahn benutzt – außer als Kleinkind auf die Zugspitze mit Oma und Opa – und nie in einer Hütte übernachtet. Mir war immer wichtig, den Berg als eine Art Lehrmeister zu betrachten, den man nur erleben kann und an dem man nur lernen und wachsen kann, wenn man ihm mit möglichst puristischen Mitteln begegnet. Abgesehen von ein paar unbedingt notwendigen Bohrhaken, würde ich sämtliches „Zurechtmachen“ der Berge ablehnen. Ein paar dezent markierte Wanderwege halte ich für ok, ein paar Seilbahnen für Familien und Gehbehinderte auch. Ansonsten befürworte ich Respekt und Demut vor dem Berg und ihn möglichst von touristischen Spuren zu verschonen.
Ich verwende auch keine digitalen Hilfsmittel für Tourenplanung oder etwa „Skitourenguru“ zur Einschätzung von Lawinengefahr und fürchte den Tag, an dem diese Apps schlauer sein werden, als jeder Mensch. Für mich zählt die tiefgründige Auseinandersetzung mit der Natur und das Lernen vom Berg und von der Natur als Bestandteil von Bildung und Persönlichkeitsentwicklung. Wenn Bergsteiger auf dem Weg zum Schrecksee einen QR-Code von einem Schild abscannen und damit dann gewarnt werden, nicht von der Dunkelheit „überrascht“ zu werden, dann ist das für mich das Gegenteil von dem, was Bergsteigen sein sollte.
An dem Tag, an dem ich Menschen mit Exoskeletten und einer Lawinenapp in der Hand an der Freispitze herumrennen sehen werde, würde ich das Bergsteigen aufhören und reiner Hallenkletterer werden. Mir sind Bergsteiger sympathisch, die ein Mikroskop im Rucksack tragen, um die Schneekristalle zu studieren.
Du hast es ja bereits erwähnt, dass du schon auf allen Allgäuer und Ammergauer Gipfeln gestanden bist. Wieviele sind das eigentlich?
Ich habe sie nicht gezählt, aber ich bin per Landkarte sehr gründlich vorgegangen und war tatsächlich auf allen Erhebungen, die irgendeine Art von Gipfelcharakter haben. 10 Meter Schartenüberhöhung waren mir stets schon ausreichend. Es waren sicher mehr als 98 % der heimischen Gipfel …
Da bleibt nicht mehr viel übrig. Und was kommt danach?
Mittlerweile liegt mein Fokus mehr auf neuen Linien, neuen Wegen, neuen Klettertouren.
Irgendwann hast du mir von der „Tina Turner“ an der Freispitze in den Lechtaler Alpen erzählt. Was kannst du von der Tour berichten?
Mir hat die Linie schon immer sehr imponiert, seit es die Tour gibt. Und der große Freispitzturm war bis dato ein wertvolles, noch nie von mir besuchtes Lechtal-Juwel. Mein Herz schlug höher, als ich Anfang November 2024 mit dem ultrastarken Alpinisten und Nachbar Pierre Breitwieser aus Pfronten zusammen die Tour am einem Tag – natürlich ohne E-Bike – bewältigen konnte. Es war ein traumhafter Tag und wir nutzen exakt die sehr kurze, sonnige Tageszeit aus und genossen die Traumtour in der milden Spätherbstsonne. Der Tag ist mir in sehr toller Erinnerung gebleiben.
Welche Allgäuer Klettertouren haben dir besonders gefallen?
Im Allgäu gefällt mir die Wildenverschneidung oder der Holzerweg an der Kleinen Höfats.
Warum haben dich eigentlich nie die großen Klassiker in den Alpen interessiert. Ich meine, das Zeug hättest du ja schon dazu gehabt …
Gute Frage. Ich sah mich hier vor Ort stets ausreichend beschäftigt, mag einfache Anreise, gerne mit dem Fahrrad. Und ich schaue mir schwere Sachen auch gerne öfter und länger an, bis der Durchstieg glückt. Manchmal ist es ein Entwicklungsprozess gewesen. Ich musste im Klettersport oft sozusagen über meinen Schatten springen und aufwändig Projekte realisieren, die sich anfangs für mich unmöglich angefühlt haben. Da war es natürlich von Vorteil, wenn die Anreise unkompliziert war und man eben dann antreten konnte, wenn die Bedingungen gerade gepasst haben.
Hast du schon mal daran gedacht, Bergführer zu werden?
Tatsächlich habe ich privat und für mich selbst gerne an den typischen Bergführer-Kompetenzen gearbeitet und der Job hätte mich auch gereizt. Aber es bestand nie die Notwendigkeit, das Hobby zum Beruf machen zu müssen. Außerdem finde ich oft ganz besonderen Reiz am vollkommen Bedeutungslosen, an Touren, die nicht Mainstream sind, die mit Latschen- und Geröllkampf, brüchigem Fels und Unkonventionellem verbunden sind. Mit vielem, was mich am Alpinismus reizt, könnte man kaum Geld verdienen.
Wie stehst du neben den Bohrhaken-Routen zum traditionellen Klettern mit Keilen und Friends? Für die „jungen Wilden“ spielt das ja auch eine wichtige Rolle …
Ich schätze die Pluralität im Alpinismus und im Klettern sehr. Ich schätze am Klettern auch sehr, dass es kaum Vorschriften gibt und jeder diesen Sport nach persönlichem Gusto betreiben kann. Die Berge geben für jeden Geschmack und jede Könnensstufe etwas her. Und ich bewundere den Alpinismus und Berg-Tourismus, der den Berg so hinterlässt, wie es ist. Aber es gilt einen Spagat zu finden zwischen Erlebnis und objektivem Risiko. Das Leben und die Gesundheit sind kostbar. Für mich hängt das sehr von der Route selbst und deren Schwierigkeit bzw. Brüchigkeit ab. Dementsprechend sollte eine Route abgesichert sein. Und ich finde es vollkommen ok, dass es für weniger starke oder besonders sicherheitsbewusste Kletterer auch gut geboltete Routen gibt.
Interessieren dich auch Eis- oder Mixed-Routen, wie die Rubihorn-Nordwand?
Ja. Aber nicht ganz so sehr wie Klettern und Skitouren. Im Moment.
Im Winter bist du ja auch fleißig mit den Skiern unterwegs. Ich nehme an, das sind Touren fernab des Mainstreams. „Neue Linien mit den Skiern erkunden“, hast du mal gesagt. Was sind das für Unternehmungen?
Ähnlich wie ich Gipfel sammle, sammle ich auch Linien. Rinnen und Kare, die man mal befahren hat, generell Orte, an denen ich gerne mit Ski gewesen bin. Es geht mir darum, Linien zu erspähen, zu kombinieren und auch unkonventionelle Skirouten zu ertüfteln. Die Berge geben oft deutlich mehr her, als man auf den ersten Blick erwarten würde oder manchmal auch sogar einer genauen Landkarte entnehmen kann. Wo immer Schnee liegt kann man theoretisch Ski fahren. Geduldig, ähnlich wie ein Jäger, werden die passenden Bedingungen abgewartet.
Manchmal stellen die sich für eine erdachte Touren den ganzen Winter lang nicht optimal ein. Man ordnet sich eben der Natur und den Gegebenheiten unter und versucht, dem Tag und den Umständen entsprechend stets die abenteuerlichste Tour zu unternehmen. Natürlich schränken Lawinengefahr, abgeblasene Felsen, Schneemangel usw. dieses Wunschdenken oft empfindlich ein. Aber wenn die „Goldenen Tage“ kommen, dann wird zugeschnappt. Und dann renne ich vom ersten bis zum letzten Licht mit einem dicken Grinsen durch die Berge.
Du hast mir mal von der Elmer Kreuzspitze erzählt …
Für mich einfach ein toller, spektakulärer Skiberg. Mega Hänge, tolles Ambiente. Nur selten gewährt er dem kundigen Skibergsteiger Zutritt mit vertretbarem Risiko. Wenn an einem schönen Wintertag alles passt, genieße ich diese tolle Tour immer wieder gerne. Ich finde sie skitechnisch gar nicht so besonders schwer, aber die riesigen Grasflanken und ihre mächtigen Geländefallen bilden natürlich das optimale Terrain für den potenziellen Lawinentod. Die Kulisse und das herausfordernde Risikomanagement an diesem Berg ziehen mich magisch an.
Ich würde gerne mal den Linkerskopf, den laut Führer „schwersten Allgäuer Skitourenberg“ machen. Kannst du mir sagen, wann ich den am besten gehe? Die spielen ja verschiedene Kriterien eine Rolle …
Das für die Elmer Kreuzspitze Gesagte gilt auch für den Linkerskopf. Ich würde nicht unbedingt behaupten, dass er der „schwerste“ Allgäuer Skitourenberg hinsichtlich Skitechnik ist. Aber er könnte der schwerste Allgäuer Skitourenberg hinsichtlich Risikomanagement sein. Seine Morphologie und seine klimatischen Besonderheiten bilden einen sehr ernstzunehmenden Cocktail für Lawinengefahr. An dieser Stelle verweise ich auf den brillianten Artikel meines Bergfreundes Kristian Rath auf seinem Blog „Freie Berge“: „Linkerskopf – Wann passen die Verhältnisse?“ Die fachlich korrekte Auswertung der aktuellen Wetterdaten von der Wetterstation am Fellhorn gegenüber spielt dabei auch eine wichtige Rolle.
Du beobachtest die Spuren in den Hängen. Wie ist das zu verstehen und wie schätzt du die Lawinensituation generell ein?
Spuren bedeuten nicht automatisch zusätzliche Sicherheit oder dass andere die Lage optimal eingeschätzt haben. Gerade bei einem Altschneeproblem oder wenn man ein vorliegendes Altschneeproblem nicht ausschließen kann, haben vorhandene Spuren nur eine sehr begrenzte, manchmal auch gar keine Aussagekraft über die Stabilität des Hangs. Die geistige Haltung auf Skitour unterwegs sollte stets so sein, als gäbe es keine Spuren.
Du warst ja schon oft mit dem Kristian Rath unterwegs. Er wird oft als „Skitouren-Papst des Allgäus“ beschrieben. Du hast sicher einiges von ihm gelernt …
Ja. Wir sind seit 20 Jahren eigentlich jeden Winter zusammen unterwegs. Ich schätze seine scharfsinnige Beobachtungsgabe, sein Wissen über die Berge und Lawinen und auch seinen eigenwilligen Humor sehr. Einige seiner Veröffentlichungen über Wetter, Schnee und Lawinen – z. B. „Linkerskopf“ oder „Wohin bei Problemwetterlagen?“ – haben mit Sicherheit einen Doktortitel verdient. Ich bin außerordentlich froh über das, was ich von ihm lernen durfte.
Neulich hast du mir erzählt, dass du beim Bergsteigen mehr das „Bedeutungslose“ bzw. die „vergessenen Gipfel“ suchst. Warum und wie ist das zu verstehen?
Ich durfte die Erfahrung machen, dass man an eher vergessenen und unbekannten Bergen oft die schönsten Überraschungen, Stimmungen und Erlebnisse hat. Nicht das, was gehypt und gepostet wird, ist unbedingt das Schönste und Sehenswerteste.
Was bedeutet für dich der Begriff „die Berge als Lehrmeister“?
Anfangs war ich ein ausgesprochen talentfreier Bergsteiger. Ich konnte mich beim Klettern sehr schlecht bewegen, hatte starke Höhenangst und null Trittsicherheit. Aber ich habe die Berge immer geliebt. Und daran konnte ich wachsen. Grenzen in meinem Kopf weit verschieben. Dinge erleben, die lange für mich als unmöglich erachtet wurden. Und dadurch wurde ich beflügelt, fast wie ein Engel. Ich gewann Zuversicht und Freude. Und auch Fitness. Nach Jahrzehnten als leidenschaftlicher Alpinist traf mich eine tiefe, jahrelange Lebenskrise und schmetterte mich nieder. Die Berge gaben mir den notwendigen Halt und Zuversicht. Leider hat der Alpinismus viele Leben gefordert. Aber bei mir ist es wahrscheinlich andersherum: Ohne die Berge wäre ich heute nicht mehr da.
Du bist ja oft alleine auf exponierten, brüchigen Graten unterwegs. Sind Solo-Begehungen der härteren Gangart für dich überhaupt akzeptabel? Ich meine, wegen dem Nachahmungseffekt …
Ich poste meine Touren nirgends und erzähle bestenfalls Freunden oder der Familie davon. Da dürfte es kaum Nachahmungseffekte geben und wenn dann nur von Bergsteigern, die die notwendigen Fähigkeiten haben sollten.
Heuer waren an der Zugspitze viel mehr Unfälle als die Jahre davor zu verbuchen. Was denkst du, woran liegt das?
Es steht mir nicht zu, über andere Bergsteiger zu urteilen.
Der malerische Seebensee in den Mieminger Bergen ist mittlerweile ein Vorort von München, der Schrecksee eine Party-Location, Winterräume werden unaufgeräumt hinterlassen … Woher kommen eigentlich solche Auswüchse?
Das könnte einfach an der Masse der Menschen liegen und der damit verbundenen Anonymität. Ich finde es durchaus auch positiv, dass viele Menschen in die Berge gehen. Nur wäre es wünschenswert, wenn die Menschheit einen besseren und respektvolleren Umgang mit der Welt lernen würden. Auch dafür könnten die Berge die richtigen Lehrmeister sein.
Genug gelästert. Reden wir lieber wieder noch von den angenehmen Dingen des Bergsteigens. Was hast du eigentlich noch für Ziele diesbezüglich? Möchtest du noch bestimmte Routen abhaken oder Gebiete besuchen?
Es gäbe unendlich viele Möglichkeiten und Ziele. Ich würde gerne die Antarktis oder etwa den Gonga Shan besuchen. Aber ich habe irgendwie auch Bedenken, dass mich diese Ziele leicht größenwahnsinnig werden lassen könnten. Vielleicht ist auch das ein Grund, mich gerne auf das Bergsteigen „zu Hause“ zu fokusieren.
Möchtest du sonst noch etwas los werden?
Ich glaube, man wird bald sagen müssen: Das späte 20. Jahrhundert und das frühe 21. Jahrhundert waren die geilsten Zeiten, in denen ein leidenschaftlicher Alpinist nur leben konnte. Schneemangel, Digitalisierung, Exoskelette … Was mag da auf uns zukommen! Und seid freundlich zueinander am Berg – besonders Frauen zu Männern und umgekehrt. Außerdem wünsche ich allen Lesern und der Szene viele glückliche und unfallfreie Touren!
Andi, vielen Dank für dieses interessante und aufschlussreiche Gespräch. Ich freu mich, dich wieder in der Halle zu treffen und wünsche dir ebenso noch viele tolle Touren im Allgäu und darüber hinaus …