Der eindrucksvolle Eisfall liegt etwas versteckt hinter’m Vilsalpsee im Tannheimer Tal. Zuerst führt eine landschaftlich schöne Wanderung am Seeufer entlang, später geht es durch den Wald Richtung Landsberger Hütte hinauf. Erst jetzt ist der Blässe-Fall bei einer Lichtung gut einzusehen und man kann sich ein Bild darüber machen, wie die aktuellen Eisverhältnisse sind.
Mit einer Höhe von ca. 250 Metern ist dies der herausragende Eisfall im Tannheimer Tal. Im unteren Teil ist er eher flach, nach oben hin aber zunehmend steiler und technisch reizvoller. Mit Schwierigkeiten bis zu WI 3 – 4 zählt der Eisfall zu den anspruchsvolleren Unternehmungen in der Region. Dazu kommt eine ordentliche Kletterstrecke von bis zu 6 Seillängen.
Wegen der südwestseitigen Lage ist es ratsam früh einzusteigen, da ab Mittag die Sonne in den Eisfall scheint. Softeis, fließendes Wasser und Eisschlag können die Folge sein. Deshalb ist es evtl. besser bei bedecktem Himmel und Minusgraden vorort zu sein. Generell gilt es schnell unterwegs zu sein, um nicht in die Dunkelheit der Monate Januar und Februar zu geraten. Ab März wird es immer schieriger, den Blässe-Fall zu begehen …
Schwierigkeit
Je nach Verhältnissen WI 2 – 4. Unten ist der Eisfall etwas flacher
Absicherung
Der Eisfall muss mit Eisschrauben abgesichert werden
Ausrüsung
60-Meter-Doppelseil, 10 Exen, komplette Eiskletter-Ausrüstung, Reepschnüre für Abalakov-Abseilstellen
Ausgangspunkt
Parkplatz am Vilsalpsee im Tannheimer Tal. Aus zeitlichen Gründen ist es ratsam, vor 8 Uhr morgens die Schranke am südlichen Ortsrand von Tannheim zu passieren. Danach ist es nicht mehr erlaubt mit dem PKW zum Vilsalpsee zu fahren. Ab 17 Uhr kann wieder zurück nach Tannheim gefahren werden. Für 5 Euro Parkgebühr öffnet sich die Schranke zur Durchfahrt.
Zustieg
Man geht am linken Seeufer des Vilsalpsees entlang. Nach ca. 15 Minuten führt der Weg bei der Beschilderung Richtung Landsberger Hütte hinauf. Kurze Zeit später wird der Blässe-Fall sichtbar und man geht weglos linkshaltend zum Einstieg empor. Vom Parkplatz ca. 45 Minuten.
Abstieg
Vom Ausstieg rechtshaltend gelangt man zu einem gebohrten Kettenstand. Hier seilt man ca. 60 Meter zum nächsten Bohrhakenstand ab. Die restlichen Abseillängen führen wieder durch’s Eis. Hierfür müssen Abalakov-Sanduhrschlingen gebaut werden. Alternativ kann auch vom Ausstieg weit nach rechts ansteigend gequert werden, um auf den Normalweg zur Landsberger Hütte zu gelangen. Dies ist jedoch wesentlich länger und geht nur bei sicheren Lawinenverhältnissen.
Literatur
Eiskletterführer Bregenz bis Garmisch www.panico.de
Webinfo
www.climbers-paradise.com
forum.rocksports.de
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