Wir befinden uns ganz im Süden Frankreichs, kurz vor den Pyenäen. Nachdem wir in der Gegend von Tautavel schon einige Klettergebiete besucht hatten, standen noch die Felsen von Maury auf dem Programm. Der Kletterführer versprach weit über 100 Routen verteilt auf mehrere Massive.
Zielstrebig suchten wir eine Schotterpiste, die uns am Ortsrand von Maury zu den einzelnen Sektoren führte. Nach einer längeren Odyssee standen wir schließlich am Einstieg des Sektors „Le Pilier“. Der Wandfuß war total eingewachsen und die ersten Haken einzelner Routen jeweils abgeschraubt. Ein großes Fragezeichen tat sich auf, hier konnte man nicht klettern.
Enttäuscht gingen wir die Piste ein paar hundert Meter weiter bis zum Sektor „Natousque“. Den im Kletterführer als „Pilz“ beschriebenen Felsriegel kann man in wenigen Minuten durch’s Gestrüpp umrunden. Hier bot sich das gleiche Bild: die ersten Haken weit oben, alles sehr abenteuerlich abgesichert.
Immerhin führte eine kurze einfache Kraxelei auf das flache Gipfelplateau des Massivs. Hier bot sich ein ähnliches Bild: die Umlenkungen waren abgeschraubt, dennoch konnten wir ein paar Toprope-Seile in die restlich verbliebenen Haken einhängen. Anschließend hübsche Kletterei, alles noch sehr rau.
Nach einer Weile gab es Besuch von ein paar Wanderern. Ein freundlicher Local klärte uns auf: aufgrund eines Kletterunfalls im benachbarten Tautavel wurde ein Verbot für mehrere Gebiete der „Route de la Grimpe“, zu denen auch Maury gehört, durch die Gemeinde Agly-Fenouillèdes ausgesprochen. Die Kletterer kommen nur noch zum Bouldern hierher.
Alles sehr fragwürdig, in Tautavel floriert der Klettertourismus, warum nicht bei Maury? Mit fetten geklebten Haken und entsprechenden Hinweistafeln obliegt der Verantwortung bei den Kletterern. Aber wir kennen die wahren Hintergründe nicht.
Schade, dennoch wussten wir den Tag mit einem Besuch der Burg von Quéribus noch zu retten. Bereits bei der Anfahrt nach Maury fiel uns die mächtige Anlage am Horizont auf. Über eine Pass-Straße erreicht man den Ausgangspunkt der besterhaltenen Katharer-Burg der Gegend. Das Château de Quéribus erhebt sich auf einer Höhe von über 700 Metern auf dem Südkamm der Corbières und bietet ein herrliches Panorama vom Mittelmeer bis zu den Pyrenäen. Steile Treppen führen durch die weitverzweigte Anlage in die einzelnen Räume bis hin zum obersten Aussichtspunkt.
Wer einen Kletterurlaub bei Tautavel verbringt, sollte einen Besuch der Burg nicht verpassen! Und da gibt es ja noch zahlreiche Weinkellereien in der Gegend, die zu feucht-fröhlichen Führungen einladen 🙂
Literatur
Kletterführer Maury etc., Tome 1 www.kletterfuehrer.net
Webinfo
climbingaway.fr
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