Klettern bei Manikia

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Es muss nicht immer Kalymnos oder Leonidio sein – seit ein paar Jahren gibt es einen weiteren Stern am griechischen Kletterhimmel. Die Rede ist von Manikia, einem kleinen Bergdorf auf der Insel Euböa, ungefähr 2 Stunden nordöstlich von Athen. Fähre braucht es keine, denn bei der Inselhauptstadt Chalkida überspannt eine 40 Meter lange Autobrücke eine der schmalsten Meerengen der Welt. Danach geht es wunderschön die Küste entlang und irgendwann durch hügelige Land(wirt)schaften auf die andere Inselseite zu den Wänden von Manikia.

Schon von weitem sieht man eine kilometerlange Felsbastion, die bis zur Ortschaft Vrisy hinabreicht. Gleich um die Ecke erscheint die hufeisenförmige Arena von Mpougazi, umrandet von weiteren zahlreichen Wänden. Dazu kommen noch andere Massive in tiefer gelegenen Seitentälern oder auf stattlichen Hügeln, die von den Erschließern nicht unentdeckt blieben.

Um die Jahrtausendwende weckten griechische Kletterer die Wände von Vrisy aus dem Dornröschenschlaf und erschlossen dort einige Kletterrouten. Es vergingen noch ein paar Jahre, bis 2015 eine Gruppe französischer Kletterer das weitere Potential erkannte und nach Absprache mit den Locals den Bohrer ansetzte. Ausschlaggebend war schließlich die Gründung des Vereins „Manikia Project“ und 2022 der „Petzl-Roc-Trip“, dessen Akteure die Felsen im Rahmen eines Festivals massiv ausgebaut und saniert hatten.

Bis 2026 sind es nun etwa 800 Linien in 30 verschiedenen Sektoren. Darunter finden sich auch ca. 25 Mehrseillängen-Touren mit einer Kletterlänge von bis zu 300 Metern. Es handelt sich oft um steile Kalkwände bis hin zu überhängenden Grotten mit Sinterstrukturen. In den Sportkletter-Routen sind die Bewertung und Absicherung oft human. Die Mehrseillängen-Touren weisen etwas weitere Hakenabstände auf. Es ist noch längst nicht alles erschlossen, vielleicht die Hälfte, deshalb sind fähige Erstbegeher stets willkommen.

Die meisten Kletterer sind an den Felsen über der Straße zwischen Manikia und Vrisy im „Upper Valley und Lower Valley“ anzutreffen. Keine Frage, hier gibt es die meisten Sektoren. Der sporadische Autoverkehr spielt praktisch keine Rolle, dafür wird man immer wieder von streunenden Ziegenherden aufgehalten. Am beliebtesten ist sicher der Sektor „All the Universe“ mit seinen üppigen 40 Meter langen Routen, die wie an der Perlenschnur aufgereiht sind.

Weiter unten bei Vrisy, im zweiten Hauptklettergebiet „Mpougazi“, ist vor allem die Riesen-Grotte „Dragonera“ bekannt. Dort verbringen die Projektierer ihre schweißtreibenden Klettertage. In der weitläufigen, ruhig gelegenen Arena Mpougazi gibt es aber auch einige moderate Kalkplatten und hohe Wände mit Mehrseillängen-Routen. Am Taleingang befindet sich der strategisch günstige und geräumige Campingplatz „Dragonera Cliffs“. Die Zustiege durch Oliven-Plantagen sind kurz und angenehm zu Fuß gehbar.

Wir waren gut 2 Wochen in Manikia und konnten jeden Tag einen weiteren Sportkletter-Sektor und Mehrseillängen-Routen in der Preisklasse 5c bis 6b finden. Für den Normalo ist somit genügend Stoff in den mittleren Graden vorhanden. Für weniger Geübte gibt es eine Handvoll Klettergärten mit Routen in den unteren Schwierigkeitsgraden. Und wer etwas anspruchsvoller unterwegs ist oder in den Grotten projektiert, wird wohl niemals fertig – schwere Routen gibt’s genügend …

Verglichen mit Kalymnos oder Leonidio ist Manikia viel weniger überlaufen und das Klettergeschehen verteilt sich auf die weitverstreuten Sektoren. Es gibt nur wenige Bars in Manikia und Vrisy, wo sich die Szene nach dem Klettern trifft. Keine Spur von instagram-tauglichen Ereignissen für den Rest der Welt. Kletter- und Souvenierläden: Fehlanzeige. Die Kletterausrüstung sollte also bei Reiseantritt komplett sein. Trotz des üppigen Routenangebots hat man das Gefühl, dass der Klettertourismus hier noch nicht richtig angekommen ist. Wer den Trubel meiden möchte, ist in Manikia richtig …

Es ist eine sehr ursprüngliche und wilde Gegend, die hauptsächlich vom Oliven-, Wein-, Obst- und Gemüseanbau geprägt ist. Die ältesten Olivenbäume sind bis zu 500 Jahre alt. Auf dem Weg in die Klettergebiete begegnet man ständig irgendwelchen Ziegenherden, die auf ihre Weiden getrieben werden. An manchen Plätzen stehen bis zu 50 Bienenvölker. Gerade im blühenden Frühjahr ist die Landschaft eine Augenweide. Die Bevölkerung ist distanziert, aber wenn es zu einem Gespräch kommt, stets freundlich …

Routenangebot
In 30 verschiedenen Sektoren gibt es ca. 800 Kletterrouten im Schwierigkeitsgrad 3a bis 9a. Der Schwerpunkt liegt den mittleren Graden 5b bis 6c. Darunter befinden sich ca. 25 Mehrseillängen-Touren. Die Erschließer haben sogar Klettergärten eigens für Anfänger und weniger Geübte eingerichtet.

Absicherung
Die Sportkletter-Routen sind in der Regel sehr gut abgesichert. In den Mehrseillängen-Linien sind die Hakenabstände etwas weiter und dadurch fordernd.

Bewertung der Schwierigkeitsgrade
Die angegebenen Schwierigkeitsgrade sind vergleichsweise eher human eingestuft

Ausrüstung
In der Regel reicht ein 70-Meter-Sportkletterseil. In manchen Sektoren sind die Routen allerdings bis zu 40 Meter lang, hier sind ein 80-Meter-Seil und 15 Exen vorteilhaft. Für die Mehrseillängen-Touren ist ein 50-Meter-Doppelseil nötig, da in der Regel über die Routen abgeseilt wird.

Beschilderung/Orientierung
Die Orientierung ist meist einfach und im Kletterführer gut beschrieben. Es gibt oft Wegweiser oder rote Pfeile auf Felsblöcken für die einzelnen Sektoren. Beim Zustieg handelt es sich oft um ausgetretene Pfade. Gelegentlich sind die Routennamen angeschrieben. Die Zustiegszeit beträgt durchschnittlich 15 bis 30 Minuten.

Ausrichtungen
Es gibt Kletterrouten in allen Himmelrsichtungen. Je nach Bedarf kann in der Sonne oder im Schatten geklettert werden. Die meisten Routen sind südseitig ausgerichtet.

Beste Zeit
Im Frühjahr März bis Mai, im Herbst September bis November. Es kann auch an warmen Wintertagen geklettert werden, für den Sommer gibt es schattige Wände.

Wind und Wetter
Im März ist es abends und nachts immer noch kühl, tagsüber hat es 10 bis 15 Grad. Ab April wird es zunehmend wärmer. In den Wintermonaten gibt es einen Mix aus Sonne, Wolken, Regen, Kälte und Schnee. Fast das ganze Jahr über weht ein mehr oder weniger starker Wind, der für Abkühlung sorgt.

Unterkünfte
Die besten Ausgangspunkte für die verschiedenen Klettergebiete sind die kleinen Ortschaften Manikia, Vrisy und Episkopi. Von hier aus sind die Sektoren entweder zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar. Im Internet sind zahlreiche Ferienwohnungen zu finden. Unweit von Vrisy gibt es den Campingplatz „Dragonera Cliffs“ am Fuße des Klettergebiets „Mpougazi“. Die Anlage liegt strategisch günstig, ist geräumig und preiswert, siehe dragoneracliffs.gr

Infrastruktur

Manikia
Dies ist der Ausgangspunkt für die Klettergebiete im „Upper Valley“. Hier gibt es ein kleines Restaurant und eine Bar.

Vrisy
Von hier aus erreicht man die Klettergebiete im „Lower Valley left and right“ und „Mpougazi“. Ein Minimarkt bietet das Nötigste. Nicht weit davon entfernt gibt es eine Bar, wo sich die Kletterszene trifft.

Konistres
Der etwas größere Ort ist ca. 5 Kilometer von Vrisy entfernt. Hier bekommt man alles für den täglichen Bedarf: einen gut sortierten Supermarkt, Bäckerei, moderne Bars, Geschenkartikel, Kleidungsgeschäfte, Tankstelle, Geldautomat usw. Besonders lohnend ist der Obst- und Gemüsemarkt, der immer am Samstag Vormittag stattfindet.

Strand und Meer
Die ersten Stände sind unterschiedlicher Qualität und befinden sich 20 Kilometer Richtung Osten bei der Ortschaft Kymi. Wir entschieden uns weiter nach Norden über einen Pass zu fahren und „strandeten“ nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt bei der Meeresbucht „Paralia Metochiou“. Zur Bucht geht es steil hinab, sie ist völlig entlegen und bietet ein eindrucksvolles Stranderlebnis an der östlichen Ägäis.

Eine kleine Auswahl an Sportkletter-Gebieten

Sektor „Bain de boue“ in der Arena Mpougazi
Ca. 30 Routen im Schwierigkeitsgrad 5c bis 6b+. Der Schwerpunkt liegt in den mittleren Graden 5c bis 6b. Der ruhig gelegene Klettergarten ist zweigeteilt, es handelt sich um steile Kalkplatten mit vielen Löchern und Schlitzen. Wegen der humanen Bewertung und guten Absicherung ist der Klettergarten beliebt. Es kann vormittags in der Sonne und nachmittags im Schatten geklettert werden. Vom Campingplatz „Dragonera Cliffs“ in ca. 20 Minuten erreichbar.

Sektor „Eisodos“ in der Arena Mpougazi
Ca. 20 Routen im Schwierigkeitsgrad 6a bis 7b. Der Schwerpunkt liegt in den Graden 6a bis 6c. Der rötliche Fels bietet auch schöne Sinterstrukturen. Der Klettergarten ist sehr ruhig, sonnig und landschaftlich schön gelegen. Vom Campingplatz „Dragonera Cliffs“ in einer halben Stunde zu Fuß erreichbar.

Sektor „Grotte Dragonera“ in der Arena Mpougazi
Ca. 25 Routen im Schwierigkeitsgrad 6b bis 8b. Es handelt sich um die größte Grotte bei Manikia. Weitausladende Überhänge mit Sinter und Stalaktiten sind Programm. Hier hält sich die Szene der Hardmover auf. Ganz links gibt es ein paar 6b-Routen zu antesten. Insgesamt sehr ruhig und sonnig gelegen.

Sektor „All the universe“ im Lower Valley Right
Ca. 30 Routen im Schwierigkeitsgrad 5a bis 7a. Der Schwerpunkt liegt in den mittleren Graden 5a bis 6b. Markenzeichen sind die bis zu 40 m langen Routen, deshalb sind ein 80-Meter-Seil und 15 Exen vorteilhaft. Es handelt sich um eine riesige Kalkplatte mit vielen Löchern und Schlitzen. Die Kletterei bewegt sich an sehr rauem Fels und ist sehr schön. Die südliche Ausrichtung verspricht viel Sonne. Auch wegen des kurzen Zustiegs ist der Sektor beliebt. Insgesamt absolut empfehlenswert, gehört zum Pflichtprogramm bei Manikia.

Sektor „Rainbow“ im Lower Valley Right
Ca. 35 Routen im Schwierigkeitsgrad 5c bis 8b. Der Schwerpunkt liegt in den mittleren Graden 5c bis 6b. Der Klettergarten ist dreigeteilt: Rainbow Left, Center, Right. In der Mitte gibt es sehr schöne Sinterrouten mit Broccoli-Beschichtung im Bereich 6a. Links und rechts davon sind es steile Kalkplatten mit weiteren moderaten, schönen Routen. Wegen des breitgefächerten Routenangebots und kurzen Zustiegs ist der Klettergarten gut besucht.

Sektor „Paradeisos“ im Lower Valley Right
Ca. 10 Routen im Schwierigkeitsgrad 3a bis 5c. Die Routenlänge beträgt bis zu 40 Metern, deshalb sind 15 Exen und ein 80-Meter-Seil vorteilhaft. Da die Linien relativ neu sind, ist der Fels super rau. Unten sind es leicht geneigte Platten, darüber steilt sich der Fels auf. Wegen der meist leichten Wege und guten Absicherung ist der Sektor sogar anfängertauglich. Dennoch ist man hier meist alleine unterwegs.

Sektor „Le Balcon“ im Upper Valley
Ca. 15 Routen im Schwierigkeitsgrad 5b+ bis 8b. Das Klettergebiet befindet sich über dem Petzl-Roc-Trip-Festival-Gelände nahe Manikia. Dies ist ein großer, geschottertet Platz, auf dem man gut im Auto übernachten kann. Im Klettergarten gibt es graue und rötliche Felsbereiche. Dort befinden sich jeweils zwei lohnende Routen 5b- bzw. 6a-Routen. Letztere sind besonders schön, da es sich um Sinter und Broccoli-Beschichtung handelt. Man hat eine schöne Aussicht auf Manikia. Südseitig gelegen, die Zufahrt zum Festival-Gelände ist etwas rustikal, vielleicht besser unten an der Straße parken.

Sektor „Roc Trip“ im Upper Valley
Ca. 14 Routen im Schwierigkeitsgrad 4c bis 8b. Immerhin gibt es für den Normalo 5 realistische Routen im Bereich 4c bis 6a+. Besonders schön ist die Riss-Tour „Cache Cache“ in gelbem Fels. Der Klettergarten lässt sich gut mit dem Sektor „Le Balcon“ kombinieren, somit kommt man zusammen auf 10 Routen im Schwierigkeitsgrad 4c bis 6a. Schön und sonnig gelegen, umfassender Blick auf Manikia.

Sektor „Megalo Schtroumpf“ im Lower Valley Left
Ca. 10 Routen im Schwierigkeitsgrad 4a bis 6a+. Der Schwerpunkt liegt in den unteren Graden 4a bis 5c. Es handelt sich um ein geeignetes Anfängergebiet mit nicht allzu langen Routen. Unten sind es flache Kalkplatten, weiter oben steilt sich der Fels auf. Der Klettergarten ist sehr ruhig und ostseitig gelegen, vormittags Sonne, nachmittags Schatten.

Sektor „Trexe Grigora“ im Lower Valley Left
Ca. 6 Routen im Schwierigkeitsgrad 3c bis 6a. Der Klettergarten bietet schöne, fast schon anfängertaugliche Routen an plattigem, sehr rauem Fels. Vormittags Sonne, nachmittags Schatten. Insgesamt sehr ruhig und fernab des Mainstreams gelegen.

Sektor „Pano Manikia“ am Hügel Above Manikia
Ca. 12 Routen im Schwierigkeitsgrad 4c bis 7b. Es gibt einige Routen in den mittleren Graden 4c bis 6a. Das Klettergebiet befindet sich oberhalb von Manikia und ist durch einen etwas längeren Weg durch die Maccia erreichbar. Wegen der nordostseitigen Lage kann man vormittags in der Sonne und nachmittags im Schatten klettern. Der sehr scharfkantige Fels bietet einige interessante Routen. Man hat einen umfassenden Blick auf Manikia und die darüberliegenden Klettergebiete.

Eine kleine Auswahl an Mehrseillängen-Touren (Klicke auf das Topo, um es auszudrucken)

„Bouc et Mystère“ im Sektor Bouc
Die Tour bietet sehr schönen Fels, der gut strukuriert und teilweise broccoli-beschichtet ist. Sie zählt zu den häufiger begangenen Mehrseillängen-Touren bei Manikia und ist auch wegen der guten Absicherung beliebt. Insgesamt 6a obligatorisch. Man seilt zunächst über eine kaminartige Verschneidung, später über die Aufstiegslinie wieder ab.

„To monopáti ton Chelónon im Klettergebiet Mpougazi
Man steigt zunächst über den plattigen Vorbau ein, in der zweiten Hälfte steilt sich die Tour dann merklich auf. Der Fels ist sehr kompakt und rau. Die gute Absicherung und bietet entspanntes Klettern. Die Schwierigkeitsbewertung ist eher human, dennoch muss 6a obligatorisch geklettert werden. Man seilt zunächst über die Aufstiegslinie ab, später separat über den Vorbau. Alternativ kann hier auch zu Fuß weiter abgestiegen werden.

„Efcharístisi (Plaisir)“ im Klettergebiet Mpougazi
Die Linie startet zunächst versteckt hinter einem Vorbau. Die ersten zwei Seillängen sind leicht, danach geht es durch die Latschen in die Headwall. Nun wird es richtig steil und die Kletterei ist nicht immer einfach, der Fels allerdings kompakt und rau. Manche Zonen sind etwas bewachsen und die Hakenabstände gelegentlich etwas weit, deshalb trifft der Beiname „Plaisir“ nicht ganz zu. Denoch ist es eine der leichteren Mehrseillängen-Touren bei Manikia (6a obligatorisch). Man seilt zunächst über die Aufstiegslinie ab und landet bei dem Latschenfeld. Hier steigt man nach links durch einen Canyon zu Fuß weiter ab.

„Taméio“ im gleichnamigen Sektor
Es handelt sich um eine sehr eindrucksvolle Tour in kompaktem und sehr rauem Fels. Unten ist es steile Wandkletterei in rötlichem Fels, danach wird er grau und man quert mehrere Seillängen diagonal nach rechts. Nach oben hinaus wird die Kletterei zwar leichter, dafür um so exponierter. Die Linie ist an den schweren Stellen gut gesichert, in den leichteren Längen ist jedoch mit weiteren Hakenabständen zu rechnen. Insgesam eine sehr lohnende und abwechslungsreiche Unternehmung, 6a obligatorisch. Das Topo im Führer stimmt nicht ganz, es sind insgesamt 8 statt 7 Seillängen. Man steigt vom Ausstieg linkshaltend in eine Senke ab und gelangt zur Abseilpiste (einmal überhängend, danach zweimal steil).

„Lia“ im Sektor Sentinelle
Man kann den markanten Obelisken gut von der Straße Manikia – Vrysi aus einsehen und sich dadurch einen Eindruck verschaffen. Der Zustieg erfolgt durch eine längere Querung im „Lower Valley Left“. Die erste Seillänge führt sehr schön über einen langen Pfeiler hinauf, danach wird es deutlich steiler und athletischer, am Ende wieder flacher und leichter. Der Fels ist ingesamt sehr kompakt und scharfkantig. Die Tour ist insgesamt gut gesichert, sehr schön und empfehlenswert (6a obligatorisch). Sie zählt zu den einfacheren Mehrseillängen-Touren bei Manikia. Wegen der westseitigen Ausrichtung klettert man bis zum frühen Nachmittag im Schatten. Beim Abstieg steigt man durch einen Canyon und gelegentlichen Eisenstufen ab. Beim Rückweg kommt man bei den Klettergärten „Mesimeri, Mégalo Schtroumpf und Trexe Grigora“ vorbei, wo bei Bedarf noch weitergeklettert werden kann.

„Bididou o Megaloprepis“ im Sektor Houblon
Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis, durch dies Linie zu steigen. Der Fels wechselt zwischen grau und gelb und bietet teils messerschafen Fels. In der 3. Seillänge gibt es einen exponierten Überhang, der in athletischer Kletterei überwunden wird. Danach geht es wieder konsequent steil nach oben. Die Tour ist etwas alpin angehaucht, aber der Fels ist fest. Trotz ausreichender Absicherung sind die Hakenabstände etwas weiter und die meisten Passagen zwingend zu klettern (6a obligatorisch). Man steigt ein paar Minuten durch karstiges Gelände und die Maccia ab, um bei einer Senke nach rechts zur Abseilpiste zu gelangen. Die erste Länge ist überhängend, danach wird es wieder flacher.

„Obelix“ im Sektor Spanika
Die 3-Seillängen-Tour bietet unten sehr schöne Verschneidungskletterei. Zur Krönung gibt es weiter oben megarauen verwabten Fels mit großen Löchern und zum Schluss noch eine schöne Kalkplatte. Die Linie zählt zu den leichteren Mehrseillängenrouten bei Manikia (5c obligatorisch). Gut gesichert und absolut empfehlenwert, ab Mittag in der Sonne. Abseilen über die Aufstiegslinie.

„Kid’s Stone Paradise“ im Sektor Ilona Cave
Wer sich an’s Mehrseillängen-Klettern rantasten möchte, ist hier richtig. Es handelt sich um die leichteste der langn Touren bei Manikia. Sie wurde extra für Anfänger und Kinder eingerichtet. Unten ist die Kletterei überwiegend plattig und gut strukturiert, weiter oben verläuft sie an der Gratkante. Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken eingerichtet. Am Ende seilt man über die Ilona Cave überhängend ab. Etwas links davon gibt es auch den Klettergarten Ilona School mit einfachen Routen im 4. bis. 5. Grad, die für Anfänger geeignet sind. Weniger Geübte können hier den ganzen Tag verbringen.

Ruhetagsprogramm

Besichtigung des Wasserfalls in der Schlucht zwischen Manikia und Vrisy
Ein besonderes Erlebnis ist die Schluchtwanderung unterhalb von Manikia. Dabei gilt es, das Ufer mehrmals zu wechseln, was bei hohem Wasserstand gar nicht so einfach ist. Immer wieder stößt man auf tiefe Tümpel und Becken mit glasklarem Wasser. Bei heißen Lufttemperaturen kann hier vorzüglich gebadet werden. Am Ende steht man kurz vor einem ca. 20 Meter hohem Wasserfall, dessen Auslauf einen See bildet. Man parkt auf der Straße zwischen Manikia und Vrisy etwa auf halber Strecke bei einer Leitplanke. Von hier führt ein Schotterweg über Serpentinen, später ein Pfad den Hang hinab. Man trifft auf den Bachlauf und nützt die Pfadspuren flussaufwärts. Dabei muss mehrmals das Ufer gewechselt werden. Nach ein paar hundert Metern wird der Wasserfall sichtbar und es bleibt einem selber überlassen ob man ca. 50 Meter dorthin schwimmen möchte. Vom Parkplatz ca. 1 Stunde Gehzeit.

Rundwanderung vom „Coupa Castle“ zum „Holy Temple of Virgin Mary“ und zurück nach Vrisy
Es handelt sich um eine schöne Wanderung mit Besichtung einer alten zerfallenen Burg und einer mit griechisch-orthodoxen Relikten schön eingerichteten Kapelle. Man startet vom Campingplatz „Dragonera Cliffs“ und geht Richtung Klettergebiet „Mpougazi“ hinauf. Nach ca. 20 Minuten erscheint auf der linken Seite ein Wegweiser mit der Aufschrift „Coupa Castle“, das nach ca. einer halben Stunde erreicht wird. Von den Mauerresten geht man nun über karstiges Gelände die breite Flanke zum bereits sichtbaren „Holy Temple of Virgin Mary“ hinab. Von hier führt ein schöner Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt. Die Unternehmung dauert mit Pausen und Besichtigung ca. 3 Stunden.

Besichtigung der Quelle „Koletthra-Spring“ zwischen Vrisy und Konistress
Die aus dem Fels springende Quelle „Koletthra Spring“ bietet ein besonders schönes Ambiente. Das Wasser sammelt sich in einem großen Becken mit türkisblauem Wasser. Daneben bieten sich Tische und Bänke zum Picknick an. Ein kurzer netter Spaziergang führt flussabwärts zu einer weiteren Quelle, die auf ein Wasserrad fließt. In Kombination ist dies ein schönes entspanntes Ruhetagsprogramm. Man fährt von Vrisy Richtung Konistress, biegt aber nicht rechts ab, sondern fährt geradaus weiter zum angeschriebenen Parkplatz auf der linken Straßenseite. Der Zustieg beträgt wenige Minuten zum Bach hinab.

Literatur
Kletterführer Manikia klettern-shop.de

Webinfo

www.felskader-bw.de
www.alpsclimbing.com
www.thecrag.com
www.petzl.com

Bildgallerie

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