Die „Cima alle Coste“ ist eine markante, nach Osten ausgerichtete Felswand hoch über dem Sarcatal. Hier führen einige, teils klassische Routen durch die rießige Plattenflucht. Schon seit längerem wurde auch der darunterliegende „Antiscudo“ für’s Klettern entdeckt. Mittlerweile gibt es an dem breitgezogenen Felsriegel zahlreiche kurze Mehrseillängen-Touren in der mittleren Preisklasse und ist für viele Seilschaften ein beliebtes Halbtagesziel.
Vor kurzem wurde hier die Route „Boicottiamo il Cretino“ erschlossen. Die Linie zeichnet sich durch regelmäßig schwere Kletterpassagen im 6. und 7. Schwierigkeitsgrad aus. Durch die sehr gute Absicherung mit Bohrhaken kann der Weg jedoch gefahrlos begangen werden. Es handelt sich oft um kurze Verschneidungen und plattige Felsstufen mit athletischen und trickreichen Klettereinlagen. Die Standplätze befinden sich meist auf kleinen Absätzen.
Nach längeren Regenfällen kann es in der Tour feucht bleiben, deshalb sollte man trockene Tage abwarten. Der Fels ist über längere Strecken wasserzerfressen rau und insgesamt sehr kompakt. Die plattigen Stufen sind aber auch mal glatt. Gelegentlicher Bewuchs wird geschickt umgangen und stört beim Klettern kaum. In der letzten Seillänge ist der Fels nicht mehr ganz so fest und teilweise schrofig. Hier muss behutsam ausgestiegen werden.
Wegen der ostseitigen Ausrichtung kann man an heißen Sommertagen nachmittags angenehm im Schatten klettern. Der Zustieg ist überschaubar und gut ausgetreten. Beim Abstieg wird es nochmal spannend: es gilt eine schräge, exponierte Platte abzuklettern, die teilweise mit Drahtseilen versichert ist. Insgesamt handelt es sich um eine sehr lohnende Unternehmung mit spannenden Klettermetern.
Bei Bedarf und genügend Zeitreserven kann an der darüberliegenden „Cima alle Coste“ in einer der vielen Routen noch weiter geklettert werden. Empehlung: die sehr schöne „Transeamus“, siehe www.allgaeu-plaisir.de In Kombination wird es dann wird es allerdings ein sehr langer Klettertag!
Schwierigkeit
Überwiegend 6 bis 7, gelegentlich leichter (6 obligatorisch).
Absicherung
Die Route ist perfekt mit Bohrhaken abgesichert
Ausrüstung
50-Meter-Einfachseil, 12 Exen, Schlingen
Ausgangspunkt
Man fährt von Arco nach Dro, kurz danach zweigt scharf linkshaltend ein Fahrweg zum Lago Bagattoli ab. Der geräumige Parkplatz befindet sich wenig darüber.
Zustieg
Man folgt dem Forstweg aufwärts, bis ein querverlaufender Schotterweg erreicht wird und geht nach links. Kurz darauf steht auf einem Felsblock die Aufschrift „Antiscudo“, hier nach rechts durch den Wald bis zum Antiscudo hinauf. Man folgt dem Wandfuß nach links bis der angeschriebene Einstieg erreicht wird. Vom Parkplatz ca. 30 Minuten.
Abstieg
Vom Ausstieg der Tour kurz aufwärts, dann linkshaltend entlang der Steinmänner zu einer abschüssigen plattigen Felsflanke. Hier geht es teilweise exponiert und zum Schluss drahtseilversichert in den Wald hinein. Nun geradeaus hinaus hinab bis der Pfad auf den Forstweg trifft. Der Weg führt linkshaltend zurück zum Ausgangspunkt. Ca. 30 Minuten.
Literatur
Kletterführer „Plaisir Climbing Lago di Garda – Arco“ www.kletterfuehrer.net
Webinfo
www.bergsteigen.com
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