„Via Crucis“ am Croce di Ceniga

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Im Gegensatz zur beliebten San-Paolo-Wand geht es am benachbarten Croce di Ceniga deutlich ruhiger zu. Dies liegt sicher an der etwas weiteren Entfernung zu Arco und weniger beeindruckenden Höhe des Massivs. Doch man darf sich jedoch nicht täuschen lassen: hier gibt es eine Handvoll gute Kletterrouten mit immer noch toller Felsqualität und wenig Gebüsch in der Wand.

Wie so oft parken wir im kleinen Örtchen Ceniga kurz hinter Arco. Auf dem Weg durch die malerische Häusergasse hinab zur Ponte Romano, dem obligatorischen Blick auf die Sarca und den umliegenden Obst- und Weingärten kommt wie immer Urlaubs-Feeling auf. Gleich danach geht es steil den Berg hinauf und es gilt die richtige Abzweigung zur Via Crucis zu finden. Was bei den vielen Steinmännern gar nicht so einfach ist …

Dem Schotterweg folgend zweigt man ziemlich weit oben bei einer der letzten Markierungen nach rechts zum Wandfuß ab. Etwas links davon befindet sich die mittlerweile schon etwas verbasste Aufschrift „Via Crucis“ am Einstieg bei einer nach unten geschichteten Platte. Der erste Eindruck: die Wand sieht ziemlich steil aus, doch bei der im Plaisir-Kletterführer beschriebenen S1-Absicherung sollte da nichts schiefgehen …

Es ist in der Tat ein Kaltstart im oberen 6. Grad, der sich konsequent über die Einstiegsplatte und durch eine schräge Verschneidung fortsetzt. Im weiteren Verlauf folgen immer wieder steile Wändchen, kurze Sinterpassagen, plattige Rampen, Quergänge und kleine Überhänge. Die Tour zieht sich überwiegend diagonal durch die Wand – Pfeile zeigen gelegentlich den Weg – und endet schließlich am Gipfel des „Croce di Ceniga“.

Wegen der durchgehend schönen Kletterei und geringen Botanik zählt die Via Crucis sicher zu den Highlights im Sarcatal. Sie ist teilweise exponiert, sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Da auf die schweren Seillängen immer wieder eine etwas flachere folgt, eignet sich die Tour auch für einen etwas schwächeren Kletterpartner, der dennoch in Wechselführung gehen möchte. Auch was die gute Absicherung betrifft.

Die Wand ist ostseitig ausgerichtet, somit kann wahlweise vormittags in der Sonne und nachmittags im Schatten geklettert werden. Mit 6 Seillängen ist es ein ideales überschaubares Halbtagesziel. Da die Tour bei einem Kreuz endet, bekommt man zudem ein kleines Gipfelerlebnis mit sehr schönem Blick auf das obere Sarcatal. Der Abstieg gestaltet sich schließlich fast schon alpin, da über steile felsige Flanken abgeklettert werden muss.

Schwierigkeit
Überwiegend 5 bis 6, maximal 7- (6 obligatorisch)

Absicherung
Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken abgesichert. Gelegentlich gibt es auch fixe Sanduhrschlingen.

Ausrüstung
50-Meter-Einfachseil, 12 Exen, Schlingen

Ausgangspunkt
Ceniga im Sarcatal. Der Parkplatz befindet sich etwa in Ortsmitte.

Zustieg
Vom Parkplatz kurz Richtung Arco, dann rechts entlang der Beschilderung über die Ponte Romano. Am Ende der Brücke führt ein gepflasterter, später geschotterter Weg Richtung Croce di Ceniga hinauf. Ein gutes Stück weiter erscheinen die ersten Steinmänner, man geht aber weiter um bei einer weiteren Markierung nach rechts zum Wandfuß abzubiegen. Hier nach links zum angeschriebenen Einstieg hinauf. Vom Parkplatz Ca. 30 Minuten.

Abstieg
Vom Gipfel entlang von Steinmännern und Markierungen teils steil zum Ausgangspunkt zurück. Ca. 45 Minuten.

Literatur
Kletterführer „Plaisir-Climbing Lago di Garda – Arco alpinverlag.at

Webinfo
www.bergsteigen.com
alpartig.com

Bildgallerie

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