Jeder fliegt nach Kalymnos oder fährt bis Leonidio oder Meteora. Dabei gibt es auch näher an Athen genug zu Klettern und zu entdecken, für zwei Wochen oder mehr: Nafplio (~1:45 h Autofahrt) und Ermioni (~2:15 h).
Ursprünglich war unser Plan, in Athen und Umgebung direkt klettern zu gehen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Klettergebiete Anfang Juni alle bei 32 Grad in der Sonne lagen oder zu schwer waren für uns. So entschieden wir, Athen zu verlassen und 1:45 h nach Nafplio zu fahren. Wir mieteten also in Athen ein Auto, fuhren nach Corinth und Argos für Sehenswürdigkeiten und kamen nachmittags in Nafplio an.
Empfehlung: tagsüber was anderes unternehmen und abends in der Stadt fussläufig erreichbar klettern gehen.
Einmal wie ein Star fühlen: man wird nicht darum herumkommen, von Touristen fotografiert zu werden und auf Urlaubsfotos zu landen, da eines der Klettergebiete direkt an einer Strandpromenade liegt.
Das Gebiet „Nafplio“ umfasst laut unserem Kletterführer von Anno dazumal fünf Gebiete. Touren mit Stand unseres alten Kletterführers:
20 bis 5b+
59 von 5c bis 6a+
55 von 6b bis 7a
8 mit 7a+ und schwerer.
Die Routen sind top gesichert, also alle 2 m ein Haken.





Weiter ging es am nächsten Tag in das Gebiet Kondyli, das ebenfalls zu Nafplio gehört, aber mit dem Auto eine halbe Stunde entfernt ist. Das Gebiet ist direkt am Strand – man kann quasi direkt aus dem Sand heraus in Badehose oder Bikini (oder nackt) sichern. Ab 16 Uhr ist das Gebiet wieder in der Sonne und grillt mutige Kletterer.
Empfehlungen: Invincible und The Fly. Ganz tolle Bewegungen, z. B. Aufstehen ohne die aktiv Hände zu benutzen. Gruselig, aber funktioniert. Die Absicherung hier war etwas „schwieriger“, bedeutet aber immer noch alle 4 m Haken.

Tags darauf sollte es noch mal in ein Gebiet von Nafplio gehen, aber vor Ort zeigte sich, dass dieses Gebiet noch komplett in der Sonne lag. Google Maps (da sind übrigens fast alle Klettergebiete ausgeschrieben!) zeigte zufällig noch ein weiteres Gebiet in der Nähe: KatΩ Kosmos. Jetzt trafen wir auch das erste Mal auf andere Kletterer. Die Routeneinstiege waren mit Knochen beschriftet.
Empfehlungen: Hades – eine wirklich humane, einfachere 6c.
Hermes – 6b+. Hier jedoch nur bis zum ersten Umlenker. Cooler Move an einem Stalagtit. Ich weiß nicht, wie schwer sie danach ist, aber ich denke schlimmer als 6c.
Die Routen sind alle so gut gesichert , dass man sich notfalls hochnullen kann. Einzig der Zustieg erfordert fast eine Machete.





Wir fanden zudem zufällig noch ein weiteres Gebiet, was aber lauter schwere Routen hat, da man überall erst mal aus einem Dach/Überhang raus klettern muss: Krasoktistos.




Dann wäre da noch der Katafyki Climbing Crag. Hier handelt es sich um eine riesengroßes Gebiet in einer großen Schlucht. Der Führer ist online sehr detailliert aufgearbeitet und frei verfügbar – der Autor freut sich über eine Kaffeespende.
Es gibt hier sehr gut gesicherte Mehrseillängen, Sportklettern aber auch Trad Routen.





Höhle von Franchthi
Nicht zuletzt gibt es hier noch ein Gebiet in der Höhle Franchthi und davor. Das Gebiet in der Höhle hat (siehe auch Führer oben unter dem Link) eine 5c+ und dann nur noch schwerere Routen.
Hier kletterte ich die Special und versuchte die Gandalf, wobei bei der Gandalf einige Haken nachgezogen werden müssten, eine Lasche fehlte und nach dem fünften BH scheinbar der nächste BH erst 10 m später kam.
Beim Klettergebiet außerhalb der Höhle gibt es keinen Zustieg (mehr??). Entweder man hat oben genannte Machete dabei und bahnt sich seinen Weg durch das Unterholz oder man kommt von links an das Gebiet zwischen 100 großen Spinnennetzen durch. Das Gebiet selber hat dann nur 5 Routen von 4c bis 5c und Sonne ab 14 Uhr.



Beste Reisezeit für Athen & Umgebung: nicht im Hochsommer, also nicht Juli oder August. Wir waren Anfang Juni. Das ist noch Nebensaison aber bereits 32 Grad im Schatten und 21 Grad nachts.
Unterkünfte mussten wir wegen Nebensaison nicht vorbuchen, die Preise lagen für ein einfaches Doppelzimmer zwischen 50 und 70 € pro Nacht. Die Inhaber fragen meist noch „Card or Cash?“ wobei Cash meistens zufällig wesentlich günstiger ist. Mietwagen gibt es in Athen für 22 € pro Tag (ohne Versicherung).
Viel Spaß wünscht Steffi …