Weit hinten im Sarcatal befindet sich eine kleine unscheinbare Wand – die Croz delle Mirandole – in der es seit geraumer Zeit ein paar Mehrseillängen-Routen gibt. Eine der jüngeren Kreationen nennt sich „Cobra“, die im brandneuen Kletterführer „Plaisir-Climbing Lago di Garda“ enthalten ist. Das besondere an der Tour: um an den Einstieg zu gelangen, muss à la Verdon von einer Leitplanke in die unbekannte Tiefe abgeseilt werden – so etwas gibt es in der Gegend rund um Arco nicht oft.
Allein die teils exponierte und durch Tunnel führende Bergstraße von Vezzano nach Ranzo hinauf ist schon ein Erlebnis. Geparkt wird im Bereich einer Leitplanke, an der über die Wand mehrmals abgeseilt wird. Für eine Begehung muss man sich darüber im Klaren sein, dass es danach nur noch den Weg nach oben gibt. Unten am Einstieg ist der Name „Cobra“ fett angeschrieben. Was nun folgt ist eine moderate, genussvolle und homogene Kletterei durch die besten Felsbereiche des steilen Abbruchs.
Die Erstgegeher haben hier fleißige Putzarbeit geleistet und bewachsene Zonen geschickt umgangen. Steile Wandkletterei wechseln sich mit kurzen Verschneidungen und Platten ab – alles angenehm griffig. Wegen der guten Absicherung und moderaten Schwierigkeiten kann die „Cobra“ somit als typische Plaisirtour bezeichnet werden. Trotzdem darf gelegentlich vom letzten Haken beherzt weggestiegen werden. In Insiderkreisen mittlerweile längst bekannt, hat die Tour schon einige Begehungen zu verzeichnen.
Wer schöne, nicht allzu schwierige Kletterei mit Verdon-Feeling hoch oben im Sarcatal sucht, ist hier richtig. Die südliche Ausrichtung garantiert den ganzen Tag Sonne. Zudem hat man einen tollen Ausblick in die ferngelegenen Brenta-Berge und südlich hinab auf den Tobliner See bis zum Gardasee hinaus. Mit dem Erscheinen des neuen Kletterführers „Plaisir-Climbing Lago die Garda“ wird die „Cobra“ sicher bald recht beliebt werden. Noch ist die Tour angenehm rau – aber es wird nicht lange dauern, bis ersten Griffe glänzen …
Schwierigkeit
Überwiegend 5 bis 6, gelegentlich etwas leichter (6- obligatorisch)
Absicherung
Die Route ist perfekt mit Bohrhaken eingerichtet. An manchen Stellen sind die Abstände etwas weiter.
Ausrüstung
60-Meter-Doppelseil, 12 Exen, Abseilausrüstung
Ausgangspunkt
Man fährt von Vezzano Richtung Ranzo. Am Ende der markanten Leitplanke führt ein Wanderweg Richtung Margone hinauf. Hier befinden sich bei einer kleinen Ausbuchtung wenige Parkmöglichkeiten.
Zustieg
Man läuft ein gutes Stück die Straße zurück bis zu einer Kette an der Leitplanke mit der Aufschrift „Doppia“. Hier kann mit einem 60-Meter-Doppelseil 2mal abgeseilt werden. Am unteren Ende führen blaue Punkte nach rechts zum Einstieg der Route. Der Name „Cobra“ ist am Einstieg angeschrieben. Alternativ kann auch mit einem 50-Meter-Doppelseil über die Route abgeseilt werden. Hierfür sucht man den Ausstieg auf einer ausgetretenen Plattform hinter der Leitplanke, etwa in Mitte Parkplatz – Kette.
Literatur
Kletterführer „Plaisir-Climbing Lago di Garda Arco“ alpinverlag.at
Webinfo
www.bergsteigen.com
geckodoro.com
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