Eisklettern im Tannheimer Tal

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„Willkommen im schönsten Hochtal Europas“ so lockt der Tourismusverband seine Gäste in’s Tannheimer Tal. Nicht ganz ernst zu meinen, dennoch zeigt der Slogan durchaus seine Wirkung. Mittlerweile werden sogar schon Schweizer Eidgenossen mit Bussen angekarrt, um am fotogenen Haldensee ihren Urlaub zu verbringen. Das eigentliche Aushängeschild sind jedoch die eindrucksvollen Felswände der Roten Flüh und des Hochwieslers, die hoch über der kleinen Ortschaft Nesselwängle ihres Gleichen suchen.

Der Haldensee ist an kalten Wintern oft zugefroren, wobei wir bereits beim Thema Eis wären. Allgäuweit hat das Tannheimer Tal sicher die besten talnahen Eisklettermöglichkeiten zu bieten. Wenn man den Kletterführer durchblättert, so sind es je nach Kälte und sonstigen Bedingungen weit über 20 gefrorene Wasserfälle im näheren Umkreis bis nach Pfronten hinüber. Durch die schnelle und meist unkomplizierte Erreichbarkeit sind die Fälle sehr beliebt.

Von leichteren Übungsfällen bis hin zu längeren Kletterstrecken wird hier einiges geboten. So richtig schwer ist die Kletterei mit Steigeisen und Eispickel in den verschiedenen Sektoren nicht, deshalb kommen vor allem Einsteiger oder weniger Geübte im Tannheimer Tal auf ihre Kosten. Es gibt aber auch immer wieder senkrechte Steilstufen im Schwierigkeitsgrad WI 3 bis 4, die eine solide Eiskletter-Erfahrung voraussetzen.

Wegen der hohen Ausgangslage von 1200 Metern Höhe sind hier in den Monaten Januar und Februar oft brauchbare Eisbedingungen anzutreffen. Voraussetzung sind dafür längere Niederschläge mit folgenden Kälteperioden. Die Wasserfälle sind überwiegend nordseitig ausgerichtet und liegen im Winter dauerhaft im Schatten. Es gibt aber auch den mächtigen Blässefall am Vilsalpsee, der durch die südwestseitige Lage schnell wieder abtaut.

Die wichtigsten Eisfälle im Tannheimer Tal

Der Engefall bei Grän

Durch die schnelle Erreichbarkeit von wenigen Minuten sind die Eislininien sehr beliebt. Moderate Schwierigkeiten bis zu WI 2 – 3 eignen sich auch für weniger Geübte. Die steinbruch-ähnliche Wand ist bis zu 100 Metern hoch und bietet mehrere Möglichkeiten nebeneinander. Teilweise befinden sich Bohrhaken im Fels, die für’s Abseilen eingerichtet sind.

Weitere Infos siehe:
www.climbers-paradise.com
www.allgaeu-plaisir.de
www.geiselstein.com
forum.rocksports.de
www.hikr.org

Der Tankstellenfall bei Haller

Der Tankstellen-Fall zählt zu den bekanntesten Eisfällen im Tannheimer Tal. Namensgebend ist die gegenüberliegende Tankstelle (ehemals Aral) westlich der kleinen Ortschaft Haldensee. Wegen des kurzen Zustiegs und der Überschaubarkeit ist der Eisfall traditionell recht beliebt. Er ist von der Straße aus gut einzusehen, deshalb kann man sich schnell ein Bild von den aktuellen Eisverhältnissen machen. Wegen der nordseitigen Lage und des tiefen Einschnitts liegt das Eis fast den ganzen Winter über ganztätig im Schatten.

Weitere Infos siehe:
www.allgaeu-plaisir.de

Der Haldenseefall am westlichen Seeufer des Haldensees

Im Schwierigkeitsgrad WI 2 -3 zählt der Eisfall zu den einfacheren Möglichkeiten im Tannheimer Tal. Er ist ca. 120 Meter hoch und bietet am Einstieg mehrere Varianten. Stufenweise werden diverse Aufschwünge erklettert, die sich im Wald verlieren. Der Abstieg erfolgt durch abseilen über diverse Bäume oder Bohrhaken im Fels.

Weitere Infos siehe:
www.allgaeu-plaisir.de
www.tramposito.com
www.outdooractive.com

Stufen in’s Glück am östlichen Seeufer des Haldensees

Der Eisfall ist vom Haldensee aus nur schwer einsehbar, da er durch einen Bachlauf im Wald führt. Es handelt sich um einen idealen Einsteigerfall mit geringen Schwierigkeiten im Bereich WI 2. Lediglich die erste Seillänge ist mit WI 3 etwas anspruchsvoller. Mehrere Stufen führen unterbrochen von Absätzen und Gehgelände 5 Seillängen bzw. ca. 250 Meter durch den Bachlauf hinauf. Der Abstieg erfolgt nach rechts durch einen steilen Wald.

Weitere Infos siehe:
www.allgaeu-plaisir.de
www.hikr.org
www.geiselstein.com
forum.rocksports.de

Der Blässefall am Vilsalpsee

Der Eisfall ist landschaftlich schön über dem Vilsalpsee gelegen und kann gut eingesehen werden. Mit einer Höhe von ca. 250 Metern ist dies der herausragende Wasserfall im Tannheimer Tal. Im unteren Teil ist er eher flach, nach oben hin aber zunehmend steiler und technisch reizvoller. Mit Schwierigkeiten bis zu WI 3 – 4 zählt der Eisfall zu den anspruchsvolleren Unternehmungen in der Region. Es ist ratsam möglichst früh einzusteigen, da ab Mittag die Sonne auf’s Eis scheint. Man steigt zu Fuß über einen weiten Rechtsbogen über verschneite Wiesenhänge hinab.

Weitere Infos siehe:
www.climbers-paradise.com
forum.rocksports.de
www.allgaeu-plaisir.de

Der Albele-Fall am Vilsalpsee

Der Eisfall liegt versteckt hinter dem Vilsalpsee und kann von dort nicht eingesehen werden. Er zählt zu den anspruchsvolleren Unternehmungen im Tannheimer Tal. Grund dafür ist die Länge von über 200 Metern und Schwierigkeiten bis WI 4. Durch die Abgeschiedenheit und des etwas längeren Zustiegs ist man hier meist alleine unterwegs. Es gibt keinen Fußábstieg und es muss an Abalakov-Sanduhrschlingen abgeseilt werden. Der Eisfall sollte nur von erfahrenen Eiskletterern besucht werden.

Weitere Infos siehe:

Literatur
Eiskletterführer Bregenz bis Garmisch www.panico.de

Bildgallerie

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3 Gedanken zu „Eisklettern im Tannheimer Tal“

  1. Da wir diese Woche am Vilsalpsee zugange waren, haben wir den Blässefall gut eingesehen. Aus der Ferne betrachtet steht er momentan als dünne Eisspur da, aber breit genug für eine Begehung. Die Festigkeit ist momentan ganz passabel und die Sonne scheint erst spät hinein …

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  2. Aktuell ist zwar Eis vorhanden, es ist jedoch ziemlich dünn und vom teilweise sichtbaren Wasser unterspült. Aber es geht schon was, wie man an den Bildern sieht. Es gibt immer wieder kompakte Zonen in etwas flacheren Bacheinschnitten. Nachts wird es derzeit immer sehr kalt und lässt das Eis wieder gefrieren. Steile Kerzen würde ich zur Zeit allerdings meiden.

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  3. In der Zeit zwischen Neujahr und 10. Januar wurden im Tannheimer Tal die Fälle beim Haldensee öfter besucht. Da es seit dem 11. Januar taut, muss man nun warten bis die nächste Frostperiode mit wenigstens einer kalten Woche kommt. Wenn die Fälle wieder stehen, sind sie recht schön und einen Besuch wert!

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