Schade, dass man im idyllisch gelegenen Giebelhaus nicht übernachten kann – dies wäre der perfekte Standort für eine wunderbare Skitouren-Woche im Oberallgäu. Namhafte Gipfel wie der Große Daumen, Große Wilde, Laufbacher Eck, Schochen, Kreuzkopf und Galsfelderkopf sind die Top-Ziele in der Sackgasse des Hintersteiner Tals. Was Schwierigkeit und Höhenmeter betrifft, wird hier für jeden Anspruch etwas geboten. Ein beängstigend großer Pendelbus karrt an schönen Wochenend-Tagen die Massen an Tourengehern 10 Kilometer zur idyllisch gelegenen Gaststätte des Giebelhauses hinüber. Es ist eine beachtliche Leistung wie die Busfahrer dies durch die enge Bergstraße schaffen …
Während die meisten Skifahrer im seitlich gelegenen Obertal den Schochen anpeilen, geht es am benachbarten Kleinen Seekopf etwas ruhiger zu. Der landschaftlich reizvolle Aufstieg ist zunächst identisch und teilt sich später im oberen Bereich. Man durchschreitet angenehm mäßig steile Skihänge, die auch für weniger erfahrene Skitourengeher geeignet sind. Erst gegen Ende führt eine lange Querung nach rechts zum Kleinen Seekopf hinauf. Hier wird das Gelände etwas steiler und verlangt besonders sichere Lawinenverhältnisse.
Der Gipfel bietet eine herrliche Rundumsicht zu bekannten Allgäuer Gipfeln: zum Hochvogel, Schneck, Höfats bis hinüber zum Hindelanger Klettersteig. Südseitig, etwas darunter liegt der einsam gelegene und tiefverschneite Seealpsee. Die Abfahrt führt über traumhaft schönes Skigelände, das mehrere Varianten zulässt. Wer sich nicht auskennt, fährt besser entlang der bekannten Aufstiegsspur. Wenn es die Zeit erlaubt, können schnelle Skitourengeher noch den Schochen d’ranhängen. Im Spätwinter kann die schneefreie Straße zum Giebelhaus auch mit dem Bike bewältigt werden. Dies ist allerdings etwas aufwändig, aber dadurch ist man vom Busverkehr unabhängig …
Anspruch
Es handelt sich um eine relativ einfache Skitour mit nur gelegentlich steilen exponierten Hängen
Lawinensicherheit
Die Skitour kann bis Lawinenstufe 2 empfohlen werden
Höhenmeter
Ca. 1000 Hm
Einfache Distanz
Ca. 6,5 Km
Aufstiegszeit
Ca. 2 bis 3 Std.
Exposition
Überwiegend Nord
Beste Zeit
Januar bis März, danach apert der Ziehweg durch’s Obertal zunehmend aus
Ausgangspunkt
Man parkt am hintersten Parkplatz von Hinterstein im Oberallgäu. Mit dem Pendelbus erreicht man nach ca. 10 Km das Giebelhaus im Hintersteiner Tal. Der Bus verkehrt stündlich. Erste Bergfahrt: 09:15 Uhr, letzte Talfahrt: 16:15. Busfahrplan siehe www.badhindelang.de
Zustieg
Vom Giebelhaus entlang des Fahrwegs in’s Obertal hinein. Ein flacher Ziehweg führt an der Alpe Engeratsgund vorbei. Am Talende geht es nun über einen etwas steileren Rücken hinauf, bis auf der rechten Seite eine einsam gelegene Almhütte erscheint. Hier geht man geradeaus weiter, später rechtshaltend und nach einer langen Querung zum Gipfelgrat. Eine schmale Flanke führt zum Kleinen Seekopf hinauf.
Literatur
Skitourenführer Allgäu www.panico.de
Webinfo
www.alpin.de
bergparadiese.de
Bildgallerie


Aktuell besteht eine durchgehend gute Schneedecke entlang des gesamten Aufstiegs. Durch die nordseitig schattige Lage hält sich hier der Schnee besonders lange. Der Aufstieg zum Schochen ist ebenso gut. Lediglich die südostseitigen Hänge des Großen Daumens sind im oberen Teil bereits etwas ausgeapert. Die Straße zum Giebelhaus ist schneebedeckt und mit dem Bike nicht empfehlenswert.