„Elision“ an der Parete di Padaro

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Wenige Kilometer abseits des Kletterrummels von Arco befindet sich die „Parete di Padaro“. Das ruhige, malerische Ambiente der kleinen Siedlung „Padaro“ und der phantastische Blick hinaus zum Lago di Garda machen das Klettergebiet vielleicht zum schönstgelegenen im Sarcatal. Der schnelle, unkomplizierte Zu- und Abstieg und die sonnige Lage tragen allerdings auch zur wachsenden Beliebtheit bei. In der Nähe wurde vor geraumer Zeit der Klettergarten „Le Piazolle“ mit einigen lohnenden mittelschweren Routen erschlossen. Dessen mittlerweile hohe Besucher-Frequenz spiegelt sich gleich zu Beginn an den zugeparkten Straßenrändern wider.

Heinz Grill, Franz Heiß und Florian Kluckner waren die bekannten Erstbegeher, denen wir die Mehrseillängen-Routen an der „Parete di Padaro“ zu verdanken haben. Auch wenn deren Absicherungsstil mit vielen Schlingen, Normalhaken und wenigen Bohrhaken oft diskutiert wird, sind hier einige traumhafte Linien entstanden. Zwischen den bewaldeten Zonen befinden sich steile Wände oder Verschneidungen mit korallenriff-ähnlicher Felsbeschaffenheit, was die Routen besonders schön ausmacht. In der Urlaubszeiten steht man mittlerweile bereits gelegentlich im Stau, wie z. B. in der etwas leichteren „Esculapio“.

Elision ist eine fantastische Insel der Glückseligkeit, die in der Realität nicht existiert“ schreibt Heinz Grill in seinem Führer „Klettern im Sarcatal“. Das esoterisch angehauchte Buch vermittelt eine etwas andere Sichtweise des Klettersports und der landschaftlichen Umgebung.  Wie dem auch sei, für mich ist „Elision“ eine der ansprechendsten Kletterrouten im gesamten Sarcatal. Dies liegt vor allem an der geschickten Linienführung und der abwechslungsreichen Kletterpassagen samt Felsqualität.

Nach der ersten originellen Seillänge an einer Hangelschuppe erreicht man eine kurze Abseilstelle in einen rießigen Kamin. Raue Tropflochkletterei führt zu einem Grüngürtel, der durch einen langen Rechtsquergang umgangen wird. Kaum zu glauben, auch diese etwas einfachere Seillänge macht richtig Spaß und man landet schließlich in einem griffigen Verschneidungsystem. Die vielleicht schönste Seillänge führt durch eine kaminartige Ausbuchtung an glatten Wänden, die in Spreiztechnik nach links überwunden wird. Der Weiterweg scheint aufgrund der wenigen Fixpunkte unklar und man folgt dem Weg des geringsten Widerstands weiter nach links auf einen Absatz. Sehr schöne Wandkletterei leitet schließlich nach rechts zur athletischen überhängenden Ausstiegsverschneidung zum Ende der Tour.

Fazit: In der „Elisio“ steckt nicht jeden Meter ein richtungsweisender Bohrhaken bzw. eine Schlinge.  Die Kletterstrecke muss gelegentlich entschlüsselt werden, ist alpin angehaucht und zwischen den Sicherungspunkten Klettern angesagt. Vielleicht ist sie gerade deshalb ein so spannendes Klettervergnügen. Die Klettertour wird schlussendlich durch eine äußerst luftige, 50 Meter lange Abseilfahrt gekrönt und in kürzester Zeit ist der Ausgangspunkt wieder erreicht. Schlingen hin oder her: An dieser Stelle sei dem Haupterschließer Heinz Grill & Co. für seine vielseitigen Kreationen und unermüdlichen Arbeitseinsatz gedankt.

Schwierigkeit

Laut Führer maximal 6+. Vielleicht auch Tendenz zu 7-. Meist 5 – 6, kaum leichter. 6+ obligatorisch

Absicherung

An den schwersten Stellen stecken Bohrhaken. Dazwischen befinden sich wenige Normalhaken bzw. fixe Schlingen. Mit Friends kann gelegentlich optimiert werden.

Material

Doppelseil, 10 Exen, Schlingen, Keile und Friends, Abseilausrüstung.

Zufahrt

Man fährt von Arco an den westlichen Ortsrand und weiter hinauf nach Padaro. Die Straße führt weiter nach San Giovanni. Nach ein paar Kehren befinden sich unterhalb der Wand auf der rechten Straßenseite Parkmöglichkeiten. Von Arco ca. 6 km.

Zugang

Man geht vom Parkplatz auf der Teerstraße zu Fuß weiter bis zur übernächsten Kehre. Hier führt ein Pfad nach links entlang der Wegmarkierungen zu den verschiedenen Einstiegen. Routennamen und Pfeile in blauer Schrift weisen den Weg. Vom Parkplatz ca. 15 Minuten.

Abstieg

Vom Ausstieg horizontal nach rechts. Ein ausgetretener Pfad führt zur Abseilpiste. Gelegentliches Abklettern und insgesamt 3-mal abseilen. Die Abseil-Meter-Zahl ist jeweils angeschrieben. Von der Abseilpiste ca. 10 Minuten zurück zum Parkplatz. Für ängstliche Abseil-Aspiranten bietet sich auch ein markierter Fußabstieg zurück nach Padaro an.

Topos

Kletterführer „Klettern im Sarcatal“ von Heinz Grill

 

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