„Dahoam is Dahoam“ am Berchtesgadener Hochthron

„Dahoam is Dahoam“ am Berchtesgadener Hochthron

Die Kletterrouten am Berchtesadener Hochthron sind oft anspruchsvoll, doch mittlerweile gibt es hier auch ein paar etwas humanere Anstiege. Dabei ist die Route „Dahoam is Dahoam“ das Paradebeispiel einer typischen Plaisirtour. Richard Koller hat an den östlichen Ausläufern des Hochthrons eine unscheinbare Wand entdeckt, die auf den ersten Blick für‘s Klettern eher unlohnend wirkt. Zwischen den Felsbereichen sind immer wieder grasbewachsene Bänder und gelegentlich Latschen eingestreut, eine logische Linie ist hier kaum erkennbar.

In geschickter Linienführung gelang es dem Erstbegeher jedoch die besten Kletterpassagen aneinander zu reihen und zu einer richtig schönen Linie zu kreieren. Plattige Passagen wechseln sich immer wieder mit mehr oder weniger steilen Felsaufschwüngen ab und diagonale Quergänge führen über die lohnendsten Felszonen. Die Tour ist daher sehr abwechslungsreich und bietet viele schöne Klettermeter durch kompakten und wasserzerfressenen Hochgebirgskalk.

Bemerkenswert ist vor allem auch die Absicherung der Tour. Richard Koller richtete die Linie in sehr humanen Bohrhaken-Abständen ein und setzte die Haken mit viel Gespür immer an der richtigen Stelle. Dadurch können die Exen bequem eingehängt werden und gefährliche Stürze sind fast ausgeschlossen. Die unübersichtlichen Stellen wurden sogar mit Pfeilen markiert, um den richtigen Weg zu weisen. „Dahoam is Dahoam“ ist somit eine geeignete Tour für Kletterer, die den 5. bis 6. Grad beherrschen und eine gute Absicherung bevorzugen.

Allerdings ist man mit einer Zustiegszeit von 2,5 Stunden schon eine Weile unterwegs, um in den Genuss dieser schönen 10-Seillängen-Tour zu gelangen. Der Abstieg über’s Stöhrhaus führt über Wanderwege und zieht sich nochmal zurück ins Tal. Dafür gewinnt man einen Einblick in die steile Südwand des Berchtesgadener Hochthrons und wird dazu mit einer phantastischen Aussicht zum Watzmann bis hinüber in die Hohen Tauern belohnt.

Schwierigkeit

Meist 5 bis 6. Maximal 6+. (6- obligatorisch)

Absicherung

Die Route ist perfekt mit Bohrhaken ausgestattet. Es sind keine Keile bzw. Friends nötig.

Material

50-Meter-Einfachseil, 10 Exen, evtl. Schlingen zum Verlängern der Fixpunkte

Ausgangspunkt

Von Marktschellenberg einige Kilometer hinauf zum Wanderparkplatz Ettenberg

Zustieg

Vom Parkplatz über den Wanderweg hinauf zum „Scheibenkaser“. An der Hütte zweigt man rechts ab Richtung Berchtesgadener Hochthron-Klettersteig und folgt dem Pfad weiter auf den markanten Gratrücken. Hier nach links, und über gelegentliche Fixseile in eine Schlucht unter der Wand. Auf dem Steig trifft man auf eine Gedenktafel und geht wenige Minuten weiter bis zum markierten Einstieg. Vom Parkplatz ca. 2,5 Stunden.

Abstieg

Vom Ausstieg weglos nach rechts ansteigend, bis man auf einen Wanderweg trifft. Hier nach links zum Störhaus (ca. 30 Minuten). Man umrundet den gesamten Berchtesgadener Hochthron und gelangt über den Scheibenkaser zurück zum Ausgangspunkt. Vom Ende der Route ca. 2,5 Stunden. Es gibt auch kürzere Abstiegsvarianten, die allerdings anspruchsvoller und unübersichtlicher sind.

Topos

Kletterführer Berchtesgaden-Ost www.panico.de

Webinfo

www.bergsteigen.com

Einkehr

www.stoehrhaus.de

Bildgallerie

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