Klettern am Donau-Durchbruch

Klettern am Donau-Durchbruch

Direkt zur Galerie

Landschaftlich betrachtet sind die Klettergebiete am Donau-Durchbruch, auch Weltenburger Enge genannt, wohl die Schönsten im Südlichen Frankenjura. Hier zwängt sich die Donau zwischen steilen Felsenwänden hindurch und wird dabei von schönen Laubwäldern umgebeben. Als Kletterer hat man einen wunderbaren Tiefblick auf das Gewässer sowie dem nahegelegenen Kloster Weltenburg. Die vorbeifahrenden Touristenboote stören dabei kaum und zuweilen wird man in der steilen Wand sichtlich bestaunt.

Weitere Attraktionen, wie dem Keltenwall, die Donau-Überfahrt mit dem Kahn und die älteste Kloster-Brauerei locken vor allem am Wochenende jede Menge Touristen an. Hier kann im Biergarten des Innenhofes ein anstrengender Klettertag mit einem „Weltenburger Barock Dunkel“ samt deftiger Mahlzeit ausklingen.

In den 20er Jahren wurden die ersten Routen durchstiegen, Mitte der 80er Jahre wurde das Gebiet durch Routen im 10. Grad weltweit bekannt. Alles vergangene Zeit, es ist wieder Ruhe eingekehrt und der Andrang hält sich mittlerweile in Grenzen. Besonders erwähnenswert sind die Mehrseillängen-Routen an der Römerwand mit bis zu 4 Seilllängen und alpinem Ambiente. Für die hohe Bischofs- und Römerwand ist ein 70 Meter-Seil von Vorteil. Da die Hakenabstände in den meisten Routen etwas weiter sind, sollten 10 Exen genügen. Mit mobilen Sicherungsgeräten kann gelegentlich entschärft werden. Die Bischofswand ist der einzige familienfreundliche Sektor mit ebenem Wandfuß. Je nach Sektor kann im Sommer auch im Schatten geklettert werden.

Die meisten Felsen am Donau-Durchbruch liegen in einem Naturschutzgebiet und wurden sogar mit einem Europa-Diplom ausgezeichnet. Viele Felskopf-Vegetationen, seltene Pflanzen und Tiere sowie eiszeitliche Relikte sind hier besonders schützenswert. Deshalb ist es wichtig, die Kletterregelungen einzuhalten. Die Naturschutzbehörden, der Landesbund für Vogelschutz und der Deutsche Alpenverein haben seit 1997 gemeinsame Lösungen gefunden.

Kletterreglungen

  • Es darf nur an der Löcherwand, Castellwand, Bischofswand und Römwerwand geklettert werden
  • Alle weiteren Felsen im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge sind gesperrt
  • Es darf nicht von den Felsköpfen abgeseilt werden (Ausnahme Castellwand)
  • Das Betreten der Felsköpfe ist nicht erlaubt, d. h. es darf nicht über die Routen ausgestiegen werden
  • Es muss über die Routen wieder abgeseilt werden.
  • Der Rückweg aus der Bucht erfolgt über den Zustiegsweg
  • Kletterverbot bei Vogelbrut. Der Zeitraum ist vorort ausgeschrieben.

Löcherwand

Im Kletterführer als Anfängergebiet angepriesen. Trotz der „moderaten“ Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen. Speckige Griffe und weite Hakenabstände tragen dazu bei. Trotzdem lohnendes und schnell erreichbares Gebiet. Wie der Name schon sagt: Kletterei an vielen Tropflöchern. Wandhöhe ca. 16 m, 14 Routen im Schwierigkeitsgrad 5+ bis 7+. Vom linken Donau-Ufer zuerst entlang der Teerstraße, später nach rechts hinauf zum Keltenwall. Man folgt diesem bis zu einem Aussichtspunkt. Hier auf einem Pfad nach links und nach ca. 60 m bei einer Rinne zu den Einstiegen absteigen.

Castellwand

Überwiegend schwere Routen in löchrigem Fels. Der Zugang erfolgt nur von oben durch Abseilen. Wandhöhe ca. 14 m, 7 Routen im Schwierigkeitsgrad 7 bis 9. Vom linken Donau-Ufer zuerst entlang der Teerstraße, später nach rechts hinauf zum Keltenwall. Man folgt diesem bis zum Aussichtspunkt. Hier auf einem Pfad nach links bis zu einem weiteren Aussichtspunkt über der Löcherwand. Noch ca. 50 m weiter bis zur Abseilstelle rechterhand.

Bischofsbucht

Eindrucksvolles Massiv. Lange, steile und ausgesetzte Routen. Sehr schönes Ambiente über der Donau. Der nahegelegene Kiesstrand bietet sich zum Picknick an. Die Felsqualität ist nicht immer fest, daher evtl. Helm ratsam. Wandhöhe ca. 50 m, 50 Routen im Schwierigkeitsgrad 4 bis 10. Vom linken Donau-Ufer zuerst entlang der Teerstraße, später nach rechts hinauf zum Keltenwall. Man folgt dem Wanderweg Richtung Kelheim und hält sich bei einem gelben Schild rechts. Zuerst flach durch den Wald, anschließend auf einem steilen Weg hinab zur Donau. Zu den Einstiegen rechtshaltend.

Römerwand

Sie ist das höchste Massiv im südlichen Frankenjura mit bis zu 4 Seillängen. Top Felsqualität und relativ gut gesichert. Mit Friends kann optimiert werden. Bei Falkenbrut vom 1. Februar bis 30. Juni gesperrt. Wandhöhe ca. 100 m, 20 Routen im Schwierigkeitsgrad 6 bis 9. Vom Kloster Weltenburg über den Uferweg entlang der Donau bis zu einem waldigen Anstieg. Man folgt dem Pfad, der später wieder zur Römerwand abfällt. Über eine Abseilstelle gelangt man zu den Einstiegen.

Zustiege

Von Süden kommend: Ausgangspunkt ist die kleine Ortschaft Weltenburg. Parkmöglichkeit auf großer Fläche an der Donau. Man geht zu Fuß auf der Teerstraße zum Kloster Weltenburg. Direkt an der großen Kiesbank bietet sich ein regelmäßig verkehrender Boots-Shuttle für 1,50 Euro zur Überfahrt an. Nun nach rechts die Teerstraße hinauf. Nach ca. 150 Meter erreicht man auf der rechten Seite einen Pfad, der über Serpentinen steil in den Wald empor führt. Auf flachen Wegen erreicht man den Keltenwall und die Abstiege in die verschiedenen Sektoren. Die Römerwand ist entlang der rechten Uferseite vom Kloster Weltenburg aus zu erreichen.

Topos

Kletterführer Südlicher Frankenjura, www.panico.de

 

Galerie

Zurück zum Anfang vom Bericht

Schreibe einen Kommentar